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Diallo gegen Hummels auszutauschen war ein riesiger Fehler (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Mittwoch, 29.12.2021, 01:43 (vor 1485 Tagen) @ Kruemelmonster09

Hummels zu holen und dafür Diallo den Abgang nahe zu legen, war ein riesiger Fehler. Vielleicht einer der größten Fehler der letzten 5,6 Jahre. Nicht, dass Hummels ein Schlechter wäre,aber man griff gehörig ins Mannschaftsgefüge von außen ein.

Man konnte schon das Gefühl haben, dass Diallo einer ist der auf dem besten Wege ist sich zu einer absoluten Führungsfigur und Innenverteidiger internationaler Klasse zu entwickeln. Dass er ein wichtiger Teil in diesem neuen Gefüge war.

Hab den Abgang sehr bedauert.
Aber eine Rückholaktion können wir uns weder leisten, noch wäre es richtig. Alles hat seine Zeit und wenn man einen Weg einschlägt, hat man sich halt entschieden.

Was Diallo anbelangt, so kann es im Nachinein betrachtet in meinen Augen durchaus sein, dass er ein Jahr zu früh zu uns gekommen ist. Er war gerade ein Jahr in Mainz, als wir ihn verpflichtet haben. Bei den 05ern war er damals definitiv der beste Fußballer im Kader und gleich ein Leistungsträger. Dass er Potential für mehr hatte, war durchaus erkennbar. Ich stand seiner Verpflichtung seinerzeit durchaus positiv gegenüber und hatte dem Duo Akanji/Diallo in der Innenverteidigung eine sehr gute Entwicklung zugetraut. Aus heutiger Sicht ist es für mich eher so, dass ihm seinerzeit noch ein weiteres Jahr in Mainz in einer ruhigeren Atmosphäre gut getan hätte.

Aber völlig losgelöst von Diallo und seinem Fortgang zum PSG, die Entscheidung Hummels zurückzuholen war kurzfristig gesehen eine in meinen Augen nachvollziehbare und durchaus nutzbringende Entscheidung. Mittel- und langfristig und vor allem strategisch halte ich persönlich für einen Fehler.

Hummels hatte gerad ein Achterbahnsaison hinter sich. Er spielte in der Vorrunde die wohl schlechteste Halbserie seiner Karriere, war (neben anderen) maßgeblich am äußerst mäßigen Verlauf der ersten Halbserie der Bayern beteiligt und hatte sich obendrein einmal mehr (ebenfalls mit anderen) am Versuch beteiligt, den Trainer abzusägen. In der Nationalmannschaft hatte er keinen Platz mehr und der damals noch mächtige Hoeneß zieht ihm unverblümt, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. Die Bayern wollte ihre Hintermannschaft neu aufstellen und Hummels wie (der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schlecht spielende) Boateng sollten gehen. Und dann spielte Hummels in der Rückrunde die vielleicht beste Halbserie seiner Kartiere. Was die Bayern aber nicht beeindruckte. Man wollte sich verjüngen, zudem war Hummels Geschwindigkeitsdefizit als zu risikobehaftet für die Zukunft identifiziert worden.

Hummels ging und musste auch gehen und die Bayern bekamen sogar noch ordentlich Geld von uns für ihn. Mit seinem Stellungsspiel, seiner immer noch sehr guten Antizipationsfähigkeit und Übersicht sowie seinem Kopfballspiel hat er in der Defensive in der Tat Elemente in die Defensive gebracht, die es so ohne ihn nicht in dieser Form gab. Was auch für die Spieleröffnung, den Spielaufbau und die Spielübersicht gilt.

Nur stelle ich mir schon die Frage, was uns dies alles gebracht hat. Wenn man jetzt einwerfen mag, dass wir ja einen Pokalsieg errungen haben, dann kann man darauf verweisen, dass dieser Pokalsieg am Ende eines starken Sxhlussviertels der Saison stand. Mit einem gesunden Haaland, einem gesunden und in Topform spielenden Sancho und auch Reus sowie einem überraschenden Dahoud. Nicht zu vergessen waren die Bayern frühzeitig aus diesen Wettbewerb ausgeschieden. Ob dieser Pokalsieg nun an Hummels festzumachen ist, dürfte zumindest diskussionswürdig sein. Was die Entwicklung unsere Defensivleistungen und unseres Spielaufbaus seit der Verpflichtung von Hummels anbelangt, kann ich persönlich keine positive Entwicklung feststellen.

Man sollte in diesem Zusammenhang nicht außer acht lassen, dass der in der ersten Saison unter Favre begonnene und sicherlich nicht störungsfreie Neuaufbau unserer Defensive (wobei Akanji ein halbes Jahr vorher geholt worden war) mit der Verpflichtung von Hummels im Prinzip konterkariert wurde. Diallo ging (wie auch immer hier die Zusammenhänge waren und losgelöst davon, ob er tatsächlich die erhoffte Verstärkung geworden wäre), Akanji war irritiert. Dieser hatte sich die Rolle des Abwehrchefs erhofft (die ihm vielleicht auch zugesagt worden war) und fiel in ein Lesitungstief. Außerdem musste bei allen Stärken, die Hummels einbrachte, die gesamte Abwehrarbeit so umgestellt werden, dass seine Geschwindigkeitsdefizite nicht zum Tragen kommen. Dass Hummels auch nicht patzerfrei spielt, ist dabei mMn eher eine Randnotiz.

Dass Zagadou sich als derart verletzungsanfällig erweist, konnte niemand ahnen. Sein Beispiel zeigt, dass man natürlich auch bei einem jungen Spieler mit Potential mit Potential daneben liegen kann. Dennoch halte ich persönlich den Weg für richtig, auch in der Defensive auf junge Talente zu setzen. Die Verpflichtung der etablierten Defensivspieler Schulz, Meunier, Can und auch Hummels hat uns nicht weitergebracht; im Gegentwil blockieren diese teuren Verpflichtungen mit ihren langfristigen Verträgen nun einen in meinen Augen dringend gebotenen Neuaufbau unseres gesamten Defensivverbundes.


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