schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Rostock-Lichtenhagen (BVB)

BukausmTal, Wuppertal, Montag, 07.10.2024, 09:50 (vor 496 Tagen) @ Ulrich

Bin durch Zufall gestern auf die Sendung "Anwälte der Toten" gestoßen, da wurden die Geschehnisse
nochmal beleuchtet. Ich hatte soviel Hass gar nicht mehr in Erinnerung. Das Staatsversagen war mir noch bewusst aber diesen extremen MOB über 4 Tage hatte ich nicht mehr so auf dem Schirm.
Vor allem wenn man weiß das es im Nachgang so gut wie keine Konsequenzen gab. Das die Anwohner auch noch eine Aufwandsentschädigung für Unannehmlichkeiten gab wusste ich auch nicht.
Die Opfer gingen lehr aus.


Wenn ich mich richtig erinnere, ist man da knapp einer riesigen Katastrophe entgangen. Auf der Seite der Angreifer war unglaublich viel Hass im Spiel, und die Behörden waren völlig überfordert. Das ganze spielte sich wohl vor allem am Wochenende ab, und die Führungsspitze im Innenministerium und der Polizei war im Verlauf der Wende komplett ausgetauscht worden und bestand fast nur aus Westdeutschen. Damals sprach man von Di-Mi-Do-Ministern und -Beamten. Die reisten Montags an, waren Dienstags bis Donnerstags in der Behörde und reisten am Freitag wieder ab. Als die Ausschreitungen begannen, waren diese Leute zu Hause im Westen. Zudem war das häufig nicht die erste Wahl, sondern vielfach Leute, die aus ihren alten Positionen "weg gelobt" worden waren. Teils trauten sich die Beamten vor Ort zunächst nicht, ihre Vorgesetzten in deren Freizeit zu informieren, teils waren nicht einmal Kontaktinformationen hinterlegt. Das alles führte zur einem kompletten Kontrollverlust der Polizei.

Im Gedächtnis geblieben ist sicherlich allgemein das Bild vom Alkoholiker in voll gepinkelter Jogging-Hose und Trikot der Nationalmannschaft, der den Hitlergruß zeigte. Der Mann dürfte bereits in der DDR alkoholabhängig gewesen sein. Aber dort zog man solche Menschen am Arbeitsplatz lange durch. Nach der Wende aber waren das natürlich die ersten, die ihren Job verloren haben. Aber der gehörte wohl nicht direkt zu den Angreifern, sondern zu denen, die diese anstachelten.

> Das ganze entstand auch nicht aus dem Nichts, damals herrschte eine Atmosphäre des Hasses, es hatte damals eine ganze Zahl von Straftaten gegen Ausländer gegeben, und das sowohl in Ost als auch in West.

Es gab 1992 eine beeindruckende Kampagne gegen "Asylanten". Ich erinnere mich noch gut an die hetzerischen Überschriften in der Bild, was nur die Spitze des Eisbergs war.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


schwatzgelb.de unterstützen

1537930 Einträge in 16508 Threads, 14361 registrierte Benutzer Forumszeit: 15.02.2026, 11:44
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln