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Nein, es ist nicht gut! (BVB)

Kris, Mittwoch, 19.04.2023, 15:45 (vor 1216 Tagen) @ Scherben

Wenn als Mindeststandard verlangt würde, kontinuierlich seine Leistung – so gut es an dem Tag möglich ist - zu bringen, für die man eingestellt wurde, was bitte ist daran Bullshit? Natürlich gibt es Verletzungen, Erkrankungen, Rekonvaleszenz, persönliche Umstände, die als Ausnahme gelten. Was sich aber einzelne Spieler immer wieder leisten, indem sie ihr Ego über alles stellen, geht überhaupt nicht. Und mit dieser Meinung stehe ich sicherlich nicht allein.

Jede Saison fängt immer wieder von vorne an. Ich kann hier nicht erkennen, dass sich Fans zu Beginn hinstellen und fabulieren, dass dieses Jahr der Titel geholt wird. Aber hoffen darf man doch, wenn man meint, dass da eine gute Truppe auf dem Platz steht. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Hoffnung und Erwartung.
Aus diesem Saisonverlauf heraus wurde tatsächlich aus Hoffnung etwas mehr, denn der Titel war (oder ist) tatsächlich drin. Wie kann man wichtige Spiele wie das letzte im Titelrennen dann nur so kläglich vergeigen? Ich fasse es immer noch nicht, wie man ein 2:0 so aus der Hand geben konnte. Aber klar, man kann wirklich für alles eine Erklärung finden: Pups quer, oder gerade keine Lust, den Schritt mehr zu machen; Verwaltungsmodus ganz cool ausgespielt; wegen irgendwas beleidigt sein, das gerade nicht so läuft, wie man es gewohnt ist; zu meinen, dass man sich heute nicht an der Abwehr beteiligen muss; persönlich glänzen wollen und dabei die mannschaftliche Geschlossenheit aus den Augen verlieren… Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass immer dann, wenn es um die Wurst geht, die Mannschaft in Teilen oder als Ganzes versagt und die Geschlossenheit zerbricht. Eigentlich sollten genau diese Spiele aber die Spieler zu besonders guten Leistungen motivieren.

Nenne mir mal die Fans eines Vereins, die nicht auf einen Titel hoffen, wenn aus dem Saisonverlauf heraus Anlass dazu gegeben ist. Die selbstverständlich erwarten, dass in aussichtreicher Position von jedem Einzelnen alle verfügbaren PS auf den Rasen gebracht werden.
Frankfurt hat die Europa-League mit weniger Budget jedenfalls gewonnen! Die hatten die Gier, die haben diszipliniert gespielt, haben alles in die Waagschale geworfen und haben das Momentum einfach mal genutzt, die haben alles möglich gemacht, auch wenn einzelne Spieler auf der letzten Rille liefen, während wir damals kläglich und peinlich nach einer 2:0-Führung in LIV gescheitert sind.

Nun ja, man kann wirklich alles relativieren. Ich finde, man sollte aber mal irgendwo anfangen, wenn man etwas zum Positiven verändern will. Ansonsten könnte es passieren, dass so mancher Fan irgendwann, auch nach 30 Jahren, enttäuscht das Interesse verliert. Die Frustrationstoleranz ist auch bei BVB-Fans nicht unendlich. Ich bin jedenfalls immer noch so angefressen, dass ich mir das kommende Spiel nicht anschauen werde.


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