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Es ist gut für uns (Fußball und Sport allgemein)

ersiees, augsburg, Montag, 18.07.2022, 14:46 (vor 1285 Tagen) @ koom

Stimme ich dir zu. Aber: Angriffe von außen sehen gut aus, aber die große Gefahr entsteht auch dort im Zentrum. Von der Torauslinie selbst erzielt man kaum ein Tor. Entweder dribbelt der Spieler in diesen Bereich (ala Robben) oder es gibt den Paß in den Rückraum. Dieser "Zwischenlinienraum" oder "Halbraum" ist ja deswegen auch so begehrt, weil dort die Zugriffsprobleme zwischen Verteidigung und Mittelfeld entstehen.

Theoretisch ist die Dreierkette eine Antwort darauf, weil sie ermöglicht, dass ein Verteidiger konsequent und frühzeitig attackieren kann. In der Praxis sieht man das aber praktisch nie, schon gar nicht in einer offensiven Dreierkette. Gute Fünferketten-Interpretationen nutzen sowas, aber die sind auch eher was für den Underdog.

Wenn das so offensichtlich ist, warum macht man trotzdem nichts für den Bereich? Man setzt einfach darauf, dass die personelle Anzahl in der Offensive ausreicht, um dort eine stabile Zirkulation zu erreichen und den Gegner so sehr einzuschnüren, dass ein Weg für den Konter zu weit wird. Die Bayern machen das ganz gut, der BVB machte das unter Rose und auch sonst viel zu wenig. Diese typische Spielweise, wo man im Ballbesitz ein U um den Strafraum bildet und zirkulieren lässt, ist dabei der typische Ausdruck. Der BVB war da IMO zu sehr abschlussfixiert und hat lieber früh einen schlechten Torschuss oder Dribbling gemacht.

Zum ersten Absatz: Hier muss man ja schon unterscheiden, wie sieht die Kontersituation aus? Ist es ein 3 gegen 3 oder 4 gegen 4 Konter, oder kommt der Gegner gar in einen Überzahlkonter? In einem Überzahlkonter des Gegners wirst du immer die Problematik haben das sich entweder auf den Außen Räume bieten oder eben im Zentrum, wenn der Gegner diese Räume gut über die Außen freispielt. Also gilt es solche Überzahlkonter für die Gegner zu vermeiden. Problem dabei, der BVB ist gegen die meisten Gegner im Ballbesitz gefordert. Die meisten Gegner können mit einem 0:0 oftmals gut gegen den BVB leben und umso länger das Spiel dauert, desto mehr ist der Druck beim BVB und im Worst Case Szenario ergeben sich eben so mehr Überzahlkontersituationen für die Gegner bei Kontern. Gut, für solche Überzahlkonter- besonders um diese eben auch wirklich ausgespielt zu bekommen, brauchst du selbst auch eine gewisse Qualität. Vorteil BVB, meistens jedenfalls. Sprich viele halbwegs gute Kontermöglichkeiten, werden oftmals nicht gut genug ausgespielt.

Zum mittleren Absatz: Ich bin zwar kein Fussballfachmann aber die Dreierkette hat ebenso ihre Nachteile. Wie du selbst schreibst, es entspricht eher dem Underdog Fussball. Wenn der Gegner favorisiert ist und du somit das Zentrum schneller verdichten kannst in der letzten Linie, ist es eben einfacher hier die Räume zu schließen. Was ich ebenso als Problem sehe, so eine Dreierkette muss ähnlich zum favorisierten Pressingsystem einstudiert sein. Ein gelernter IV in einer Viererkette, der weiß normal was sein Job ist. Egal ob als rechter oder linker IV, man ist abgestimmt. In einer Fünferkette sind die Abläufe halt schon etwas anders und je nachdem wie tief man stehen möchte (was beim BVB meistens halt auch nicht zu tief sein darf) ist auch hier eine unterschiedlichste Interpretation in viele Richtung denkbar und auch schon umgesetzt worden. Ja Tuchel hat mit Chelsea damals City im CL Finale eindrucksvoll ausgekontert.

Zum letzten Absatz: Schwer mit dem BVB zu vergleichen. Die Bayern verfügen durch Spieler wie Kimmich über eine ganz andere individuelle Qualität (leider) wo schon ein tödlicher Pass zum Gamechanger werden kann, wenn ich von diesem zirkulierenden U ausgehe, welches du ansprichst. Ich denke der BVB tut gut daran seine Spielanlage anders auszulegen, eben auf die doch etwas kollektivere Schiene ausgelegt. Schwer in Worte zu fassen, weil jedes Team- auch die Bayern in erster Linie übers Kollektiv kommen müssen, um letztlich erfolgreich zu sein.

Ich hab Terzic damals anders wahrgenommen, auch was die Spielanlage angeht, auf die er sich fokussiert hat. Gut die Ausgangslage war damals eine etwas andere, zum Zeitpunkt als er übernommen hat. Ich hatte das Gefühl er legt großen Wert auf einen gezielt ausgespielten Umschaltmoment, sofern der Gegner diesen abgibt bzw. man sich selbst in die Position bringen kann, einen solchen Moment zu erzielen. Auch der BVB wird nicht drum herum kommen, gezielt auf Ballbesitzzirkulation zu gehen! Die Frage die sich mir hier stellt, versucht man eher den schnellen Risikopass, sofern sich die Option dazu halbwegs ergibt, oder spielt man 10x zurück :rolleyes:
Ersteres trifft wohl auf Edin zu und ich denke das er hier etwas starkes entwickeln kann, wenn man ihm etwas Zeit gibt und ggfs die richtigen Nachverpflichtungen zum Winter oder spätestens zur neuen Saison tätigt.
Man muss abwarten wie sich gewisse Spieler ins neue System einfügen (können) und wo der beste Fit ist im Kollektiv.

Ich meine wenn man über solche Dinge spricht, reichen die paar Zeilen meist gar nicht aus und wie gesagt, da ich kein Trainer oder Fachmann in dem Bereich bin, ist es auch nur meine ganz subjektive laienhafte Meinung, die ich gerne korrigiert wissen will- sofern der ein oder andere Trainer hier mitliest.


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