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Eines unserer größten Probleme... Identifikation (BVB)

Hässlicher_Ork, Donnerstag, 18.06.2020, 18:20 (vor 2296 Tagen) @ koom

Es ist ein schmaler Grat zwischen Festhalten an Talenten, um eine Mannschaft über Jahre hinweg aufzubauen, und der Attraktivität des Vereins für entwicklungsbereite Spieler. Ein Sancho, Haaland und Konsorten würden nicht zu Dortmund wechseln, wenn wir den Ruf hätten unseren Talenten Steine in den Weg zu legen und trotz Angebote auf Erfüllung des Vertrags pochen. Wir kriegen diese Jungs nur, weil wir ideal als Sprungbrett für die Vereine der grossen Bühne fungieren. Hätten wir Dembele schmoren und trötzeln lassen, hätte Raiola einen anderen Verein für Haaland gefunden.

Wir können die "Gier" und den Fokus auf die Finanzen brandmarken, aber so sehr das Ungleichgewicht zu den Bayern darauf fusst, so sehr konnten wir uns seit Jahren als unbestrittene Nummer 2 etablieren. Wo sind die letzten Meister? Wolfsburg? Stuttgart? Bremen? Das hätten wir nicht erreicht ohne die Lewandowskis, Aubameyangs, Dembeles, Pulisics, Sanchos, deren Karriereträume niemals in Dortmund endeten. Die Fussballromantik, mit 11 Eigengewächsen Titel zu gewinnen, scheiterte schon daran, dass der Dortmunder Junge Götze ausgerechnet zum grössten Rivalen wechselte. Das finde ich bezüglich Identifikation als Fan auch schade, aber es ist eine gesonderte Diskussion vom Vorwurf der mangelnden Einstellung. Can ist kaum hier und setzt Akzente.

Primär stehen da Menschen - egal von wo - auf dem Feld und wenn die Luft draussen ist, fehlen entscheidende Prozente. Das ist meines Erachtens weder böswillig noch eine unanständige Arbeitseinstellung, für die man sich entschuldigen müsste, sondern nur der Beweis, dass im Spitzensport die Luft seit jeher dünn ist und geringstes Nachlassen eine Profimannschaft recht scheisse aussehen lässt. Ich halte nichts davon, am Seitenrand zu stehen und: "Streng dich gefälligst an!" zu brüllen, wenn offensichtlich Sand im Getriebe ist. Es fehlte meines Erachtens die Cleverness und die Ruhe, den Mainzer Abwehrriegel zu knacken. Es hätte der Abend für unsere Führungsspieler werden können, die Mannschaft mitzureissen. Sie waren alle mit sich selber beschäftigt und die Aufweckrufe verpuffen im Leer des Stadions. Das kann auch ihnen passieren.

So bleibt ein verbrauchter Abend: Für uns, die wir uns die Scheisse antaten, und für die Spieler, denen der Frust über die eigene Zahnlosigkeig zunehmend anzumerken war.


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