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Es bleiben viele Fragezeichen... (BVB)

Dimas87, München, Donnerstag, 24.10.2019, 10:04 (vor 2408 Tagen) @ CHS

Nachdem sich meine Wut ein bisschen gelegt hat und ich die Aussagen der Spieler und Verantwortlichen gelesen habe, kann ich das Spiel ein bisschen besser einordnen.

Ok, man wollte defensiv stehen und nichts zulassen und hat einmal gepennt. Das hat größtenteils tatsächlich funktioniert, aber vermutlich auch nur deshalb weil Inter selber nicht mehr ein großes Risiko eingehen wollte nach dem 1-0.

Unabhängig von der defensiven Grundausrichtung stellen sich mir ein paar Fragen, die ich mir schlicht nicht beantworten kann.

1. Wie kann es sein, dass der Inter-Spieler vor dem 1-0 in unserer Hälfte am Ende des Mittelkreises in zentraler Position einen unbedrängten Pass hinter die Abwehr spielen darf?

2. Wie kann es sein, dass wir in 89. Minute Ball zig Mal vor dem Strafraum des Gegner hin- und herpassen ohne auch nur ansatzweise den Abschluss zu suchen? Das wir dann irgendwann den Ball verlieren war vorprogrammiert und das Gegentor folgerichtig. Da haben wir uns selbst vor vermeintlicher Kontrolle komplett eingeschläfert.

3. Wie kann eine Mannschaft mit null Reaktion auf einen vom eigenen Torwart gehaltenen Elfmeter reagieren und das bei einem 1-0 Rückstand? Es gab kein jetzt erst Recht, sondern vielmehr nur ein ok, grad noch mal gut gegangen, machen wir weiter so. Ich hatte das Gefühl, dass man das 1-0 mitgenommen hätte.

4. Wieso haben wir bei unserer defensiven Spielweise keinen einzigen vernünftigen Konter fahren können? Es gab null Umschaltmoment bei Ballgewinn. Das Spiel wurde nur verschleppt und unsere Überlegenheit im Tempo vorne kam kein einziges mal zum tragen.


Der Fussball der Mannschaft ist komplett emotionslos, sondern total nüchtern. Diese Nüchternheit überträgt sich auch auf die Spieler, die diese Niederlage mehr achselzuckend hinnehmen, als dass es sie ärgert. Diese Nüchternheit ist Teil unseres Spielkonzepts. Das ist nicht grundsätzlich verwerflich, aber ich kann mich damit null identifizieren. Meiner Meinung nach passt dieser Ansatz nicht zu einem Verein, der seine Stärke seit jeher aus den Emotionen zieht. Der BVB war immer dann stark, wenn das Publikum und die Mannschaft auf dem Platz als Einheit agiert haben. Das Publikum hat dann die Mannschaft in den wichtigen Momenten getragen und auch die Spieler konnten aus dieser Unterstützung enorm Selbstbewusstsein ziehen. Mit diesem fussballerischen Ansatz werden sich die meisten von uns nicht identifizieren können. Wenn Favre nicht entsprechend umstellt, wird er auf kurz oder lang der falsche Trainer für uns sein. Momentan fallen mir allerdings auch keine Alternativen ein.

Unabhängig davon wie realistisch Mou sein sollte, bezweifle ich, ob dessen Ansatz besser zu uns passen würde.


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