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Guter Punkt (BVB)

Cthulhu, Essen, Dienstag, 15.12.2020, 07:23 (vor 2145 Tagen) @ BeefSG

Der Unterschied ist ein wenig, dass noch keine Karten bei McDonalds angeboten wurden und wir auch weiterhin international mitspielen.
Ich stell mir da so die Frage, was soll ich noch erleben außer eben mich über den stinknormalen Spieltag im Stadion zu freuen, was dann auch so ist.
In den intensivsten Jahren im Stadion (ca. 2003 bis 2013) ging es darum, dass man endlich aus der Scheiße Abstiegskampf und dem langweiligen Mittelfeld rauskommt bzw. nichts mehr über die finanziellen Probleme lesen muss. Dann ging es plötzlich darum die Blauen endlich wieder zu schlagen und letzendlich wieder Titel zu gewinnen. Durch das Erreichen des Europapokals gab es plötzlich neue Gegner. Wer hätte 05, 06 oder 07 gedacht, dass wir wieder gegen Arsenal, Madrid oder Marseille spielen. Wenn man heute mit denen zusammengelost wird, denkt sich ja jeder "ach schon wieder die".

Irgendwie ist da aktuell dramaturgisch so ein wenig die Luft raus und die Saisons gleichen sich. Trotzdem fehlen diese leidenschaftlichen Jahre mit den Hochs und Tiefs und damit auch die Leidenschaft zum BVB und zum Fußball. Die ganzen fußballpolitischen Themen kommen da sehr gelegen, um das ganze Thema noch weiter zur Seite zu schieben.

Das ist ein Punkt, den man tatsächlich überhaupt nicht unterschätzen sollte, dramaturgisch war 2006-2013 eigentlich wie im Film, abgesehen vom Ende.
Trotzdem hat man damals eigentlich fast alles erlebt, was man als Fan erleben kann, Insolvenz, Abstieg und blaue Meisterschaft wurden abgewendet.

Plötzlich Berlin als großes Highlight und trotz bitteren Ausgangs für alle Borussen im Stadion ein Wahnsinnstag - für mich war es das zweite Pokalfinale in meinem Leben und beim Ersten war ich grade vier.

Dann kam Klopp, erst dramatisch die Quali zum internationalen Geschäft verpasst, dann war in der nächsten Saison die CL drin und plötzlich fegt die Mannschaft über die Bundesliga hinweg und danach über Europa.

Dann kam noch ein dramatisches Spiel gegen Real und ein Pokalsieg (bei dem man gefühlt im Pokal nicht ein einziges gutes Spiel gemacht hat) und seitdem sehen die meisten Saisons tatsächlich sehr gleich aus, mal mit Ausreißern nach oben (18/19) oder nach unten (14/15 und dann ist der nächste große Ausreißer 17/18)

Ich habe mit 35 die Borussia als Spitzenmannschaft kennen gelernt, als ich anfing, mich für Fußball zu interessieren - dann kam der Absturz mit Krauss, die kurzzeitige Rückkehr an die Spitze und dann der Niedergang.

Das größte Problem dürfte aktuell die Selbstverständlichkeit und auch latente Unzufriedenheit über den Status Quo sein - wir stehen super da, sind mal über 10 Jahre sehr stabil oben dabei, auf finanzieller Basis weiß ich nicht, ob der Verein jemals besser geführt wurde - trotzdem hat man kaum das Gefühl, dass viel nach oben passieren wird.

Am schwierigsten finde ich eigentlich, dass wir unter Favre wirklich unheimlich viele Spiele gewonnen haben, aber trotzdem keiner zufrieden ist, weil am Ende die Bayern enteilt sind.

Trotzdem verändern VAR, Social Media oder auch die Aufblähung des Spielplans den Fußball extrem. Das sofortige Ausrasten nach einem Tor wird einem ja gefühlt wirklich genommen. Ich frage mich aber schon, ob diese Themen für die nächste jüngere Fangeneration dann noch ein Thema ist, wenn sportlicher Erfolg oder Misserfolg wieder Emotionen auslöst.

Der VAR ist bisher auf jeden Fall eine völlige Katastrophe, zumal er ja auch nicht für mehr Gerechtigkeit im Sport sorgt, wenn ich mir jetzt sowas wie Boateng, aber auch den Elfer für Hertha oder Lazio anschaue - jeder macht mal Fehler, aber solche Dinge dürfen einfach nicht stehen bleiben, wenn man einen VAR hat.
Ich halte derartige Dinge für absolut inakzeptabel, wobei das Projekt für mich innerlich schon tot war, als rauskam, dass Hellmut Krug dort zugunsten der Blauen manipuliert hat. Eigentlich irre, dass so etwas das Schiedsrichterwesen in der Bundesliga nicht in den Grundfesten erschüttert.


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