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Ballzirkulation und Kaderstärken (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 02.09.2019, 23:06 (vor 2454 Tagen) @ Burgsmüller84

Sehr schöner Beitrag. Es fehlen in dem Text nur die Schlüsse, die du ziehen würdest, um für eine Besserung zu sorgen, sowie eventuell auch die Versäumnisse zu benennen.

Wenn es darum geht, Versäumnisse zu benennen, dann ist es immer schwierig bis unmöglich, Dinge zu beurteilen, die man als Nichtbeteiligter eben auch nicht wissen kann. Weder bei den Besprechungen des Trainerteams, bei den Mannschaftsbesprechungen, Besprechungen des Trainers mit mit dem Sportdirektor, den Videoanalysen, etc. bin ich beteiligt, noch beim Training. Auch weiß ich nicht, was hinsichtlich der Kaderplanungen und Transfers, insbesondere bezüglich Anforderungsprofilen, zwischen den Beteiligten beredet wird. Und so manches andere kann ich auch nicht wissen. Was warum getan wird oder eben nicht getan werden kann, das weiß ich eben nicht. Ich kann halt nur das bewerten, was ich während eines Spiels sehe. Und das in den Kontext der durch die Praxis vorgegebenen Umstände stellen und aus dem ganzen meine Rückschlüsse ziehen. Wobei ich ganz ohne Vermutungen dabei auch nicht auskomme.

Was die Optimierungsmöglichkeiten anbelangt, so sind solche theoretisch vielleicht relativ einfach und schnell zu benennen. Sie scheitern jedoch oft genug allein schon an den Praxisumständen. Es ist z.B. schnell gesagt, dass eine Verbesserung der Ballzirkulation durch intensive Trainingsarbeit erreicht werde kann. Nur: Die Zeit für Training ist limitiert. In der Vorbereitung müssen grundlegende Dinge einstudiert werden und dabei z.B. auch neu hinzugekommene Spieler integriert werden. Automatismen bei Spielzügen inkl. Abstimmung von Laufwegen und taktische Ausrichtungen müssen ‚sitzen‘, wenn die Saison beginnt. Spätestens wenn die englischen Woche beginnen, ist überhaupt keine Zeit mehr vorhanden, um mittels Trainingsarbeit effektive Verbesserungen zu erreichen. Das Training in der Vorbereitung muss sich daher daran orientieren, wie das Team generell spielen soll. Die Optimierung der Ballzirkulation erfordert allerdings einen sehr hohen Trainingsaufwand, auch wenn ich nicht unbedingt ein Positionsspiel à la Guardiola aufziehen will. In diese Richtung (überspitzt ausgedrückt) muss es aber gehen, um die sich immer perfekter einigelnden underdogs zu knacken. Nur sprechen wir hier von vielleicht 20% der Punktspiele in einer Saison, während bei 80% der Punktspiele unsere ‚übliche‘ Spielweise ausreicht, um erfolgreich zu punkten, weil uns die Räume geboten werden, die wir für unser Offensivspiel benötigen und die wir meistens auch erfolgreich nutzen (wobei sie Zahlenangabe ein Schätzwert ist; eine detaillierte Prüfung mag einen etwas davon abweichenden Wert ergeben). Dass auch solche Spiele mal verloren gehen können oder Remis enden, weil die Tagesform nicht stimmt, der Schiedsrichter mit Fehlentscheidungen den Spielverlauf beeinflusst oder einfach Pech dabei ist, lässt sich nicht vermeiden und ist am Ende auch nicht entscheidend. Entscheidend ist, ob ich einen enorm erhöhten Trainingsaufwand bei sehr knappen Trainingsressourcen für eine relativ kleine Anzahl an Spielen betreibe, wenn die große Mehrzahl an Spielen dies eben nicht erfordert. Die Beantwortung dieser Frage wird bei unseren Verhältnissen und Erfordernissen wohl eher einen wie auch immer gearteten Kompromiss ergeben und am ehesten in der Mannschaftsaufstellung gegen entsprechende Gegner zum Ausdruck kommen. Eine Geduld und Passsicherheit erfordernde Ballzirkulation lässt sich halt eher mit passsicheren und kombinationsstarken Spielern erreichen als mit Spielern, die ihre Stärke eher im Tempospiel/Tempodribbling haben. Letztere werden zwar auch in einem solchen Spiel benötigt, sollten aber zumindest nicht überwiegen. Was bedeutet, dass solche eigentlich ‚gesetzten‘ Spieler in bestimmten Spielen eben nicht in der Startelf stehen, sondern als Einwechseloption zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Was die Zusammensetzung des Kaders anbelangt, so sollte eine gewisse Ausgewogenheit herrschen. Auch wenn vielleicht bestimmte Spielertypen überwiegen, sollten sie nicht unbedingt dominieren. Und auch wenn die Analyse ergeben sollte, dass auf bestimmten Positionen Spieler mit ‚physischer Präsenz‘ oder auf anderen mit ‚Dynamik’ benötigt werden, sollten diese dann aber auch über ein mehr als passables Passspiel verfügen.


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