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Empathie- und ahnungslos... Über all (BVB)

Melange, Berlin, Donnerstag, 13.04.2017, 10:48 (vor 3185 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

In anderen Foren wie bei Spon geht es ab. Jammerlappen und Ausreden ist da der Tenor.

Tuchel, Papa, Schmelle, Sahin - was die gesagt haben, bewegt sehr. Man hat gemerkt wie alleine gelassen die sich gefühlt haben. Das ist übrigens eine Bedingung, warum psychische Belastungen sich verlängern.

Niemand hat mit ihnen gesprochen. Sie mussten funktionieren. Warum haben sie dann nicht Gebrauch gemacht, von der angeblichen Möglichkeit nicht zu spielen?

Erstens hat Tuchel beschrieben, dass die eben natürlich auch weiterkommen wollen. Die haben Freude an ihrem Beruf.

Zweitens ist im System Fussball Schwäche nicht vorgesehen. Schon in den Jugendmannschaften werden die in ein Kosett des Funktionierens gesteckt. Fussballerisch, Moralisch, Schulisch. Kein Abweichen erlaubt. Früh erwachsen werden.

Drittens leben Fussballer in einer Konsumblase. Resilienz (bessere Verarbeitungsmöglichkeit von belastenden Situationen) entwickelt man durch intellektuelles Verständnis, erfahrenes Vertrauen, die Möglichkeit Schwäche zeigen zu dürfen.

Es wäre die verdammte Fürsorgepflicht der Uefa und des Bvbs gewesen, die Spieler auch gegen ihren Willen zu schützen. Stattdessen sollten sie plötzlich für alle spielen.

Der Bvb stand vor der Situation alle Einahmen aus dieser und der nächsten Cl-Saison zu verlieren. Auch das war sicher ein enormer Druck, weil es den Verein weit zurückgeworfen hätte.

Die Interviews der Spieler, die Tränen vor und nach dem Spiel zeugen von der Belastung, die nur mal so gesagt auch körperlich ist. Schockzustände sind körperlich sehr anstrengend.

In der Ersten Hilfe lernt man geschockte Personen abzuschirmen, weil Öffentlichkeit sie noch mehr belastet und sie zu beobachten, weil sie jederzeit aufgrund der körperlichen Belastung zusammenbrechen können.

Bei den Spielern des Bvbs wurde das genaue Gegenteil gemacht. Ob sich alle davon erholen, werden wir in ein paar Jahren wissen. Wenn man weiß, dass z. B. Einbruchsopfer ihre Wohnungen aufgeben, kann man sich ausmalen, was ein Terroranschlag alles bewirken kann.

Die Spieler, die unter Schock standen, sollten nach Volksmeinung bei Spon sich nicht so anstellen oder selbst Verantwortung übernehmen. Empathie- und ahnungslos kocht die deutsche Volksseele.

Btw: in einem anderen deutschen Staat wurde mal nach dem Tod eines Mitspielers durch einen Hotelbrand einfach nicht angetreten, obwohl auch da die Uefa das Spiel nicht abgesagt hat. Der Haller Fc wars gewesen. Manchmal sind andere Dinge einfach wichtiger. Lange ist es her.


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