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WZ - BVB Profis mit Krisengespräch (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 23.11.2019, 22:27 (vor 2475 Tagen) @ istar

Nein, aber zumindest mehr Infos als "wir haben geredet" erwarte ich schon von einem professionell geführten, börsennotierten Unternehmen.


Was für ein Quatsch.

Die Spieler haben sich zusammen gesetzt und Klartext geredet. Nehme ich an.

Sowas bleibt dann auch in der Kabine oder wo immer sie sich getroffen haben.

Oder glaubst du, es würde noch einer sagen, was er denkt, wenn das börsennotierte Unternehmen davon adhoc-Meldungen rausgibt?

In der letzten Saison, ungefähr zur gleichen Zeit, gab es bei den Bayern ein Treffen der Mannschaft unter sich. Vorausgegangen war ein ‚Einlauf‘, den Uli Hoeneß der Mannschaft insgesamt und einigen Spielern insbesondere verpasst hatte. Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen eine Leistungsschwäche, die nach erfolgreichen Saisonbeginn eingesetzt hatte und zu diversen Punktverlusten und einem erheblichen Rückstand zum Tabellenführer BVB geführt hatte. Zum anderen die mehr oder weniger offene Opposition einer Gruppe von 5, 6 Spielern gegenüber dem neuen Trainer Kovac, zu der auch James, Hummels und teilweise Boateng gehörten. Es wurde auch kolportiert, dass diese Spieler bewusst innerhalb der Mannschaft gegen den Trainer agitierten und auch ‚gegen diesen spielten‘. Die ‚Leistungsschwäche‘ soll demnach zu großen Teilen nicht auf Fehlentwicklungen durch die Arbeit des neuen Trainers, sondern durch eben diese Opposition gegen ihn begründet gewesen sein. Tatsache war, dass Kovac vom bisherigen Spielstil der Bayern abgerückt war, nicht wenige Spieler damit nicht einverstanden und die unter ihm plötzlich nicht oder weniger berücksichtigten Spieler unzufrieden waren. Andere Spieler hingegen, die von den Änderungen profitiert hatten, befürworteten hingegen den neuen Trainer.

Hoeneß hatte den Spielern eindeutig klar gemacht, dass Kovac Trainer bliebe und wem das nicht passe gehen könne. Dem einen oder anderen, der durch ungewohnt fehlerhafte Leistungen aufgefallen war, wurde auch aufgezeigt, dass dies durchaus bereits zur Winterpause geschehen könne. Nach dieser ‚Verdeutlichung‘ durch Hoeneß kam es zu besagtem informellen mannschaftsinternen Treffen. Was genau dort beredet wurde und in welcher Form dies geschah, ist nie öffentlich geworden. Nach diesem Treffen jedenfalls starteten die Bayern ihre beeindruckende Aufholjagd.

Schmankerl dabei: Die Gruppe der gegen den Trainer opponierenden Spieler war wohl ziemlich deckungsgleich mit derjenigen, die bereits gegen Ancelotti agitiert hatte. Nur seinerzeit nutzte der gerade ‚zurückgekehrte‘ Hoeneß diese Situation aus, um im bereits im Gange befindlichen internen Machtkampf mit Rummenigge und Co den nicht von ihm installierten Trainer vor die Tür zu setzen. Kovac hingegen war in diesem fortwährenden Machtkampf sein Kompromisskandidat gewesen. Und den konnte er schlechterdings so kurz nach der Amtsübernahme im Regen stehen lassen, denn das hätte ihm in diesem Machtkampf (den er letztlich dennoch verlor) entscheidenden Boden gekostet. Zu dieser Zeit war er auch noch keine ‚lame duck‘ wie nach seiner Ankündigung, nicht mehr als Präsident antreten zu wollen. Rummenigge ließ allerdings keine Gelegenheit aus, gegen den Trainer Kovac zu sticheln und es war klar, dass er in der neuen Saison die Gelegenheit nutzen würde, Kovac zu entlassen. Dass einige Spieler ihren Unmut über Kovac auch auf dem Platz durch Minderleistungen zum Ausdruck brachten, nahm er dabei als ‚Hilfe‘ gerne an.

So ein Profikader ist schon mitunter ein rechter Intrigantenstadl. Aber so eine Clubführung auch... ;-)


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