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Reus Einstellung ist der entscheidende Faktor (BVB)

bobschulz, MS, Montag, 17.04.2023, 13:17 (vor 1218 Tagen) @ Phil

Ginge es nur um das Sportliche, würde ich sofort mit Reus verlängern. Einen verdienten Spieler kurz vor der Rente vom Hof jagen, weil er nicht mehr leisten kann, was er Mal geleistet hat ist absolut unwürdig und dafür sollte der BVB auch nicht stehen. So viel Dankbarkeit muss einfach sein.


Es geht doch nicht darum jemanden vom Hof zu jagen. Marco Reus ist ein verdienter Spieler, der hier großes geleistet hat, der hier seit einem Jahrzehnt spielt und viele (auch wichtige) Tore erzielt hat. Dass er in eine Epoche kam, in der der Wettbewerb halbwegs betoniert ist, dafür kann er nur bedingt etwas. Bzw. er war dann nie der Weltklassespieler, der diesen Zustand hätte aufbrechen können. Nicht zuletzt aufgrund seiner vielen Verletzungen. Ob er ohne diese überhaupt so lange beim BVB geblieben wäre, ist daneben natürlich auch anzumerken, aber bleibt spekulativ. Tendenz wohl eher: Ja.

Denn er hat hier natürlich auch außergewöhnlich viel Geld verdient. Auch mit Hilfe von unserem Investor Puma. Zudem ist er wohl schlichtweg nicht wirklich daran interessiert (gewesen) großartig seinen Lebensmittelpunkt aus NRW wegzubewegen.


Dennoch müsen auch sportliche + "Kaderpolitische" Kriterien eine Rolle spielen. Und beides spricht ziemlich gegen eine Verlängerung. Zum einen ist Marco Reus auf dem Wege, während der Laufzeit des neuen Vertrags 35 Jahre alt zu werden. Das allein ist aber natürlich kein Kriterium. Aber es ist eines.

Hinzu kommt seine körperliche Situation in Gänze. Und obendrauf eben dann die Situation, die daraus resultiert. Er wird nicht mehr zwangsläufig immer in der Startelf stehen. Und wie er sich da dann drauf einrichtet bzw. zuletzt (schon gegen Union) verhält, zeigt, dass das gar keinen Wert mehr hat. Aber das schreibst du ja selbst.

Und klar, in der Hierarchie hat selbst ein eher "leiser Vertreter" mit seinem Status natürlich immer Einfluss auf das, was in einem Kader passiert. Und da muss bei uns einfach frischer Wind rein. Wenn man Leistungsgedanken und Mentalität will, braucht man Führungsfiguten im Kader, die eben noch "auf dem Wege" sind und nicht "schon fast am Ende dessen". Und ja, im Sport (ist ja nun nicht der erste Fall) führt dies dann immer mal zu solchen Momenten; wo dann verdiente und große Akteure einfach Platz machen müssen. Da ist Reus nicht der erste. Bzw. wäre er...


Dafür braucht es aber Mut und den Willen, eben solche Veränderungen zu vollziehen. Auch mit dem Risiko, dass dadurch eine Delle entstehen könnte. Und mein Eindruck ist, dass beim BVB die Angst vor der Delle größer ist, als der Mut, hier klare Entscheidungen zu treffen - die aber für die Zukunft wichtig wären.

Stattdessen handelt man halt mit den alten "Köpfen" neue Verträge aus. Zwar deutlich günstiger, als deren bisherigen Kontrakte aussehen, aber immer noch auf einem recht hohen "Verdienstlevel".

Und zugleich nimmt man den Raum, um neue Strukturen und Hierarchien entstehen zu lassen. Leistungsgedanken reinzuholen und schlichtweg das ohnehin eher knapper werdende Geld in etwas neues zu stecken.

Man könnte auch sagen, es ist der bequemere Weg. Zum einen geht man diesem "Konflikt" des "vom Hof jagen" aus dem Wege, zum anderen dürte es schon so sein, dass man mit Hummels, Reus oder Guerreiro erstmal davon ausgeht, doch die Plätze 2-4 "sicherer sicher" zu haben. Weil man weiß" was man daran hat" (und klar, man blendet dann eben auch aus, dass die Herren alle noch einmal älter werden über die Spielzeit 23/24 hinweg).

Und nochmal: Marco Reus hat es sicherlich nicht verdient, dass man ihn hier wegjagt. Das hätte man frühzeitig schon so moderieren können, dass dem auch nicht so wäre. Aber klar ist auch, solch "zickiges" auftreten wie gegen Union oder den VfB bringt dem BVB nichts, wenn er wirklich auch mal noch zu den eh schwer zu erreichenden Sternen greifen will.

Dafür bräuchte es Neues und einen Aufbruch.

MFG
Phil

Sehr schön formuliert!
Appellativ könnte man anfügen:
Auf geht's Marco! 6 Wochen die Backen zusammenkneifen, den Teamgedanken über's Ego stellen- auch wenn das sicher nervt nicht mehr uneingeschränkt Stamm zu sein!- und in 6 Wochen mit der Schale um den Borsigplatz fahren!!
Einen besseren (und tatsächlich möglichen, da krönenden) Abschied kann man doch gar nicht bekommen. Und motivier DEIN Team dazu, dass es sich und Dir diese Chance gibt. Setze mal alle möglichen Hebel für den Teamerfolg in Bewegung und bring den Hebel solange zum Schweigen! Denn die Vertragssituation ist für die letzten Spiele doch nun wirklich sch...egal!
Come on, Marco! Come on, BVB!


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