schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Ambivalente Saison (Spieltage)

Brulence, an der Ruhr, Montag, 13.05.2024, 09:51 (vor 614 Tagen) @ Kruemelmonster09

Ich könnte mich nicht erinnern wann ich zuletzt eine derart ambivalente und völlig kuriose Saison von uns hätte miterleben dürfen. Vermutlich muss man dafür wirklich bis 1997 zurück gehen. In der Liga spielerisch und taktisch oftmals weit (sehr weit) von allen Aspekten entfernt, für die das Prädikat "Spitzenmannschaft" erfunden wurde - und gleichermaßen schwingt man sich in der CL bereits in der Todesgruppe mit PSG, Milan und Newcastle auf Platz 1 und marschiert dann recht verdient in Richtung Finale. Das alles in einer Gemengelage, die sich dauerhaft um die Frage der Qualität des Trainers, der Mannschaft und des Managements drehte. Das ist erstmal das große Bild.

Den von Dir angesprochenen Querverweisen wer wann wie stark war und wie es heute so aussähe, kann ich folgen. Einerseits ist das wirklich spannend, weil es einem gewissermaßen vor Augen führt, dass es wann anders auch scheiße war - oder aber, dass es zuletzt gar nicht mal so scheiße war wie man es wahrgenommen hat. Ich kann mich ehrlicherweise im Detail gar nicht mehr an die Gesamtheit der vorherigen Saisons erinnern - aber klar: unter Favre war es gewissermaßen zäh und sehr taktisch, unter Bosz war es eher vogelwild und für die Zeit unter Rose finde ich keine wirklich passende Definition.
Und doch halte ich die Querverweise für nicht so ganz zielführend. Weil das Argument (das Watzke vor Kurzem m.W. auch gebracht hat), dass es dieses Jahr sinngemäß halt etwas unglücklich gewesen wäre, weil sich mit Leverkusen und dem VfB plötzlich zwei Vereine zu außergewöhnlichen Spielzeiten aufgerafft hätten und somit das Tabellenbild durcheinander gebracht haben, irgendwie nicht so ganz griffig ist. Insbesondere vor dem Hintergrund der direkten Vergleiche gegen Lev, die Bayern, den VfB und die Dosen - und dem gegenüber stehen dann Siege in und gegen Paris, Siege in und gegen Newcastle, bei Milan und gegen Atletico. Das kann einem ja niemand erklären warum und wieso diese Diskrepanz da ist. Ambivalent halt.


Fußballerisch und qualitativ war es (m.E. nach) aber doch lange nicht mehr so zäh und unausgereift ist. Ich habe, meine Whatsapp-Chats belegen das, bereits nach dem dritten Spieltag in einer meiner Gruppen geschrieben, dass man fußballerisch auf diese Saison bereits jetzt den Deckel drauf machen kann. Zu offensichtlich und zu eklatant war seinerzeit die Ideenlosigkeit im Spielaufbau, zu gering die Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen, zu wenig erkennbar das Konzept und zu gering die individuelle Qualität Einzelner. Und plötzlich steht man im CL-Finale.

In diese merkwürdige Gefühlslage reihen sich dann noch Aspekte wie die vergeigte Meisterschaft der letzten Saison, die Nibelungentreue Watzkes zu Terzic (die er ja fix wieder eingefangen hatte), die Fragen um das generelle Machtgefüge im Verein, die Fragen wer denn nun welchen Transfer verbockt hat (Kehl/Terzic, Modeste, Alvarez), die fehlende Weiterentwicklung eines Großteils der (jungen) Spieler und und und.

Kurzum:
Terzic hätte bei mir das Ende der Hinrunde mit dem Unentschieden gegen Mainz nicht überlebt und ich bezweifle nach wie vor, dass er der Richtige ist, um den Verein wieder nachhaltig nach vorne zu bringen. Dass er auch kommende Saison an der Seitenlinie steht, ist dennoch irgendwie folgerichtig nach dem Weg, den er und die Mannschaft in der CL gegangen sind.

Im Sommer gilt es, und das ist natürlich eine Binse, aus den Extremen der Buli und CL die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das gilt für Terzic und seinen Trainerstab im Persönlichen (Spielausrichtung, Entwicklungskurve einzelner Spieler) als auch in der vorgelagerten Beurteilung einzelner Spieler und deren (Nicht-)Perspektiven. Den Fehler der Vorsaison, wo man sich nach Platz 2 der Illusion hingab, der Kader wäre qualitativ ja durchaus ausreichend besetzt, sollte man zumindest nicht wiederholen. Die Personalien Can, Süle, Adeyemi, Nmecha und Bensebaini bieten u.a. ausreichend Diskussionsstoff wenn es um Hierarchie, Qualität, Mentalität, Preis/Leistung oder auch das Eingeständnis erheblicher Transferfehler geht.

So sollte der Kader zu Beginn der neuen Saison ein deutlich ausgereifteres und qualitativ besseres Bild abgeben als es Stand heute der Fall ist. Ab da liegts dann in Terzics Händen, unseren Fußball deutlich und der eigenen Erwartungshaltung weiter zu entwickeln. Gerne auch mal wieder n bißchen mehr sexy.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1524065 Einträge in 16382 Threads, 14353 registrierte Benutzer Forumszeit: 17.01.2026, 12:45
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln