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Vielleicht war es ja Peter Hermann, der… (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 15.09.2022, 12:09 (vor 1207 Tagen) @ DanVanKes

…für den generellen Matchplan, das entsprechende Vorbereitungstraining sowie die Aufstellung verantwortlich war und unser Team somit überhaupt erst in die Lage versetzt hat, ManCity ratlos wirken zu lassen?

Wir wissen es nicht. Wobei ich davon ausgehe, dass ein solcher Matchplan in der theoretischen Vorbereitung im Trainerteam einschließlich Analysten etc. gemeinsam entwickelt wird. So ist es jedenfalls üblich.

Im übrigen haben wir bereits in der 1. Halbzeit phasenweise situativ in einem 5-4-1 gegen den Ball agiert, wechselweise und fließend aus einem 4-4-2 heraus. Ein Spieler aus dem defensiven/zentralen Mittelfeld hat sich dann in die Viererkette zurückfallen lassen. So wie übrigens auch im Aufbauspiel, dass phasenweise aus einer Dreierkette heraus stattfand.

Wobei die Situation zum Zeitpunkt der Systemumstellung gegen Ende der 2. Halbzeit sicherlich eine gravierend andere und nicht vergleichbar war. Die Kräfte ließen bei diversen Spielern nach und die Umstellungen Guardiolas nach der Halbzeitpause (verbunden mit entsprechenden Aus-/Einwechselungen) verfehlten mit wachsender Spieldauer ihre Wirkung nicht. Das breitgefächertere und personell intensivierte Flügelspiel zog unsere erste Kette vor der Abwehr immer mehr auseinander, sodass allmählich breitere Abstände und sogar größere Löcher entstanden. Diese Lücken konnten durch das im Vergleich zur 1.Halbzeit schnellere, direktere und druckvoller Passspiel ManCitys dann auch mehr und mehr genutzt werden, zumal sich Haaland auch vom Sturmzentrum immer mehr in den Halbraum zurückzog, um in diese Lücken stoßen zu können.

Diese Spielentwicklung war offenkundig und die Analysten auf der Trainerbank werden schon die genauen Mechanismen erfasst und darauf aufmerksam gemacht haben. Man musste von BVB-Seite einfach reagieren. Bei der Frage wie dies zu geschehen hätte, dürften die Analysten sicherlich ebenso ihre Hinweise gegeben haben wie die übrigen Mitglieder des Trainerteams. Die Entscheidung trifft am Ende natürlich der Chefcoach, aber es ist nie eine ‚einsame‘ Entscheidung. Weder die des Chefcoaches, noch die eines seiner Assistenten. Wobei immer auch die personellen Alternativen auf der Bank eine Rolle spielen. Nicht für jede Position gab es einen einigermaßen adäquaten Ersatz auf der Bank, insbesondere das defensive/zentrale Mittelfeld betreffend.

Wenn man aus dem Rathaus kommt, ist man bekanntlich immer klüger. Während des Spiels hätte ich persönlich für die letzten 20 Minuten eher die Kette vor der Viererabwehrreihe verstärkt, denn diese wurde mehr und mehr auseinandergezogen, hier entstanden die Lücken. Und hier wurden sie vor beiden Gegentoren auch nicht mehr zugelaufen, auch weil die Kräfte offensichtlich nicht mehr gereicht haben.

Wenn man aus dem Rathaus kommt, ist man bekanntermaßen immer klüger. Während des Spiels hätte ich persönlich so ab der 70. Minute die Hereinnahme von Brandt (für Reus) und Hazard (für Reyna) und die Positionierung beider Spieler in eine Fünferkette vor der Abwehrreihe für sinnvoll erachtet. Einen Spieler an der Mittellinie zu belassen wäre mMn auf jeden Fall wichtig gewesen, da diese mindestens einen Gegenspieler bindet bzw. die Positionierung der gegnerischen Innenverteidigung beeinflusst. Ob dies weiterhin Modeste hätte sein können oder Moukoko oder Adeyemi ist dann andere eine Frage.

Wie gesagt, es musste eine Entscheidung getroffen werden und es war vielleicht nicht die glücklichste. ManCity verfügt aber auch über die Cleverness, die Neuorientierungsphase des Gegner eiskalt auszunutzen. Und man Mannes nicht oft genug betonen: Hinterher ist man immer schlauer.

Ich persönlich bin froh, das wir ein taktisch hervorragendes Spiel abgeliefert haben und eine der besten Mannschaften der Welt mit einem der besten Trainer der Welt vor große Probleme gestellt haben und am Rande einer Niederlage hatten. Dafür kann man sich nichts kaufen? Doch. Z.B. das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Und auch das Lernen aus der einen oder anderen eher unglücklichen Entscheidung.


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