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Rechte Tendenzen im Ordnungsdienst plus Idioten im Gästeblock (BVB)

pactum Trotmundense, Syburg, Sonntag, 07.11.2021, 16:53 (vor 1814 Tagen) @ extremolo

Warum sollten die BVB Fans in Ostdeutschland darauf verzichten ihren Verein live zu sehen und zu unterstützen? Das Westfalenstadion ist gegen die Rasenballer doch auch immer ausverkauft.

Nichts für ungut, aber wo war denn gestern die Unterstützung? Es geht bei dem Boykott nicht darum Borussia die Unterstützung zu verweigern. Es geht auch nicht darum dem Getränkekonzern Einnahmen zu verweigern. Das sind eh nur Peanuts für diesen Dreck. Es geht um Protest gegen die Zerstörung der deutschen Fußballkultur. Es geht darum Aufmerksamkeit darauf zu richten, was für ein Dreck dieses Konstrukt ist. Aufmerksamkeit für deine Anliegen erhältst du nur über die Medien.

Aber warum sollten die Medien sich für dich interessieren, wenn es nichts Auffälliges gibt? Man kann natürlich wieder mit Gepöbel und Beleidigungen versuchen. Bekanntermaßen hat uns das in der breiten Öffentlichkeit, die sich nicht mit Fußball beschäftigt, ganz viele Sympathien eingebracht und die Medien berichten seitdem besonders kritisch über die Person Hopp und sein Engagement. Oder habe ich das falsch mitbekommen?

Wenn aber Borussen in jedem Stadion der Liga den Block voll machen, außer bei RaBa Fuschl am See, Distributionsstandort Leipzig gibt es Fragen. Auf Sky, Bild, DAZN und andere embedded journalists kann man nicht zählen. Die bezahlen viel Geld dafür, dass sie speichelleckend den Zirkus übertragen dürfen. Die haben kein Interesse daran Essig in ihren Wein zu kippen. Allerdings gibt es eben auch noch richtigen Journalismus mit richtigen Journalisten. Die kriegen solche Sachen sehr wohl mit und befassen sich dann auch mit den Themen, recherchieren, reden mit Betroffenen und Interessengruppen. Solche Journalisten tragen Kontroversen in die Mitte der Gesellschaft und nur da hört man zu und nur da ließe sich etwas bewirken.

Es ist doch so: für die Masse der Bevölkerung sind Fußballfans einfach nur gröhlende Asoziale, die am Wochenende die Bahnen bevölkern und besoffen lautgröhlend nerven. Das Motto "Auswärts ist man asozial" führt dann auch dazu, dass man als solcher angesehen wird. Gepaart mit den medial verbreiteten Horrorszenarien von gewaltaffinen Pyromanen, die im Stadion toxische Männlichkeit ausleben, liegen die Sympathien der Öffentlichkeit sogar eher bei menschenhassenden Multimilliardären, die Rechtsextremismus und Verschwörungsmythen finanzieren und beim hauseigenen Sender verbreiten.

Wenn du das ändern willst, musst du die Sprache der nichtfußballbegeisterten Bevölkerung sprechen. Boykotte, Konsumverzicht und Streiks verstehen die Menschen. Ziel muss es sein nicht mit Hurensohn-Gesängen dem Boulevard eine Empörungswelle zu ermöglichen, sondern das Anliegen in die Rubriken Gesellschaft und Wirtschaft zu hieven. Es darf nicht darum gehen, dass beim Dopa irgendwelche Alkoholiker sich gegenseitig den Empörungsball zuwerfen, damit die Alkoholiker vor den Empfangsgeräten sich als etwas Besseres fühlen können. Es muss darum gehen, dass bei Lanz, Will und wie diese ganzen schrecklichen Formate heißen, darüber gesprochen wird ob RaBa überhaupt eine Existenzberichtigung in der Bundesliga hat und warum die DFL nicht endlich 50+1 konsequent ohne Ausnahmeregelungen umsetzt.


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