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kicker am 28.05 | Favre, Transfers (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 28.05.2018, 10:46 (vor 2987 Tagen) @ Eisen

Ich mache Mainz, Bremen oder Freiburg (20 Mio. e für Philipp) da gar keinen Vorwurf. Natürlich ist es legitim, dass die ebenfalls versuchen, soviel vom Kuchen wie möglich abzubekommen.#

Es führt mir nur mal wieder vor Augen, wie verrückt und abgedreht das ganze Fußball-Business mittlerweile ist. Da sind einfach mittlerweile Summen im Spiel, da bleibt einem der Mund offen.

Vor 17 jahren ist auch ein Zidane für 75 Mio. € gewechselt, aber man hat halt einen normalen Bundesligaspieler für 5 Mio. € bekommen (ohne Ausstiegsklausel).

Und das Rad dreht sich immer schneller. Vor 5 Jahren war Miki mit 27,5 Mio. € Ablöse unser Rekordtransfer, fast den gleichen Betrag sollen nun Delaney oder Diallo kosten.

Aber ich bin ja selbst mit dran Schuld. Wobei ich zum ersten Mal ernsthaft überlege, mein SKY-Abo nicht zu verlängern.

Mainz, Bremen, Freiburg, Augsburg und der eine oder andere sonstige Club sind auf Transfererlöse angewiesen, um Spielbetrieb und Infrastruktur aufrechtzuerhalten und um in diese investieren zu können. Einnahmen aus europäischen Wettbewerben sind eine Seltenheit und TV-Gelder fließen eher mäßig. Sponsorengelder sind eher kärglich im Vergleich zu den Großkopfeten und gleiches gilt für Merchandisingeinnahmen. Spieler zu günstigen Konditionen zu verpflichten, sie möglichst zu guter ‚performance‘ zu bringen und sie dann zu bestmöglichen Konditionen zu verkaufen war schon immer das ‚Geschäftsmodell‘ dieser Clubs. Bei Werder auch zu deren Hochzeiten in der Bundesliga.

Es wird für diese Clubs halt auch immer schwieriger, irgendwo in Deutsxhland, Europa oder der Welt entsprechende ‚Schnäppchen‘ aufzustöbern und dann auch noch zu Ihnen zu lotsen. Ich ziehe meinen Hut vor der Leistung der dort tätigen entsprechenden Verantwortlichen. Wobei wir das auch sehr gut, ja quasi vorbildlich beherrscht haben noch vor ein paar Jahren, als die wirtschaftlichen Zwänge uns noch nicht einmal kleine Sprünge erlaubten. Wer weniger hat, der muss offensichtlich kreativer sein...

Abgesehen von der generell schwindelerregenden Preisentwicklung auf dem Transfermarkt sollte man die genannten Preise allerdings etwas relativieren. Mainz z.B. Ist bei Diallo in einer äußerst komfortablen Situation. Ein absolutes Toptalent, dass man erstaunlicherweise nach Mainz holen konnte, obwohl es namhafte Konkurrenz hatte. Aber Diallo ließ sich von der Chance auf einen Stammplatz überzeugen und er nutzte sie. Er hat einen langfristigen Vertrag, das macht ihn per se teurer, wenn man ihn zum jetzigen Zeitpunkt verpflichten möchte. Mainz ist in dieser Saison auch nicht auf das Geld angewiesen, da man voraussichtlich 3 andere Spieler für sehr gutes Geld veräußern wird. Es ist Mainzer ‚Politik‘, dass ein für den Wiederverkauf vorgesehener Spieler mindestens 2 Spielzeiten für Mainz aufläuft, um dann erst verkauft zu werden, damit sich auch keine zu große Fluktuation ergibt. Schröder will daher Diallo eigentlich auch jetzt nicht abgeben. Aber wie es von Schwarz und anderen auch schon hieß, es gibt halt eine ‚Schmerzgrenze‘. Und die wird Mainz verständlicherweise sehr hoch ansetzen. Einen neuen Diallo zu günstigen Konditionen zaubert auch Schröder nicht ohne genügenden Vorlauf aus dem Hut. Man wird für einen Ersatz also deutlich mehr bezahlen müssen, zumindest ist dies wahrscheinlich. Und dazu brauchen sie mehr Geld.

Außerdem wäre Diallo eine Investition in Gegenwsrt und Zukunft. Der Junge ist ein Riesentalent, der uns schon aktuell weiterhelfen würde. Mit Akanji zusammen hätten wir eine defensivstarke und gleichzeitig spielerisch starke Innenverteidigung, die ein großes Potential hat. Ich wage die Prognose, dass diese Innenverteidigung in zwei, drei Jahren die beste in der Bundesliga sein dürfte. Zumindest dürfte es keine bessere geben. Zumal wir nun den adäquaten Trainer haben, um solche Spieler zügig und stetig weiterzuentwickeln. Wenn dies Spieler uns dann irgendwann verlassen werden, dürften ganz andere Summen aufgerufen werden.

Delaney hingegen wäre eine Investition in die Gegenwart, weniger in die Zukunft. Ich habe ihn ziemlich oft bei Werder spielen sehen und bin nicht davon überzeugt, dass er uns wirklich weiterbringen wird. Er hat ohne Frage seine Qualitäten und er würde sicherlich unseren Kader gut ergänzen. Aber er hat eben auch seine Schwächen, die in seinem Alter eher schwierig zu korrigieren sein dürften. Ob er in z.B. drei Jahren dann mit einer Gewinnsteigerung weiterverkauft werden könnte, ist mMn fraglich. Im ‚Gesamtpaket‘ erscheint er mir viel zu teuer, zumal auch keine Topcluns als Konkurrenten um ihn buhlen.


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