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Erklär mal (Fußball und Sport allgemein)

pactum Trotmundense, Syburg, Dienstag, 10.03.2020, 21:28 (vor 2123 Tagen) @ Eisen

Absolut richtig. Die Probleme im deutschen Gesundheitssystem sind lange bekannt, und keiner unternimmt etwas. 30.000 Pflegekräfte fehlen.

Nun, ich schimpfe gerne und viel über die Verfehlungen der letzten 50 Jahre im deutschen Gesundheitssystem. Der Fachkräftemangel im Bereich der Pflege ist in der Tat ein selbst verursachtes Problem. Allerdings versucht die Politik da durchaus seit nunmehr fünf Jahren schon aktiv gegenzusteuern, allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

Ein Problem ist z.B., dass es z.B. für Arbeitslose zwar die Möglichkeit gibt sich für einen Pflegeberuf ausbilden, bzw. umschulen zu lassen, dafür liegt extrem viel Geld zur Verfügung. Nur will kaum ein Arbeitsloser in dem Bereich arbeiten. Frag doch mal im nächstgelegenen Krankenhaus wie viele Leute sie schon vom Jobcenter da hatten, die dort ein Praktikum machen sollten und wie viele dann tatsächlich eine Ausbildung machen.

Es wird gerne gesagt, dass in dem Bereich schlecht bezahlt wird. Nun, ich bin auch der Meinung, dass man sehr viel mehr bezahlen sollte, aber schlechte Bezahlung ist es im Vergleich zu Hartz IV oder einem Job in Zeitarbeit oder als Anlernkraft in der Industrie und Handel definitiv nicht. Die Einstiegsgehälter sehen auf dem Papier vielleicht niedrig aus, aber der tatsächliche Medianlohn für Krankenpfleger ist nun wirklich nichts wo man in Armut fristen muss.

Aber was soll die Politik machen, wenn die einzig verfügbaren Kräfte auf dem Arbeitsmarkt diese Arbeit schlichtweg nicht machen wollen? Druck ausüben um die Arbeitslosen dazu zu zwingen? In Deutschland regt man sich doch schon auf, wenn jemand eine Sanktion kriegt, weil er keinen Bock hat Bewerbungen zu schreiben. Außerdem weiß ich auch nicht ob man Leute gebrauchen kann, die man genötigt hat Menschen zu heilen.

Man versucht wie verrückt Fachkräfte aus dem Ausland zu importieren. Wenn ich ehrlich bin, lehne ich das komplett ab. Klar, uns Deutschen hilft das ungemein, aber die Gesundheitsversorgung in den Ursprungsländern nimmt dadurch ab und man schädigt zum Wohle "deutschen Blutes" Menschen in anderen Ländern.

Wir können froh sein, dass wir seit 2015 viele Flüchtlinge bekommen haben. Zum einen, weil darunter viele sind, die in ihrer Heimat einen Beruf im Pflegebereich ausführten und zum Anderen, weil sehr viele von ihnen bereit sind sich in dem Bereich ausbilden zu lassen. Die ersten Ausgebildeten sind jetzt gerade fertig, aber die Masse befindet sich gerade in dem Ausbildungsprozess und in drei bis vier Jahren sieht es in dem Bereich dann besser aus, wenn auch immer noch nicht rosig. Man kann nur hoffen, dass die nicht alle abgeschoben werden, wenn diese Menschen endlich in den Berufen voll einsatzfähig sind. Unserer Regierung traue ich das zu.


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