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BVB bereitet All-in-Angebot für El Mala vor (BVB)

Blarry, Essen, Samstag, 08.08.2026, 14:27 (vor 23 Stunden, 8 Minuten) @ Jack

Ich frage mich, welchen Zweck so ein Ausreißertransfer )ohne speziell auf diesen Spieler gemünzt zu sein) für uns auf der strategischen Ebene bewirken soll.

Sportlich? Da haben wir zwei mögliche Transferphilosophien: entweder oben angreifen, oder nach unten absichern. Historisch arbeiten wir nach unten orientiert, weils nach oben hin zu viel Luft und schlicht zu teuer ist. Wir müssten jedes Jahr drei, vier Spieler in diesen Preisklassen holen, über mehrere Jahre, ohne welche abzugeben, um den Abstand spürbar zu verkürzen. Einmal einen rauszuhauen bringt schlicht nix, das verschwimmt in der Unschärfe der jährlichen Punkteausbeuten.
Der Blick richtet sich also nach unten. Gut. Was kann man tun, um sich die drängelnde Konkurrenz vom Leib zu halten? Deren Leistungsträger wegkaufen ist finanziell nicht drin. Deren Transferziele hingegen, die kann man angreifen. Köln ist kein Konkurrent, sondern Feeder Club für uns und unsere Konkurrenz. Ist also schon genau richtig, dort nach Spielern zu schauen, die für Pillen, Dosen et. al. spannend sind. Das Problem daran ist nur: 50 Millionen gibt keiner von denen aus. El-Mala ist gar kein relevanter Kandidat für die. Weil sie, beim VfB ist es noch stärker ausgeprägt, auf den profitablen Weiterverkauf günstiger Spieler setzen. Wir fischen also als einzige in einem Fass, in dem exakt ein Fisch drin ist. Es macht uns strategisch nicht stärker gegenüber der direkten Konkurrenz, wenn man ihr dabei nicht in die Suppe spucken kann.

Bringt uns direkt zur wirtschaftlichen Seite, Stichwort: "50-Millionen-Euro-Einkauf zwecks Gewinnerwirtschaftung". Wie lang ist die Liste von Fußballern, die für solche Summen geholt und paar Jahre später mit deutlichem Profit weiterverkauft wurden? Da wird die Luft schnell dünn, erst recht, wenn man sie auf Spekulationstransfers mit Teenagern beschränkt; erst recht bei einer langsameren als der erhofften Entwicklung. Kurz, Verein und Spieler haben da keinerlei Spielraum für schwache Phasen. Auch wir verkaufen nicht jedes Jahr jemanden für 80+ Millionen. Und die werden nötig sein, um da nicht mit roten Zahlen rauszugehen. Nimm an jährlichen Kosten für den Spieler vielleicht vorsichtige zehn Millionen an (Gehalt, Prämien, Handgeld beim Wechsel, Treueboni, Beraterhonorar, Taschengeld für die Mutti, ...), so wächst der benötigte Preis im Verkauf linear an. Handle beim Einkauf eine Gewinnbeteiligung beim Weiterverkauf aus, und du musst noch mehr erwirtschaften. 50 Millionen sind kein Bereich mehr, in dem sich einfach und zuverlässig ein Spieler flippen lässt.

Dazu kommen noch langfristige Folgen, wie z.B. dass künftige Verkäufer immer einen Benchmark haben werden, wie weit wir gehen können. Ist kein Vorteil, beim Verhandeln ein offenes Book zu sein. Oder dass Jugendspieler ihre Gehaltsvorstellungen entsprechend nach oben hin anpassen werden.

Der einzige Aspekt, bei dem ich gute Gründe für genau diesen Wechsel finde, ist die Kaderzusammenstellung. Geht natürlich ein wenig ins Sportliche. Aber dass man zwei Offensivspieler abgibt und dafür zwei in ihren Stärken und Schwächen weitgehend deckungsgleiche Ersatzleute holt, nur im Teenageralter, zeigt, dass man sehr zufrieden ist mit dem, was man letzte Saison hatte, und funktionale Veränderung auf jeden Fall vermeiden möchte. Vom Gleichen, aber jünger. Was natürlich legitim ist, auch wenn die anderen fragwürdigen Punkte bleiben. Gleiches kriegt man auch günstiger.


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