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BVB U23 (?) vor Leihe von Ian Maatsen (LV)? (BVB)

Nietzsche, Donnerstag, 12.05.2022, 14:40 (vor 1584 Tagen) @ Freyr

Ok, Du hast es so gewollt! ;-)
Das ist übrigens freundlich und fröhlich gemeint. Lass uns einfach ein paar Erbsen zählen und Bananen biegen, ok?

So, kommen wir zu den Details:

1. Eine matheamtische Annahme wird durch ein Gegenbeispiel widerlegt.
In diesem Zusammenhang ist der Satz falsch.

2. Im Alltag ist das aber nicht so streng. Stimmt der Satz da? Nein!
Ein Gegenbeispiel ist niemals eine Bestätigung für die Regel. Die These, dass eine Regel existiert, wird niemals durch Gegenbeispiele gestützt! Die Regel kann trotzdem existieren, klar, aber die Gegenbeispiele sind kein Argument dafür.

Betrachtet man das so, dann bestätigen Ausnahmen nicht die Regel. Sie sind immer noch Gegenargumente. Vielleicht nicht stark genug, um die Regel zu widerlegen, aber keinesfalls eine Stärkung!

In diesem Zusammenhang ist der Satz auch falsch.

3. Die von Dir gut recherchierte juristische Definition. Nur hier ist der Satz richtig!
Aber leider hast Du das falsch verstanden.

Ich erkläre es an einem Beispiel:

An einem Strandabschnitt steht ein Schild "Nacktbaden erlaubt".
Wenn es hier explizit erlaubt ist, muss es normalerweise verboten sein. Die Ausnahme für diesen Bereich bestätigt also, dass es die generelle Regel gibt, dass Nacktbaden verboten ist.

Es geht hier nicht darum, Fälle zu zählen, sondern darum, dass etwas explizit gesagt wird. Daraus folgt dann logisch, dass sonst etwas anderes gilt, auch wenn es nicht gesagt wird.

PS:
Kurze Antworten zu Deinen Argumenten

In der Regel fahre ich nach BVB-Spielen direkt nach Hause. (aber es kommt auch selten vor dass ich in der Kneipe versacke).
In der Regel sind alle Fabrizio Romano-Gerüchte Müll. (aber er hatte auch schon mal, zufällig, einige male richtig getippt)
In der Regel ist Frühstück eine Mahlzeit in den Morgenstunden. Aber für den Mann/Frau die um 19 Uhr aufgestanden ist, war Frühstück um 20 Uhr. Trotzdem wird Jeder beim Wort Frühstück an 6-10 Uhr denken, vollkommen egal ob es Ausnahmen gibt.
In der Regel hat das Möbelgeschäft am Sonntag zu. (außer am 500-Jahrfest, da durfte es öffnen)
In keinem dieser Fälle widerlegt die Ausnahme die Regel.

In keinem dieser Fälle bestätigt die Ausnahme die Regel!
Du versackst in der Kneipe. Das ist kein Beleg dafür, dass Du sonst nach Hause fährst.
Ein Gerücht stimmt. Das ist kein Beleg dafür, dass sie sonst meist falsch sind.
Wenn jemand um 20 Uhr frühstückt, ist das kein Beleg dafür, dass man unter Frühstück irgendwas zwischen sechs und zehn Uhr versteht.
Dass ein Möbelgeschäft an diesem Sonntag auf hat, belegt nicht, dass es sonst an Sonntagen geschlossen ist.

Ich hoffe, Du erkennst, dass für diese Fälle "Ausnahmen bestätigen die Regel" nicht passt. Der Satz ist in diesen Zusammenhängen einfach falsch.

Kommen wir zu der allgemeinen Redewendung: Ausnahmen bestätigen die Regel

Der eigentlich Ausspruch findet seinen Ursprung bei Cicero. Er schrieb:
"Wenn eine Ausnahme bewirkt, dass es nicht erlaubt ist, muss es notwendigerweise dann, wenn keine solche Ausnahme besteht, erlaubt sein."
(Quod si exceptio facit ne liceat, ubi <non sit exceptum, ibi> necesse est licere.)
Daraus entwickelte sich im römischen Recht der Ausspruch: "Die Ausnahme bestätigt die Regel in den nicht ausgenommenen Fällen."
(exceptio probat regulam in casibus non exceptis)

Jau!

Das ungefähr so interpretiert werden kann. Wenn man bei einer Annahme und 100 möglichen Szenarien nur 1 Gegenbeispiel einfällt, dann treffen die anderen 99 Beispiele zu und wir haben eine Regel gefunden. Also etwas "üblicherweise Geltende".

Nein. Selbst wenn ich so vorgehe und eine Vielzahl von Fällen betrachte, stimmt die Behauptung nicht.
Ich finde die Regel durch Zählen und Gegenüberstellen der Ergebnisse. Wie viele Fälle waren a, wie viele b? War a mehr, so habe ich eine Regel, auch wenn es einige b gibt.
Aber das Vorhandensein von b macht die Existenz der Regel nicht wahrscheinlicher oder plausibler! Gegenbeispiele sind immer ein Grund zur Skepsis und schwächen die Behauptung, es gäbe eine Regel.

Wenn einem jedoch 50 Beispiele dagegen einfallen und 50 dafür, haben wir keine Regel.

Sehr schönes Argument! Wenn doch Ausnahmen die Regel bestätigen, dann müssten 50 % Ausnahmen ja ein besonders starkes Argument für die Existenz einer Regel sein, oder?
Oder anders gefragt: Bis zu welcher Prozentzahl sind Ausnahmen denn eine Bestätigung der Regel und ab wann sind sie eher ein Argument gegen die Regel?

Nun ist das streitbar ob die Ausnahmen die Regel bestätigen oder doch eher die "Nicht-Ausnahmen".

Nein. Es ist ganz einfach. Ausnahmen schwächen die Regel. Es mag sein, dass irgendwas "in der Regel" zutrifft. Aber eine Ausnahme ist niemals eine Bestätigung dafür!

Aber deine Korrektur ist nicht richtiger.

Doch, meine Korrektur war vollumfänglich korrekt. ;-)
So, meine Bananen sind gebogen, alle meine Sandkörner gestapelt und die Erbsen sind gezählt.
Deal? ;-)


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