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Wo Moukoko hingehört (nicht der Regionalliga-Strang) (BVB)

Blarry, Essen, Dienstag, 15.12.2020, 23:40 (vor 2144 Tagen) @ CHS
bearbeitet von Blarry, Dienstag, 15.12.2020, 23:48

In der Nachwuchsarbeit gibt es seit etwa einem Jahrzehnt das Bestreben, junge Spieler im Laufe ihrer Entwicklung auf Positionen zu schulen, die ihrer Körperlichkeit entgegenkommen. Das spiegelt die nebenläufige Entwicklung im Herrenbereich, die physisch stärksten, größten, schwersten Spieler in die Abwehr und den Sturm zu stecken, und das Mittelfeld mit kleineren, wendigen, technisch beschlagenen Akteuren zu füllen. Der ideale Achter ist heute eher der Typ Gündogan als Pogba oder Milinkovic-Savic, die dennoch eine für ihre Fleischmasse absurd gute Technik und Beweglichkeit mitbringen. Ebenso werden Typen wie Sven Bender, Javi Martinez und Javier Mascherano verstärkt aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung gezogen, weil sie mit der Zeit im Mittelfeld technisch zu schwach wurden, für Innenverteidiger aber immer noch überdurchschnittlich ballsicher sind.

Danach gehend ist Moukoko mit seinen Einsfünfundsiebzich nicht wirklich ein Stürmer. Wenn er in den Jugendligen da vorne nicht alles kurz und klein geballert hätte, wäre er strafversetzt worden.

Wo ich beim Punkt wäre: noch ist Moukoko im Sturm verschwendet. Keine gute Besetzung. Vielleicht kommt da noch ein Wachstumsschub in die Vertikale, vielleicht wird er sich überarbeiten wie Mario Götze, aber noch vernaschen ihn gegnerische Innenverteidiger mit ihrer Physis zum Frühstück.
Was er aber absolut drauf hat: Läufe in die Tiefe und Breite. Kombinationsspiel mit seinen Mitspielern. Freude am Doppelpass. Eine für einen Stürmer überdurchschnittliche Wendigkeit und Technik, auch wenn da mitunter natürlich noch Unsauberkeiten drin sind. Eine gute Übersicht für den steilgehenden Mitspieler. Und ein enormes Laufpensum und Lust auf Defensivarbeit.

Kurz gefasst: der Bengel bringt viele sehr gute Eigenschaften für einen ordentlichen Außenbahnspieler mit. Davon haben wir ohnehin nicht so viele, wo mit Reyna, Brandt, Reus und Reinier ein Überangebot an spezialisierten Zehnern herrscht. Auf außen würden seine Stärken viel besser zum Tragen kommen als zwischen zwei einsneunzig langen Kühltruhen im Sturmzentrum. Er könnte vertikaler spielen, würde nicht so oft in peinliche Torschusssituationen kommen - die Fehlschüsse werden ohne jeden Zweifel hart an ihm nagen -, und wäre in Sachen Laufbereitschaft und Einsatz eine Bank im Defensivspiel, soweit man das von einem 16jährigen sagen kann. So könnte er Minuten sammeln in einer Rolle, die seinen Fähigkeiten besser entgegenkommt, und sich von dort aus langsam wieder in die Sturmspitze arbeiten. Anderen Spielern haben zwischenzeitliche Ausflüge auf fremde, aber verwandte Positionen desöfteren gut getan.


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