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Chelsea hat auch keine „Holding Six“ laut René Adler (Spieltage)

koom, Montag, 14.08.2023, 10:25 (vor 885 Tagen) @ Smeller

Holding Six ist auch ein rein deutsches Ding. Im englischen heißt das Ding "Holding Midfielder". Wenn du danach suchst, findest du schon viel mehr über die Aufgaben des jeweiligen Spielers. Man könnte fast sagen, dass Can bei uns Holding Midfielder spielt.

Dies. Vorweg: "Holding Six" höre ich auch zum ersten Mal und ich höre wirklich viel Spezial-Fußball-Lingo. Ich denke aber, dass ich verstehe, was damit gesagt werden soll. Alternativ nennt man den auch "Ankersechser". Nichts davon hat sich durchgesetzt als Begriff. ;-)

Um mal begleitend was zu schreiben dazu: Die Sechser-Position (also effektiv eigentlich der "defensive Mittelfeldspieler") ist ja eine sehr grobe Rolle. Es definiert gewißermaßen vor allem die Position eines Spielers im Verhältnis zu den anderen, meistens in der "verteidigenden" Rolle der Mannschaft. In dieser sollte diese "Holding Six" (eigentlich nur Six, das "Holding" spielt da weniger eine Rolle) den Raum vor der Abwehrreihe defensiv bearbeiten.
Das "Holding" spielt mehr eine Rolle im Spielaufbau. Der Sechser ist ja mittlerweile im Standing die neue 10 wie einst. Ist auch nicht falsch, da durch hohes Pressing der relevante, gefährliche Spielaufbau eben genau im Übergang von Abwehr zu Angriff passiert, aber diese Position ist halt nicht nur Spielmacher.

Weigl in Bestform war vielleicht eine der besten "Holding Six" nach diesem Schema. Der stand zentral vor der Abwehr, war dort anspielbar und mit simplem Paßspiel sorgte er dafür, dass der Ball trotz hartem Pressing kurz und flach nach vorne kam. Man muss dafür sehr pressingresistent sein, was schlichtweg heißt, dass du anspielbar sein musst trotz Gegnerbewachung und den Ball selten bis gar nicht verlierst. Thiago zu Guardiola-Zeiten war da auch ein großartiges Beispiel.

Nehmen wir mal Can und Kimmich. Can könnte man ernsthaft getrost auch einen Libero vor der Abwehr bezeichnen. Oder "Staubsauger". In der letzten Rückrunde agierte er überwiegend nur in diesem Raum, auch bei eigenem Ballbesitz und sicherte damit die Offensive ab. Im Grunde das, was auch Casemiro oder früher Eilts und Jeremies so machten. Oder die Benders.

Kimmich spielt einen tiefen 10er bei Ballbesitz. Er rückt gerne weit auf, spielt viele lange Bälle. Defensiv ist er nicht präsent als Sechser, was auch die Wackligkeit der Bayern - gerade gegen RB - erklärt. Niemand von den Bayern ist in diesem Raum präsent, das ist halt eigentlich die Kimmich-Zone. Aber der spielt auch defensiv lieber einen "tiefen 10er".

Was Kimmich gerne spielen würde, wäre ein Xabi Alonso zu Guardiola-Zeiten bei den Bayern. Im Sechserraum präsent, gute lange Pässe, in der Defensive mit viel Antizipation den gegnerischen Angriff stoppen (gerne mit "taktischen" Fouls). Andrea Pirlo wäre ein ähnlicher Virtuose, der das sehr gut machte.


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