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Ein Bärendienst (BVB)

RazzoRizzo, Outta Space, Samstag, 06.05.2017, 14:36 (vor 3312 Tagen) @ klaus08

Si tacuisses, philosophus mansisses.

Im Rahmen meines beschränkten Weltbildes, hat sich TT in einer Situation, auf die er weder als Trainer, noch als Mensch jemals adäquat vorbereitet wurde, absolut vorbildlich und mannschaftsdienlich verhalten. Schon allein, dass darüber Dissens geherscht haben soll, ist für mich kaum nachzuvollziehen, kann ich aber akzeptieren, da Aki und Rauball eben nicht vor Ort waren, und wie viele andere, die in Tagen danach durch eher geistlose Aussagen geglänzt hatten, sich keine Vorstellung davon machen konnten, wie es in den Jungs innen drin aussieht.

Als Geschäftsführer oder in jeder anderen leitenden Funktion muss man Dissens aber eben akzeptieren, und falls man das eben nicht kann, sich eben im Dienste des gemeinsamen gesteckten Zieles, nach außen hin geschlossen geben. Dass Aki eine andere Sicht auf die Dinge hatte, warum auch immer, sei ihm gegönnt. Aber zu diesem Zeitpunkt, an dem sich (vor-)entscheidet, ob wir die direkte Qualifikation für die CL erreichen oder nicht, und unter den gegebenen Umständen, wonach die Platzierung letztlich auf die Art der Vertragsgespräche nach der Saison massiv Einfluss nehmen wird, ist das eben für meine Begriffe äußerst unprofessionell. Ich kann einem Angestellten wie Thomas Tuchel am Vorabend eines Spiels, das unter Umständen über die Verlängerung seines Vertrages mitentscheidet, einem Trainer, der durchaus auch noch mal den einen oder anderen Fehler macht, der sich aber als mitwachsender Teil einer jungen, wachsenden und lernenden Mannschaft empfindet, dessen Begeisterung für seine Aufgabe für meine Begriffe über jeden Zweifel erhaben ist, und dessen Verdienste als Krisenmanager während einer Erschütterung, die von ihrer Natur her in der Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund seinesgleichen sucht, nicht höher zu bewerten sind, nicht solche Aussagen vor den Latz knallen. Das ist eines Geschäftsführers nicht würdig, das ist Waschweibertum. Kränkung. Verletzte Eitelkeit, die hier offenbar den Vorrang vor den sportlichen Gesamtzielen der Mannschaft und des Vereins hat, zumindest suggeriert der Zeitpunkt dies.

Ich bin keiner, der jetzt Akis Kopf auf einem metaphorischen Silbertablett fordert, oder meinetwegen Tuchel auch anrät, freiwillig zu gehen, um sich das nicht mehr anzutun, da ich nach wie vor der Ansicht bin, dass Menschen durch das Überwinden von Meinungsverschiedenheiten als solche wachsen, aber ich erwarte zumindest eine Entschuldigung von Seiten Akis (nicht unbedingt öffentlich, aber die faulige Luft intern muss endlich einmal gereinigt werden), und eine faire Bewertung der Situation nach Ende der Saison. Und wenn Aki meint, er müsse TTs Arbeit in der jetzigen sportlichen Situation auch noch torpedieren, dann muss die Frage schon erlaubt sein, wer zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich Ballast für den Verein darstellt, und ob eine sportliche Bewertung des Erreichten im Anschluss an die Spielzeit (Die wir im Übrigen mit dem ersten Titel seit 2012 abschließen könnten) überhaupt Sinn ergibt.

So, und jetzt bitte wieder Fußball.


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