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Führich, Beste, Knauff, Hofmann demnächst Pohlmann (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 01.04.2024, 16:00 (vor 655 Tagen) @ bambam191279

Generell bin ich persönlich ebenfalls ein Freund von Leihen in die 2. Bundesliga, 3. Liga oder auch eine ausländische Liga. Es kommt dabei immer darauf an, für den jeweiligen Spieler der jeweils richtigen Club mit dem passenden Trainer zu finden.

Wie bei allem kann man da sehr vieles richtig, aber auch sehr vieles falsch machen. Mitunter spielt da schlicht der Zufall eine Rolle; manches kann man auch gar nicht als verleihender Club beeinflussen. Größtmögliche Sorgfalt bei der Auswahl des leihenden Clubs sollte man allerdings schon walten lassen; hier liegt generell oftmals einiges im Argen.

Nimmt man Niklas Beste als Beispiel, dann kann man festhalten, dass man beim BVB seine Nichttauglichkeit als Linker Außenverteidiger in einer Viererkette (und als solcher wurde er in allen Teams des BVB in den jeweiligen Altersklassen eingesetzt) für ein Spitzenteam der Bundesliga erkannt hatte. Folgerichtig wurde er zu Werder transferiert, wo man sich von ihm eine Entwicklung auf dieser Mangelposition hin zu einem bundesligatauglichen Niveau erhoffte.

Beste sollte diese Entwicklung in Bremen zunächst in der U 23, dann in den Niederlanden beim FC Emmen nehmen. Dort verletzte er sich allerdings früh in der Saison schwer und fiel nach nur sieben absolvierten Spielen die gesamte restliche Saison aus. Zurück in Bremen verlieh man ihn dann zum Jahn nach Regensburg und verlängerte die Leihe auf zwei Jahre. Trainer Mersad Selimbegović setzte Beste auch zunächst als Linken Außenverteidiger ein, wo dieser nicht überzeugen konnte. Nach und nach und im zweiten Leihjahr durchgängig positionierte der Trainer ihn dann auf dem offensiven Flügel, allerdings auf dem rechten als Inversivspieler. Zu einer Übernahme reichten die Leistungen dann dem Club allerdings nicht.

Werder sah dann auch das Ende der Fahnenstange bei Beste und transferierte ihn an den interessierten FC Heidenheim. Dort hatte man zum einen das eigentliche Potential von Beste erkannt und zum anderen brauchte man für das eigene Spielsystem ein guten Flankengeber von der linken Offensivseite. Unter Trainer Frank Schmidts Anleitung schlug Beste in Heidenheim voll ein bis hin zur Einladung zur DFB-Auswahl.

Sowohl der BVB, als auch Werder haben in Beste immer einen linken Außenverteidiger in einer Viererkette gesehen. Was bei dessen Ausbildungsweg auch klar war. Nach meiner Einschätzung kann man in diesem Fall weder dem BVB, noch Werder einen Vorwurf machen, dass man Beste nicht gehalten hat.

Was man allerdings konstatieren muss ist die Tatsache, dass man Bestes eigentliches Potential nicht erkannt hat. Da muss sich vor allem Werder hinterfragen, da man für das in der 2. Bundesliga von Markus Anfang eingeführte und von Ole Werner fortgeführte und weiterentwickelte Dreierkettensystem lange auf der Position des linken Flügelläufers ein Defizit hatte und zu dieser Saison trotz eines 5-Mio-Transfers immer noch hat. Da man beim BVB auf den Offensivaußenpositionen ohnehin nicht unbedingt Flanken als Stilmittel verwendet, ist dieser Aspekt mAn vernachlässigbar. Wobei Lücke durchaus mal die eine oder andere gut getimte Flanke ganz gut gebrauchen könnte, vorsichtig gesprochen.

Bei Führich war es meiner Erinnerung nach so, dass es da im Nachwuchsbereich einige Wechsel zu anderen Clubs und wieder zurück zum BVB gab und er später tatsächlich zu Paderborn in die 2. Bundesliga verliehen worden war. Ich meine, dass er dort auch gut performt hat. Beim BVB gab es zu diesem Zeitpunkt allerdings einen Sancho und man hatte auf den Flügeln noch Ansgar Knauff als vielversprechendes Talent. Man entschied sich jedenfalls auch nach der Leihe nicht dafür Führich zu behalten. Vielleicht war man da zu kurzsichtig, vielleicht hat man sich auch zu wenig mit dem Spieler befasst, ich weiß es nicht.

Noch einmal zu Werder: Letztes Jahr gab es den schon recht deutlich formulierten Vorwurf des an Heidenheim verliehenen Eren Dinkçi an Werder, man hielte seitens seines eigentlichen Clubs kaum Kontakt zu ihm, was die Aufgabe von Clemens Fitz gewesen wäre. Ähnliche Kritik gab es auch von anderen verliehenen Spielern. Wie berechtigt diese Kritik war, lässt sich schwer einschätzen; ein Defizit scheint es diesbezüglich allerdings schon gegeben zu haben.

Wie man dies beim BVB handhabt, weiß ich nicht. Generell gehört dies zu den Punkten, bei denen man viel falsch machen kann (s.o.). Leihen müssen schon äußerst professionell gehandhabt werden.


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