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Versteher? (BVB)

Karak Varn, Strobelallee 50, Montag, 15.05.2017, 13:42 (vor 3159 Tagen) @ Micawber

Wenn du schon dick und fett "Professionalität" auf Deine Fahnen schreibst, würde sich anbieten Deine Analysen auf fundiertere Grundüberlegungen zu stellen. Ist nicht böse gemeint. Aber professionell.
Alles andere ist`n Schuss ins Blaue.
Dein Beispiel: "asozial".

Das ist mehr als schwammig und hat für jeden eine andere Bedeutung.Und die allgemeingültige Bedeutung kommt hier auch nicht in Frage.

Vielleicht hilft ein Blick in das Thema Selbstdarstellung, Rollen und "Masken auf haben".
Goffman: "Wir alle spielen Theater."
Hier wird verständlich dargestellt, was und wie dargestellt wird. Tagtäglich.
Sobald wir unter Menschen sind werden wir gescannt (und wir scannen auch); Kleidung, Ausdruck. Gestiken, Mimiken, Zugehörigkeiten in Milieus, Sprache und Sprachfundus, Codes et cetera.
Hieraus ergeben sich im Wechselspiel Rollen. Oder: die Rolle. Wer sind wir? Was macht uns aus? Welche Konstruktionen benutzen wir für dieses Bild?
Der hat`ne zerissene Hose. Dann isses ein Penner. Oh, nee, der Bart ist tiptop gepflegt, dann isser n Hipster. Oh, warte....er hat ne dicke Uhr um und goldene Sneaker, dann isses Marco Sailer.
Welche Einstufungen werden hier von uns und der Gesellschaft vorgenommen?
Wir müssen das tun um einschätzen zu können, was uns erwartet. Wen treffe ich da? Werden wir miteinander klar kommen? Sprechen wir die selbe Sprache?Sind wir miteinander kooperativ, weil wir die gleichen Solidaritäten teilen?
Oder verstehe ich dich nicht, weil ich deine Codes nicht kenne? Laufen wir auf unterschiedlichen Ebenen?

Wir müssen einstufen, um Erklärungen zu haben. Und um sicher zu gehen.
Kam zum Beispiel kürzlich in der Burkadebatte; Menschen haben Angst, wen sie nicht sehen, wer "darunter" ist. Es kann dann nicht "gescannt" werden.

Was Rollen angeht, kommen noch Glaube an die Rolle plus Wahrheiten und Unwarheiten dazu.

So das erst mal dazu.

Goffman schreibt dazu:
"Da finden wir auf der einen Seite den Darsteller, der vollstädnig von seinem eigenenen Spiel gefangengenommen wird; er kann ehrlich davon überzeugt sein, daß der Eindruck von Realität, den er inszeniert, ">wirkliche< Realität sei."

Er lebt das also. Der Thomas. Oder besser: er zeigt, dass er es lebt. In PK`s beispielsweise. Oder noch besser: Wir nehmen wahr, was er uns zeigen möchte.
Das macht ihn aber nicht asozial; denn bleibt man hier beim Begriff wäre das "gesellschaftsschädigend". Das ist Quatsch.

Der Darsteller lebt und glaubt seine Rolle.

Was heisst das nun?

Das Problem, warum Thomas als besonders gilt (ich nenne es mal so, ich selbst tituliere ihn gerne als "Freak", allerdings mit einer positiven Bedeutung), ist vielschichtig.
Für Dortmunder zählt Identifikation. Das unterstelle ich mal. Oder anders: ich glaube bei einer Umfrage bekäme dieser Punkt eine hohe Zustimmung.

Viele können sich mit ihm nicht identifizieren, weil er einfach (alles meine Meinung jetzt):
sehr verkopft scheint, er ist auf gewissenen Ebenen intellektuell, er ist ein dünner Hering der kein Brot ist (vielen sind ja selbst Vegetarier heute noch suspekt..), er ist Anhänger des ebenfalls als Freak geltenen Pep, er hat im Vergleich zu unserem Goldjürgen relativ wenig Humor, er scheint recht unnahbar zu sein, das "kumpelhafte geht ihm ab, und mit in seinem Arbeitgeber/ Arbeitnehmerverhältnis scheint er gerne das letzte Wort haben zu wollen; was ihn wahlweise stur, frei oder arrogant erscheinen lässt.

Rühren wir jetzt diese Darstellungen um, kriegen wir eine erste Rolle. Und die ist nun mal ziemlich speziell.
Dieses "Spezielle" ist aber nicht asozial, sondern die Mauern/ Steine einer Rollen-Fassade, hinter der sich der wahre TT irgendwo befindet; in diesem Fall der uns unbekannte Privatmensch. Ob er das alles darstellt oder nicht; den echten TT kennt nur Frau Tuchel. Damit und mit den Besonderheiten in seiner Art muss jeder umgehen, der ihn bei sich angestellt haben möchte (ich habe ihn übrigens immer schon so wahrgenommen wie er heute zu sein scheint, ohne das zu werten).


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