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Kompakt stehen, einfach spielen (Spieltage)

Cthulhu, Essen, Donnerstag, 13.02.2025, 08:39 (vor 341 Tagen) @ Will Kane

Möglich, ich weiß es nicht.

Bei Favre in Gladbach kann es aber auch schlicht so gewesen sein, dass er nicht mehr der Richtige war, aus dem über lange Zeit funktionierenden Ansatz heraus den Lösungsansatz zu finden. Wir kennen das von Kloppo und seiner letzten Saison bei uns. In Mainz war er ja in seiner letzten Saison ebenfalls zu dieser Erkenntnis gekommen, und nun in Liverpool auch. Guardiola bei ManCity erlebt momentan Ähnliches.

Das kommt vermutlich auch dazu, Favre war in Gladbach sehr lange sehr erfolgreich. Vielleicht nutzen sich auch manche Dinge langsam ab und wenn es dann mal nicht läuft, gerätst du in eine Abwärtsspirale.

Sowohl bei uns als auch bei Gladbach hat der Trainerwechsel nach langer Zeit ja direkt ein Ergebnis gebracht, wobei in Mönchengladbach ja sogar ein fachlich eher schwacher Trainer Favres Team wieder nach oben führen konnte. Spricht aber auch für prinzipiell gute Vorarbeit.

Und hier sind wir vermutlich an dem Punkt, an dem Kovac einen eher schwierigen Job vor sich hat.

Die Mannschaft hat wenig funktionierende Automatismen, das war schon unter Terzic ein Problem, zumindest in der Liga, und unter Nuri wurde es nicht besser.

Ich war nicht gerade begeistert über Nuri als unseren neuen Trainer, aber es lief ja von Anfang an darauf hinaus und ich habe ihn bis zuletzt unterstützt. Von seinen (theoretischen) fußballerischen Vorstellungen des Ballbesitzspiels war ich angetan und habe eine Entwicklung in diese Richtung auch befürwortet. Am Ende ist er damit gescheitert, und ich bin der Auffassung, dass er ‚pädagogisch-didaktisch‘ den falschen Ansatz gewählt hat, unabhängig von der Eignung des Kaders. Ich kann nicht einem Kader ein neues Konzept überstülpen und erwarten, dass sich die Spieler dann innerhalb dieses Konzepts entwickeln. Die Mehrheit der Spieler war damit überfordert, was zur Fehlervermeidung und somit zur Verkrampfung und Verunsicherung geführt hat.

Der von Nuri immer wieder angesprochene Prozess hätte vielmehr schritt- und stufenweise erfolgen müssen und nicht gleitend innerhalb einer Saison, über 2 oder besser 3 Jahre, in denen man auch sukzessive den Kader hätte anpassen können.

Aber hätte-wenn-und-aber bleibt am Ende Gelaber. Jetzt gilt es zwei oder drei Schritte zurück zu machen und dadurch den Spielern Sicherheit zu geben und ihre Stärken, die sie definitiv haben, zu nutzen.


Vielleicht ist es am Ende auch ein bisschen so gewesen, dass Nuri über einen Mix aus mangelnder Erfahrung und etwas wenig Pragmatismus gestolpert ist. Seine beiden Vorgänger haben nicht viel auf Spielkontrolle gesetzt, besonders Edin nicht und dementsprechend ist auch der Kader aufgestellt.

Es ist natürlich viel Spekulation, ob ein erfahrener Trainer mit ähnlichem Ansatz den Übergang besser hinbekommen hätte, aber naheliegend wäre es schon.

Ich finde es in jedem Fall schade, weil ich den Ansatz für grundsätzlich genau richtig halte für einen Verein, der die Mittel hat, individuell stärker besetzt zu sein, als 15 andere Mannschaften.

Jetzt bin ich gespannt, wie es mit Kovac funktioniert. Hoffentlich hat Lissabon Auftrieb gegeben, klar, das war nicht real Madrid, aber 3:0 in Lissabon muss man erst einmal schaffen, das war halt auch nicht Wuppertal.


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