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Der Werder Bremen - BVB - Analysethread (BVB)

Poeta_Doctus, Lands Between, Mittwoch, 16.12.2020, 00:25 (vor 2144 Tagen) @ CHS

Hui, was ein Krimi am Ende! natürlich aber aus deswegen, weil vielen Spieler die wenigen Pausen und hohe Spielfrequenz deutlich anzusehen war, aber auch weil wir unsere Dinger nicht versenkt haben.
Ich habe aber - wenn man mal die extrem kurze Arbeitszeit von Terzic bedenkt - schon recht viel Gutes gesehen. Wir hatten deutlich mehr Zug zum Tor, mehr Tempo, mehr Passschärfe, haben generell mehr vertikal gespielt. Klar, wenn man so spielt, kommt auch nicht jeder Pass an. Der Einsatz hat heute definitiv gestimmt. Der Sieg geht auch klar in Ordnung.
Das Negative:
Wir haben versucht, etwas anders zu verteidigen. Dabei hat das Zustellen aber das ein oder andere mal nicht gut funktioniert und auch die Abstimmung im Pressing war ausbaufähig. Aber das ist natürlich nach nur einer Trainingseinheit auch kaum anders zu erwarten. Letztlich hat das Bremen auch nur relativ viel Ballbesitz im Mittelfeld gebracht, wirklich gefährlich wurde Bremen ja nur zweimal. Extrem ärgerlich natürlich, dass dann gerade die erste bremer Chance gleich reingeht. War aber auch sehr leichtsinnig von einem Fehlpass von Akanji eingeleitet worden. Generell gab es heute für mein empfinden noch deutlich zu viele Pässe direkt in den Fuß des Gegners. Kann bei einer vertikaleren Ausrichtung natürlich mal vorkommen, heute gab es aber auch ne ganze Reihe relativ einfacher Kurzpässe, die direkt beim Gegner gelandet sind.
Naja, und dann wäre da die Chancenverwertung. Mit etwas mehr Präzision hätte das durchaus deutlich werden können. Aber so war Zittern angesagt.
Zwei Szenen sind für mich symptomatisch für das Spiel heute.
1. In den letzten 10 Minuten hat Akanji einmal ganz großartig einen langen Ball erlaufen und den fischigen Angreifer angekocht, nur um dann den Ball quer vorm eigenen Strafraum dem Gegner in den Fuß zu spielen (siehe Einsatz da, Fitness und Genauigkeit ausbaufähig).
2. Der Strafstoß von Reus. Riesenchance, fast verdaddelt, aber irgendwie noch rein bekommen (spiegelt das ganze Spiel, aber auch die Chancenverwertung im Speziellen gut wieder).
An Einzelspieler würde ich gar nicht viele herausheben, weil die Teamleistung insgesamt heute gepasst hat. Reus hat sich mMn. etwas verbessert und ein paar gute Chancen eingeleitet, aber natürlich auch so seine Szenen gehabt, wo man sich an den Kopf packt. Moukoko hat mir gut gefallen, vor allem wie er fleißig angelaufen ist und sich auch versucht hat ins Spiel zu integrieren, statt nur im 16er auf Vorlagen zu warten. Sein Abschluss war dagegen natürlich extrem unglücklich. Mit freiem Kopf hätte er davon ein paar ganz sicher zumindest auf den Kasten gebracht. Hoffentlich nimmt er sich das nicht zu sehr zu Herzen. Latent genervt bin ich immer noch von Sanchos Spiel. Seine Dribblings können ja durchaus eine geniale Waffe sein. Aber doch nicht an der Mittellinie praktisch ohne Raumgewinn. Oder am 16er gegen vier Gegenspieler, wenn sein Mitspieler sich anbietet. Er müsste so langsam mal wieder etwas weniger Egoshooter und mehr Teamplayer werden. Wobei er zumindest heute wieder etwas auffälliger war. Also mit Wohlwollen zumindest eine leicht positive Tendenz.

Was macht man nun damit? Ich würde sagen: Abwarten! Der generelle Ansatz, etwas mehr ins Risiko zu gehen nimmt mich jedenfalls mit. Wie gut das alles gegen einen besser besetzten Gegner und nach ein paar mehr Trainingseinheiten läuft, wird sich zeigen. Aber die Generealprobe ist bestanden und es gibt Grund für vorsichtigen Optimismus. Ach ja, und 3 Punkte.

PS: Hat sich heute noch jemand gefühlt, als würde er ein Endspiel anschauen? Ich war nervlich wirklich äußerst angespannt. Auch mal wieder geil.


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