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Kicker: Die kicker-Elf des 29. Spieltags (mit Brandt) (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 11.04.2022, 23:14 (vor 1621 Tagen) @ Talentförderer

Immer gerne. ;-)

Hab ich mehr von Brandt erwartet? Ja.
Hat Brandt seit Jugendtagen mit dem Potential. Talent und Fähigkeiten mehr versprochen? Ja.

Brandt deswegen die Bundesligatauglichkeit absprechen weil er ja so ein Stümper ist? Sicher nicht, wenn man seien Scorerwerte sieht. Da kann man dann auf jeden einzelnen Fehlpass mit dem Finger zeigen, das mag nerven, aber spielerisch gibt es bei uns keinem der ihm das Wasser reicht. Und wenn der besser abgesichert ist, sind sogar die Fehlpässe verkraftbar.

Das mit der ‚Absicherung‘ von Offensivspielern mit Neigung zu Risikopässen, Unkonzentriertheiten und/oder ausgeprägter Abneigung gegenüber Defensivarbeit ist so eine Sache.

Im Kollektivfußball haben solche Spieler keinen Platz, da hier jeder einzelne Spieler sowohl offensiv wie defensiv seine Aufgabe immer voll erfüllen muss, damit das Spiel der Mannschaft als Ganzes funktionieren kann. Ein ‚Sonderspieler‘ inklusive einer ‚Sonderabsicherung‘ würde die gesamte Statik des Spieles derart ins Wanken bringen, dass es nicht mehr in der notwendigen Weise ablaufen könnte.

Eine sehr seltene Ausnahme war vielleicht Messi bei Barça unter Pep. Nicht nur Kloppos Pressing/Gegenpressing-Umschaltfußball war/ ist Kollektivfußball, auch Peps Fußball in Barcelona war es (wenn auch auf eine andere Art). Nur war dieser Pep-Fußball derart perfektioniert, die Spielweise derart von den einzelnen Spielern internalisiert, dass dies einen Messi auffangen und ihm offensiv alle Freiheiten gestatten konnte. Je weniger perfekt diese Spielweise im Laufe der Jahre aus diversen Gründen aber funktionierte, desto weniger konnte man so einen defensiv nicht existenten Messi abfedern.

Sieht man vom ‚Sonderfall‘ Messi und Barça/Pep einmal ab, so muss man sich entweder als Trainer vom Kollektivfußball oder von einem Spieler der geschilderten Art verabschieden. Rose ist auf Kollektivfußball fixiert und ob da zukünftig Platz für Brandt sein wird, versehe ich einmal mit einem Fragezeichen.

Interessanterweise hat Brandt ja in der einen Halbsaison in Leverkusen unter Bosz auf der Zehnerposition bzw.. auf der Doppel-10 neben Havertz in toto auffallend gut funktioniert. Er konnte nach Herzenslust Risikopässe spielen und musste sich nicht um Defensivarbeit kümmern. Die nahm ihm die Wand aus Aránguiz und Baumgartlinger hinter ihm ab. Überhaupt war am Ende das gesamte Spiel der Defensive der Pillen darauf ausgerichtet, dass Brandt und Havertz sich offensiv austoben konnten. Der Spielaufbau lief daher auch hauptsächlich über die Außenbahnen. So erreichte man am letzten Spieltag noch so gerade eben den vierten Platz und somit die CL-Teilnahme.

Eine solche Maßnahme verlangt allerdings eine gehörige Portion Pragmatismus von einem Trainer. Nicht jeder ist willens oder in der Lage dazu. Erstaunlich genug, dass es ein Peter Bosz war.

Thomas Tuchel war es bei uns ebenfalls. In seine zweiten Saison bei uns war Dembélé quasi unsere Lebensversicherung Inder Offensive. Nur war Defensivarbeit ein Fremdwort für ihn und seine Neigung zum Risikospiel sorgten immer wieder auch für Ballverluste, die er nicht zu korrigieren gedachte. Tuchel zog die Konsequenz daraus, ließ Dembélé Inder Offensive sein Ding machen und sicherte ihn mit Durm hinter ihm ab. Das sicherte uns am Ende sehr knapp die CL-Teilnahme und ließ uns im Pokal triumphieren.

Wenn unser Ziel aber eigentlich höher gesteckt ist, reicht ein solches Vorgehen allerdings nicht aus, da Brandt zwar ein offensiv sehr befähigter Spieler, aber eben auch kein Messi ist und die Mannschaft keine kollektive Spielweise derart verinnerlicht hätte, um mit ihm in einer entsprechenden Sonderrolle spielen zu können.

Aber vielleicht täusche ich mich auch und in Brandt schlummert ein Offensivmix aus Messi, Dembélé und CR7, was jegliches Zuschneiden des Spiels auf ihn rechtfertigen würde.


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