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Was können denn Watzke, Sammer und Co dafür (BVB)

koom, Freitag, 19.06.2020, 11:59 (vor 2295 Tagen) @ bambam191279

Ich will Favre,Watzke und Zorc hier keinen Freifahrtsschein ausstellen, aber ich glaube dieses moderieren fällt durchaus schwer, wenn Du bei einigen Spielern einfach nicht das Ende der Nahrugskette bist.

Da gibts keinen Einspruch von mir. Gerade die Geldschraube ist ja in den letzten 4-5 Jahren allein so extrem angezogen worden, dass es schwierig ist, die Leute irgendwie zu binden. Kann gut sein, dass man "dank" Corona das jetzt mal stoppen/verlangsamen könnte. Direkt vor Corona hat man teilweise ja sogar schon überlegt, wann (nicht unbedingt ob) der erste Spielertransfer eine Milliardensumme knackt. Krank.

Aber bleiben wir mal im heute. Liverpool ist zweifelsohne auch nicht arm und finanziell einer der Topplayer (zumindest in den letzten 2-3 Jahren geworden). Trotzdem gab es da vor kurzem Vereine, die finanziell deutlich darüber standen. Trotzdem hat man unter Klopp bis auf Coutinho eigentlich keinen relevanten Spieler abgeben müssen. Und ich denke schon das gerade die Goalgetter wie Salah oder Mane dort auch von anderen, reicheren Klubs umgarnt wurden.

Es steckt also schon noch mehr dahinter. Es sind nicht nur die Zeiten, es hat schon auch was mit den Verantwortlichen zu tun.

Nichtsdestotrotz: diese Aufgabe ist sehr schwierig. Nicht unmöglich, aber schwierig. Ich denke, es erfordert höchste sportliche Kompetenz und das Vertrauen in diese Kompetenz von den Leute, die über Finanzen bestimmen.

Just gerade im Kicker gibt es ein Kurzinterview mit Stefan Bell (Mainz 05). Der beklagt auch in klaren Tönen, dass der Mainzer Kader zu sehr aus Top-Talenten besteht, und das die Mischung dadurch nicht stimmt. Man hat früher auf 3 Säulen gefusst: Eigengewächse, Top-Talente und langjährige Spieler. Der letztere Punkt ist halt sehr verkümmert, das ist bei einigen Vereinen, auch dem BVB so.

Die Aufgabe ist, dass man bestimmte Spieler verpflichtet und sie hält, wenn man weiß, dass sie auch in 4-5 Jahren einen weiterbringen. Die dürfen dann auch gerne mal was kosten, und sei es "nur" ein sehr hohes Gehalt. Aber wenn du dann einen Fixpunkt mehr im Team hast, an dem das neue Toptalent sich aufrichten kann, erlangst du insgesamt mehr Stabilität, mehr "Corpsgeist".

Das ist dann auch sicherlich sowas wie ne Charakterfrage. Nicht jeden Spieler dürstet es zwingend nach noch mehr Geld, wenn er eh schon 10+ Mios per anno einstreicht. Aber - siehe Lewandowski - die Perspektive, mit diesem Verein und Umfeld weiter voran zu kommen. Der BVB redet gerne drüber und positioniert sich auch nach außen so, aber effektiv fluktuiert der Kader wie bei einer Talentschmiede, die darauf hofft, dass mal irgenwann alle Sterne sich aneinanderreihen, alle Talente gleichzeitig nen Peak haben und der richtige Trainer dafür da ist, um dann mal an den großen Baum zu pinkeln.


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