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Kleiner Einwand - der hinkt (BVB)

koom, Montag, 10.03.2025, 10:37 (vor 338 Tagen) @ SebWagn

Ich denke, ein wesentlicher Unterschied ist, wie Real Madrid und der BVB sich positioniert haben.

Real Madrid ist ein Weltkonzern. Man investiert groß, zahlt groß, verdient groß. Gewissermaßen High risk, high profit. Man scheut sich nicht davor, fertige Spieler für 100 Mios zu verpflichten, weil man auch weiss, dass die mehr Punkte/Siege/Titel bringen und ihre Vermarktung allein schon sehr viel wieder einbringt.

Der BVB ist dahingegen erzkonservativ. Lange Jahre hatte man ein stabiles Unternehmen und bewusst auf Talente, Talententwicklung und Weiterverkauf gesetzt. Die Substanz war so enorm, dass man damit stabil Platz 2 hatte, manchmal die Bayern jagen konnte. Diese Substanz ging aber mehr und mehr verloren, zuletzt hat man es zwanghaft und sehr uninspiriert versucht, diese wieder aufzubauen: Eine größere Menge deutschsprachiger, fertiger Spieler im guten Fußballalter. In der Hoffnung, dass das stabil wieder gut genug ist, um Platz 2 wieder zu stabilisieren, dadurch attraktiv für Talente zu sein von der Gütequalität Haaland und Bellingham. Passend dazu natürlich auch die Handhabung wie ein "Familienunternehmen", wo der Sohn (Sahin, Terzic, Ricken, Kehl & Co.) dann die Leitung vom Papa (Watzke) übernimmt und dadurch für Stabilität sorgt.

Aber dieses System des "hochklassigen Ausbildungsklubs" machen andere auch. In der Liga sehe ich Leverkusen oder Stuttgart als vergleichbar an. Aber vor allem in der Premiere League machen das etliche Klubs. Mit mehr Gehalt. Mit einer viel interessanteren Liga und Reichweite. Mit besseren Mitspielern.

Ich hab vor 1-2 Jahren auch schon mal geschrieben, dass der BVB im Grunde 2 Alternativen hat:

1. Spieler halten, Substanz aufbauen, größer werden, mehr riskieren. Das Risiko dahinter ist, dass sich rein ergebnistechnisch wenig ändern wird: In der Liga stehen die Bayern davor, die übertrumpt man nur schwer. In der CL machen andere das gleiche. Unter Umständen investiert man viel, ohne das davon irgendwas besser wird.

2. Oder man setzt weiter auf die Karte Ausbildungsverein, gutes scouten, ausbilden, teuer verkaufen. Wenn man das nicht richtig gut macht, steht man dann aber da wie im Wesentlichen Stuttgart: Mal greift man oben an, wenn vieles gutes zusammenkommt. Mal landet man im Mittelfeld, wenn der Substanzverlust zu groß ist.

Gefühlt scheint man ersteres zu versuchen, aber nicht gut genug. Ich verstehe das Konzept mit deutschsprachigen Leistungsträgern, das macht Sinn. Es scheitert aber IMO daran, dass man in Sachen Training/Trainer viel zu lange Dinge vernachlässigt hat, die man jetzt schwer kitten kann.


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