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Torgefahr? Jetzt ehrlich? (BVB)

bobschulz, MS, Donnerstag, 24.10.2019, 11:44 (vor 2407 Tagen) @ uwelito

Das Problem ist auch in meinen Augen nicht ein fehlender Stoßstürmer, sondern dass Spieler selbst bei den vielversprechendsten Ansätzen über die Flügel oft nur einen verwaisten Strafraum sehen, wenn sie dort nach einem Abnehmer suchen. Das ist allerdings nur ein gravierendes Problem unter vielen gleichwertigen. Favre läßt vorne zahnlos agieren und hinten muss es perfekt laufen, damit es dann tasächlich ein typisches 0:0 - Spiel wird, so wie es Hummels (gut, eigentlich hat er noch eigeschränkt) gesehen haben will. Mit Schlafmützen wie Akanji (hat sich gestern allerdings extrem fokussiert und gezeigt, daß es auch anders geht) und dem scheinbar geistig überforderten Schulz ist es aber schon mehr als optimistisch, hinten auf ein perfektes Spiel zu hoffen.

Das war ein Schuß in den Ofen, den Favre da gestern geboten hat. Zumindest wenn man sich das Ergebnis auf dem Platz anschaut. Man muß seine Strategie auf Basis der Mittel planen, die tatsächlich zur Verfügung stehen. Und nicht beruhend auf dem, was theoretisch möglich wäre, wenn man eine Wunschmannschaft auf dem Platz stehen hätte. Wir besetzen den Strafraum nicht , schießen aber auch selbst aus 20 Metern nicht aufs Tor, wenn aus zentraler Position mal die Möglichkeit besteht. Die italienischen IV konnten immer wieder außen unterstützen, weil sie von keinem unserer Angreifer im Strafraum gebunden werden. Dazu braucht man keinen Stoßstürmer. Wir spielen im letzten Drittel 10 Dreimeterpässe hintereinander ohne jeden Raumgewinn, jeder Spieler ist gefühlt mindestens 2 Sekunden am Ball - direktes Spiel ist ja auch zu risikoreich. Favre, der Dompteur, hat dieser Truppe von eigentlich offensiv veranlagten Charakteren jeglichen Torhunger genommen. Dass wird nur dann sporadisch kaschiert, wenn Reus auf dem Platz steht und intuitiv eine Angriffsidee zusammengebastelt wird. Ballbesitz - und von mir aus auch ein geduldiges Spiel- sind in dieser Mannschaft keine Mittel mehr, um dem Gegner wehzutun, sie sind zum reinen Selbstzweck verkommen.

Favres Problem ist das Selbstvertrauen zu vermitteln.
Groß anders war das Spiel nicht, mit der Ausnahme, dass Pässe ankamen, Bälle gestoppt wurden ( und nicht in Klinsmann-Art wegflipperten) und so ein zügiges Direktspiel bis in den 16er funktionierte. Damals verbot Favre Schüsse von weit weg, da sie weniger xg hatten als Abschlüsse aus dem Nahbereich vorm Tor. Dieses Jahr ohne Selbstvertrauen kommen die Bälle nicht mehr an, das Spiel stockt und die Primadonnen Sancho und Guerreiro verweigern die Defensive. ( Elfer und 2-0) . Und ja, jemand der bei Ziel Meisterschaft die Bayern als Favorit nennt kann mMn nicht den Glauben an das Ziel vermitteln. Als es lief musste er niemandem Vertrauen vermitteln, jetzt wäre die Zeit dafür.


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