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Benotungen besser mit Zurückhaltung begegnen (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 11.04.2022, 14:47 (vor 1621 Tagen) @ CHS

Es waren auch 2-3 Böcke im Mittelfeld drin.
Ich fand die Leistung abseits der Tore auch eher dünn.


Tja, der Kicker bewertet seine Leistung mit der Note 2 und ernennt ihn zum Spieler des Spiels (Notenbester Spieler). Die gleiche Note hat Brandt von den RN erhalten. Sport.de hat sogar die Note 1,5 rausgeholt.

Gruß

CHS

Vielleicht sollte man sich schlicht von dieser Notengebung trennen oder sich zumindest nicht von ihr in seiner eigenen Meinungsbildung zu sehr beeinflussen lassen.

So eine Benotung beinhaltet immer einen gehörigen Teil an Subjektivität. Das Vertrackte am Fußball ist dabei, dass er einerseits ‚einfach‘, andererseits aber auch ‚komplex‘ ist.

Ein Spieler (jetzt ist definitiv nicht Brandt gemeint) mag zweimal in einem Spiel eigentlich unplatzierte Schüsse auf das gegnerische Tor abgeben, die von einem Spieler der anderen Mannschaft jeweils unhaltbar für den eigenen Keeper abgefälscht werden. In der ‚Benotung‘ wird sich dies für den Schützen eher positiv ausdrücken, obwohl er im Prinzip nur zweimal schlecht geschossen hat. Für den gegnerischen Spieler wird es sich eher negativ ausdrücken, obwohl er zweimal lediglich angeschossen wurde und den Schüssen auch gar nicht ausweichen konnte. Und auch für den Keeper werden diese Treffer eher negativ bewertet, obwohl er sie überhaupt nicht verhindern konnte.

Dabei kann es durchaus sein, dass Keeper und Abwehrspieler insgesamt einen sehr wesentlichen positiven Beitrag zum Spiel des eigenen Teams beigetragen haben und der Torschütze diesbezüglich eher ein Negativfaktor war.

Trainer sind im allgemeinen in der Lage, Gesamtleistungen und Gesamtergebnisse etwas differenzierter zu betrachten, weil sie Leistung und Ergebnis durchaus jeweils für sich betrachten können und so eher einschätzen können, wie sie sich tatsächlich bedingen.

Benotungen sind beliebt, da sie den unterschwelligen Wunsch vieler nach Kategorisierung, nach Katalogisierung und auch nach Vergleichbarkeit auf griffige Weise bedienen. Ob sie allerdings das Gesamtbild des Benoteten stimmig und fair widerspiegeln, ist eine ganz andere Frage.


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