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Nein, es ist nicht gut! (BVB)

Kris, Mittwoch, 19.04.2023, 11:31 (vor 1217 Tagen) @ Scherben

Ich habe keine Ahnung, wann und wo diese Erwartungshaltung entstanden ist, aber ich kann Dir nach 35 Jahren als intensiver BVB-Fan sagen, dass ich mich an keine Zeit erinnern kann, in der diese Erwartungshaltung erfüllt war.

Ist es nicht so, dass doch eigentlich keiner verlangt, dass alle Spiele einer Saison gewonnen werden müssen oder dass Titel erwartet würden oder dass unsere Spieler plötzlich alle wie Messi oder De Bruyne spielen? Wir alle wissen doch, dass das nicht möglich ist. Die Frage ist, WARUM und WIE man Spiele eben nicht gewinnt, und welche Schlüsse man daraus zieht.

Ich persönlich erwarte keine Wunder von unseren Spielern. Aber ich erwarte, dass sie mit Kopf und Herz, Einsatzwillen und Disziplin bei der Sache sind, wenn sie auf dem Spielfeld bzw. im Kader stehen. Es muss möglich sein, sich ein bis zwei Mal pro Woche über 90 Minuten so konzentrieren zu können, dass man seine bestmögliche Leistung an diesem Tag abruft. Wer das nicht kann oder absichtlich nicht tut und seine persönlichen Befindlichkeiten über das Mannschaftsziel stellt, hat mMn in der Aufstellung nichts zu suchen.
Beispielsweise kotzen mich „unerklärliche“ Ballverluste im Aufbauspiel ohne Bedrängnis durch den Gegner ebenso an wie „Spaziergänge“ über das Spielfeld, wenn in höchster Not ein gegnerischer Angriff unterbunden werden sollte. Insbesondere wenn man weiß, dass diese Spieler es viel besser können.
Wenn das in EINEM Spiel passiert, wäre man als Fan vielleicht kurzfristig verärgert, aber nicht so in seinen Grundfesten erschüttert, wie nach dem letzten Spiel, das nur eines in einer Reihe von solchen Spielen ist. Ich finde, dass der Auftritt einzelner, dafür verantwortlicher Spieler dann in letzter Konsequenz auch sanktioniert werden sollte und würde mich nicht scheuen, entsprechende Spieler in der Folge mal auf die Tribüne zu setzen oder ernsthaft über Vertragsverlängerungen nachzudenken. Ich weiß, das klingt hart, aber ich bin immer noch ziemlich fuchsig.

Ganzen Einsatz zu bringen und seinen Job zu machen, für den man (fürstlich) bezahlt wird, egal wie die persönlichen Befindlichkeiten sind, nennt man professionelles Verhalten. In jedem Berufsleben gibt es immer mal Kröten, die man schlucken muss. Es geht nicht immer nach den eigenen Wünschen.
Dass man durch unprofessionelles Verhalten die Saisonziele bzw. die Möglichkeiten, die man sich bis dahin selbst erarbeitet hat, der Reihe nach verkackt, ist nicht hinnehmbar. Fußball ist auch Ergebnissport. Dieses Jahr wäre die Meisterschaft tatsächlich möglich (gewesen). Nicht dass man den Titel ERWARTEN könnte, aber es muss möglich sein, den Willen dazu an jedem Spieltag auf dem Platz zu sehen, und zwar in allen Mannschaftsteilen und als gesamte Mannschaft. Was am Ende dabei rauskommt, wird man dann sehen. Niemand ist böse, wenn man alles versucht und es dann doch nicht erreicht hat, weil andere besser waren oder mehr Glück hatten. Aber aus eigener Kraft solche Nichtleistungen Einzelner wie zuletzt abzuliefern, ist ein No-Go und eine Frechheit gegenüber den Fans, mit deren Geld ja im Übrigen zumindest ein Teil der Gehälter finanziert werden.

Der Verein ist größer als jeder einzelne Spieler!


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