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Heiter weiter mit Gruselstimmung (BVB)

Brulence, an der Ruhr, Freitag, 22.12.2023, 10:46 (vor 791 Tagen) @ yps77

Die Entscheidung, an Terzic festzuhalten überrascht - und irgendwie dann auch wieder nicht.

Man mag den Entscheidungsträgern zugute halten, dass man keinen geeigneten Halbjahres-Trainer findet, um dann im Sommer 2024 mit einem ausgeklügelten Trainer-Masterplan um die Ecke zu kommen. Allein fehlt mir bei dieser Theorie der Glaube.

Vielmehr scheint Watzke von seiner Personalie Terzic besessen. Er, der ohne Not seinem Kumpel Edin bereits zu Saisonbeginn einen Freifahrtsschein ausgestellt hat. Er, der ja lange genug im Geschäft ist, um gute Trainer zu erkennen. Und deshalb leistet man sich in Terzic den siebten Trainer in 8,5 Jahren der "Nach-Klopp-Ära" (Tuchel, Stöger, Bosz, Favre, Terzic, Rose, Terzic).

Dass Terzic das Schiff wieder auf Kurs bringt, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Mangels großer Individualisten müsste er dem Kader eine Struktur verpassen, die das Kollektiv besser macht. Woher dieser Einfall nun kommen soll, erschließt sich mir zumindest nicht. Zumal man gleichermaßen nicht weiß, inwieweit das Verhältnis Trainer/Mannschaft noch intakt ist.
Und so wird bereits der Jahresauftakt mit den Partien gegen die Kellerkinder aus Darmstadt, Köln und Bochum zum absoluten Lackmus-Test. Weniger als 9 Punkte dürften der fragilen und defätistischen Stimmung nicht gerade zuträglich sein. Wahrscheinlicher ist eher, dass das schwelende Feuer ein Loderndes wird.

Ehrlicherweise liegen die Probleme nicht nur in der Personalie Terzic begründet. Sie sind derart mannigfaltig, dass man in der aktuellen Gemengelage erhebliche Sorge (so man sich fußballerisch sorgen mag) haben muss, dass wir gerade dem Ende einer Ära beiwohnen. Nicht, weil ich dauerhaft 5-6 Vereine sähe, die an uns vorbei rauschen. Aber den Anspruch an den zweiten Leuchtturm, an einen Verein, der sich selbst als ambitionierter Herausforderer im Kampf und nationale Titel sah, der für aufstrebende Talente stets als Sprungbrett diente, das könnte jäher beendet sein als wir "Echte Liebe" sagen können.

Man mag das Bild der Steine bemühen, die es umzudrehen gilt - denn im Sommer 2024 muss jeder Stein sitzen. Das ist eine Plattitüde, ohne Frage. Denn natürlich ist besser, mehr richtige als falsche Entscheidungen zu treffen. Und doch sind wir gerade an einem Punkt, an dem es um grundsätzliche Ausrichtungen, Strategien und Strukturen geht (Sascha hatte das vor Kurzem in einem seiner Posts gut beschrieben). Wofür will Borussia eigentlich stehen? Welche fußballerische Ausrichtung verfolgt der Verein und handelt er entsprechend konkludent? Was sind realistische Ziele, die man sich hier auf die Fahne schreiben kann?

Borussia hat sich aktuell in die schwierigste Situation der vergangenen Dekade manövriert. Druck auf Geschäftsführung und Trainer sowie ein für die eigenen Ansprüche grauenhafter Kader ohne Tafelsilber. Man konnte schon rosiger in die Zukunft blicken.


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