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Habeck ruft Frühwarnstufe im Notfallplan für die Gasversorgung aus (Politik)

Ulrich, Mittwoch, 30.03.2022, 10:40 (vor 1373 Tagen) @ Gargamel09

Ist dann nun mal so, was soll man machen, wenn einer ein Krieg anfängt und dann noch andere Länder erpresst, dass sie weiterhin nach seiner Pfeife tanzen sollen. Beste daraus machen, was anderes bleibt Europa nicht übrig. Moralisch so oder so die beste Lösung, als Putin jeden Tag weiterhin mehrere 100 Millionen zu überweisen.
Am Ende gibt er dadurch seiner Wirtschaft noch den Todesstoß, den sein Nachfolger nicht mehr auswetzen kann, weil bis dahin niemand mehr von Russland Rohstoffe kaufen wird

Wir haben es uns in der Tat nicht ausgesucht. Und wir können nicht so tun, als gehe uns das ganze nichts an.

Es gab gute Gründe, dass wir nicht von uns aus auf den Bezug von russischem Erdgas und Erdöl verzichtet haben. Aber wir dürfen uns auch nicht von Putin vorführen lassen. Die Lieferverträge laufen ganz überwiegend in Euro oder Dollar, wenn die Lieferunternehmen jetzt Rubel verlangen würden, dann wäre das ein Vertragsbruch.

Aber auch für Russland wäre ein Kappen der Lieferungen ein Risiko. Bereits jetzt müssen die Unternehmen dort 80 Prozent ihrer Einnahmen in anderen Währungen bei der Russischen Zentralbank in Rubel umtauschen. Das stützt die Währung ganz extrem. Fallen diese Einnahmen weg, dann droht dem Rubel ein Absturz ins Bodenlose. Ein Lieferstopp dürfte auch für die westlichen Töchter der russischen Konzerne massive negative Folgen haben, es drohen Insolvenzen.

Wie schon Corona zerreißt auch dieser Krieg über den Bereich von Öl und Gas hinaus zahlreiche Lieferketten. Metalle und Metallerze, Kunstdünger, Getreide, und, und, und. Mittlerweile ist Ruß knapp geworden. Dieses wird z.B. in der Reifenindustrie eingesetzt und stammte bisher zu beträchtlichen Teilen aus Russland. Und das ist nur ein Beispiel. So gut wie überall wird man neue Lieferanten finden, aber das dauert. Teilweise Monate, teilweise aber auch Jahre.

Entscheidend für die Auswirkungen auf Deutschland dürfte u.a. sein, wie entschlossen wir reagieren. Im Bereich der Kohle-, Öl- und Gaslieferungen ist bereits mehr passiert, als zu erwarten war. In anderen Bereichen aber tun wir noch immer so, als ob uns das ganze nichts anginge. Irgend jemand tritt immer auf die Bremse. Mehr Erdgasförderung in Deutschland - nicht mit uns! Mehr Ausbau von Windenergie in NRW, Bayern, etc. - nicht mit uns! Tempo 80/100 auf Landstraßen/Autobahnen - nicht mit uns!. Und auch privat muss niemand "die Welt retten". Wir alle sollten uns aber fragen, was wir ohne große individuelle Komforteinbuße tun könnten.


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