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Für die GOP ist das Horrorszenario eingetroffen (Politik)

Ulrich, Mittwoch, 04.11.2026, 16:50 (vor 3 Stunden, 37 Minuten) @ uwelito

Demokraten gewinnen im House 43 und im Senat 8 Sitze. Das ist eine historische Niederlage für die GOP.


Mir fällt auf die Schnelle nicht ein, wann es zum letzten Mal eine so heftige Machtverschiebung im Kongress gegeben hat. Das muss viele Jahrzehnte zurückliegen. Was den Senat angeht, so darf man nicht vergessen, dass hier nur 35 Sitze zur Wahl standen, und beim House frage ich mich, wie das Ergebnis wohl ohne Gerrymndering der Republikaner ausgefallen wäre.


Fox News spricht jetzt schon von wipe out. Ich bin mal gespannt, wann und wie die zu erwartenden Absetzungen losgehen. Viele eigentlich mächtige republikanische Politiker stecken allerdings weiterhin in dem Dilemma, dass sie Trump zwar insgeheim wie die Pest hassen, aber andererseits um seine immer noch existierende Macht wissen, wenn es darum geht, politische Karrieren zu zerstören.

Donald Trumps Machtposition ist nach diesen Wahlen massiv erschüttert, und sie wird schnell weiter erodieren. Es wird nicht lange dauern, dann ruft irgend jemand "Der Kaiser ist nackt!".

Donald Trump hat den Republikanern nichts mehr zu bieten. Er baut massiv ab, trotzdem hat er keinen Nachfolger aufgebaut, und das wird er auch nicht tun. Ganz im Gegenteil, je näher die nächsten Vorwahlen rücken, um so mehr wird er allen, die für seine Nachfolge antreten wollen, Steine in den Weg legen. Das dürfte vor allem Marco Rubio und J.D. Vance betreffen. Dass er 2021 das Weiße Haus verlassen musste, dürfte Donald Trump als größte Demütigung seines Lebens empfunden habe. Bereits jetzt fürchtet er den Januar 2029. Seine ständigen Aussagen, ein weiteres Mal antreten zu wollen, sind meiner Meinung nach nicht nur Show, sondern Ausdruck seiner Ängste.


Du hattest an anderer Stelle zurecht die juristischen Möglichkeiten der vom Kongress eingesetzten Kommissionen erwähnt (und insbesondere das Beispiel McCarthy). Dazu mein absoluter Lesetipp: American Scoundrel: Roy Cohn's Dark Journey from Joe McCarthy to Donald Trump von Kai Bird und Susan Goldmark. Eigentlich ist das zentrale Thema der wirklich in jeder Hinsicht verkommenen Anwalt Roy Cohn. Aber der Dreckslappen war ja auch Chefberater von McCarthy, informeller Berater von Nixon und später des jungen Trump, der sich viele seiner Schweinereien hier abgeschaut hat. Speziell Mc Carthy spielt in dem Buch eine zentrale Rolle, denn ohne den wäre der Aufstieg Cohns zum „Fixer“ ja auch nicht möglich gewesen. Wenn man den Bogen ganz stramm spannen will, dann ist Trump in gewisser Weise das letzte organische Zucken dieses absolut perversen Kapitels der US-Geschichte.

Danke, allerdings ist mein Bücherschrank aktuell voll von ungelesenen Büchern ;-)


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