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BVB II gegen Kaan-Marienborn abgesagt (BVB)

Jens, Dortmund, Montag, 25.03.2019, 20:14 (vor 2593 Tagen) @ Kulibi77

Wie viele Profis werden denn nach "unten" abgestellt und wie wirkt sich das idR auf die Ergebnisse aus? Die U23 gehört zur Ausbildung der meisten Profivereine, anders als für den Regionalligisten, der ums überleben kämpft und keine Zeit hat.


Es sind ja nicht nur die abgestellten Profis. Auch viele Nachwuchsspieler aus der Jugend kommend können locker über 5000 Euro im Monat verdienen (bereits im Jugendbereich). Das ist auch oftmals der größte Anreiz das Biotop 2. Mannschaft nicht zu verlassen. Und nicht etwa eine sportliche Abwägung.

Wie viele sind das denn wirklich? Und wer sagt, dass das der größere Anreiz ist, als sich wirklich zu entwickeln und Profifußballer zu werden?

Weil sie eben - wie schon beschrieben - selten die Möglichkeit haben, mit 18 bei einem anderen Profiverein unterzukommen. Sie sind eben jung und die meisten Vereine scheuen die Verpflichtung eines jungen Spielers. Zumal sich die Spielweise in den Ligen 2 - 4 in England (und in Deutschland) doch deutlich von der den starken Nachwuchsmannschaften unterscheidet. Am Ende muss ein junger Spieler spielen, spielen und nochmals spielen. Da ist die Reserve natürlich immer die bessere Alternative als in der Championship, League 1 oder 2 auf der Bank zu sitzen.


Das ist doch auch legitim, dass es im U23-Bereich eine Wahlmöglichkeit gibt. Nur ist das in meinen Augen kein gutes Argument diese beiden Bereiche zu vermengen. Entweder ich gehe in den Erwachsenenfußball, mit all den Risiken und Schwierigkeiten, oder ich bleibe eben ein Nachwuchsspieler.

Noch einmal die Frage: wo ziehst du die Grenze? Darf der Regionalligist dann auch keine zweite Mannschaft in der Verbandsliga antreten lassen? Da gilt doch am Ende dasselbe. Natürlich spielen die Jungs dann Erwachsenenfußball, die U23 ist ja nun mal keine Jugendmannschaft mehr. In einer reinen Reserverunde würden sie dagegen weiterhin Nachwuchsfußball gegen andere Nachwuchsfußballer spielen.

Es gilt dasselbe wie oben beschrieben. Selten will ein Regionalligist einen jungen Spieler verpflichten, der noch ausgebildet werden muss. Anders als bei den U23-Mannschaften, bei denen das eben dazu gehört. Du kannst ja mal recherchieren, was mit den U19-Spielern der Vereine passiert ist, die ihre zweite Mannschaft abgeschafft haben. Ein Regionalligist, der aufsteigen will oder um den Klassenerhalt kämpft, wird einen Nachwuchsspieler nur selten verpflichten und dann kommt für den Jungen noch das große Risiko hinzu, dort nur wenig bis nie spielen zu können.


Es ist zwar schwierig das zu vergleichen, aber wenn ich die Leverkusener Jahrgänge nach Abschaffung der dortigen Zweitvertretung und unseren Nachwuchsjahrgängen vergleiche, dann ist der Ausgang mehr oder weniger gleich. Die meisten Spieler spielen in der Oberliga oder Regionalliga, einige niedriger oder überhaupt nicht, wenige im Ausland und wenige in höherklassigen Ligen.

Die Zahl der Dritte Liga und höher spielenden Jungkicker ist beim BVB dann doch deutlich höher.

Über den BVB sind derzeit über 90 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs und der zweiten Mannschaft in den ersten drei Profiligen in Deutschland oder einer ersten Liga im benachbarten Ausland gelandet. Ohne die U23 wäre die Quote deutlich schlechter und damit die Ausbildung erschwert. Ob davon dann am Ende Regionalligsten profitieren würden? Ich bezweifel es. Die Regionalliga ist derzeit voll von Spielern, die einst in den NLZ ausgebildet wurden und die Vereinen damit bessere Möglichkeiten bieten als das früher der Fall war. Auch da lohnt sich ein Blick in die Kader der Teams. Die allerwenigsten kamen aber direkt von der U19 zu diesen Clubs.


Ja, weil es im Moment das System ist. Also produziert es auch dementsprechende Ergebnisse. Es gibt doch überhaupt keinen Anreiz für die Regionalligisten mehr in Talententwicklung zu stecken, denn die jungen Spieler sind sowieso bei den Zweitvertretungen der großen Clubs geparkt.

Das ist recht hypothetisch und wir sind ja wieder an dem Punkt, den ich zuvor nannte und auf den du nicht eingehst. Vereine, die in ihrer Liga ums überleben kämpfen, setzen selten bis nie auf Jugendspieler, weil sie keine Zeit haben, diese zu entwickeln. Sie werden sich immer für den fertigen Spieler entscheiden. Gleiches gilt für die meisten Spitzenvereine. Egal in welcher Liga. Sie brauchen Spieler, die ihnen sofort weiterhelfen. Am Ende werden dann Spieler aus dem Ausland geholt, weil die sofort weiterhelfen und günstig sind. Man kann das System kritisch sehen, aber das am Elend vieler Traditionsvereine die zweiten Mannschaften Schuld sein soll, sehe ich nicht. Ein Blick in die Regionalliga Südwest zeigt ja den Unterschied auf. Waldhof und Saarbrücken machen gerade gute Arbeit und zumindest der SVW wird wohl zurück in die dritte Liga kommen. Und das in einer Liga, in der mit Mainz, Stuttgart, Hoffenheim und Freiburg auch nicht weniger Zweitvertretungen als im Westen dabei.


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