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Bz/dardai dazu (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 01.03.2018, 21:16 (vor 2863 Tagen) @ Ulrich

https://www.bz-berlin.de/sport/fussball/alarm-in-der-bundesliga-immer-mehr-sitzplaetze-bleiben-leer

Eine Studie legt aber nahe, dass den Vereinen immer mehr Zuschauer verloren gehen.

Zersplitterung des Spieltags: Vor allem die Montagsspiele stehen in der Kritik. Hertha-Trainer Pal Dardai (41): „Unser Zuschauerschnitt sinkt, wenn wir nicht samstags um 15.30 Uhr spielen.“

sehendes auge in nähren wir uns italien..


Das ist sicherlich richtig. Aber andererseits scheint mir die Situation in Berlin eine besondere zu sein. Mein Eindruck ist, das Publikum dort "fremdelt" geradezu mit Hertha. Mag sein dass dies auch am Olympia-Stadion liegt das nur bei recht wenigen Partien pro Saison halbwegs voll ist. Ich denke es hat schon seinen Grund dass Hertha seit geraumer Zeit plant ein neues, kleineres Stadion zu bauen.

Stimmt schon, bei der Hertha kommen noch einige Besonderheiten hinzu. Die Clubverantwortlichen haben vor einiger Zeit den Zuschauerzuspruch über einen längeren Zeitraum analysiert, als unabhängig von aktuellen Tendenzen. Als Ergebnis kristallisierte sich heraus, dass die durchschnittlichen Zuschauerzahlen pro Saison gar nicht so stark variieren, wie auf den ersten Blick gedacht. Sicherlich ist der Zuschauerschnitt in einer Zweitligasaison niedriger und er ist höher, wenn man in der Bundesliga im obern Drittel mit spielt. Aber er bewegt sich immer in einem bestimmten Rahmen, unter- und überschreitet bestimmte Marken nicht.es gibt also einen ‚harten Kern‘ an Zuschauern, der immer ins Stadion kommt, und eine begrenzte Gruppe, die bei attraktivem Gegner oder eigenen guten Leistungen kommt. Eine dauerhafte Erhöhung des Zuschauerschnitts ist zwar ein Ziel der Verantwortlichen, scheint aber schwer erreichbar zu sein.

Das Olympiastadion als für Fußballspiele nicht ganz so attraktives Stadion mit Laufbahn ist einer der identifizierten Gründe. Hertha verfolgt schon lange die Idee eines Fußballstadions, dass zwar ein geringeres Fassungsvermögen als das Olympiastadion hätte, von dem man sich aber eine bessere Auslastung und eine bessere Stimmung verspricht. Die Verhandlungen mit denn Senat über ein entsprechendes Gelände haben sich bislang als sehr zäh gestaltet; immerhin ist Hertha ein zuverlässig zahlender Mieter. Auf das Geld will der Senat nicht verzichten, zumal man keinen potentiellen Nachmieter hat. Es ist aber offensichtlich etwas Bewegung in die Angelegenheit gekommen, nachdem man bei Hertha etwas lauter über einen eventuellen Stadionneubau außerhalb der Stadtgrenzen nachgedacht hat...

Hinzu kommen die Auswirkungen der besonderen Historie der Stadt. In den 50ern war man auch im Ostteil der Stadt noch ‚der‘ Fußballclub. Da wirkten die Erfolge aus den 30ern noch nach. Mit dem Mauerbau begann sich dies durch die Isolation zu ändern. Wobei im Westteil der Stadt mit der Einführung der Bundesliga ein regelrechter Zuschauerboom einsetzte. 75.000-80.000 Zuschauer bei einem Bundesligsspiel waren keine Seltenheit. Bundesligafußball war in einer eingemauerten Stadt, in der man keinen Ausflug ins Umland unternehmen konnte, ein Ereignis. Der Zwangsabstieg war da ein Schlag ins Kontor. Der Bundesligaskandal, schlechterwerdende Leistungen der Hertha mit Abstiegen, sich verändernde Demografie der Stadt und ein verändertes Freizeitverhalten ließen den
Zuschauerzuspruch immer weiter sinken. Der Mauerfall brachte hinsichtlich der Anhängerschaft keine große Änderung. Hertha war zum alten Westberliner Club geworden. Der Ostteil bot zwar viel Zuschauepotential, aber mit der Hertha konnte man sich nicht identifizieren. Union ist dabei ein Sonderfall, der mit diesem Phänomen weniger zu tun hat. Ein größeres Umfeld in Brandenburg, aus dem Zuschauer sich rekrutieren könnten, konnte durch die spezifische Geschichte nie entstehen. Das Zuschauerpotential der Hertha bleibt limitiert, obwohl man der Traditionsverein schlechthin in einer Stadt ist, die sich auf 4 Mio Einwohner zubewegt.

Man muss auch berücksichtigen, dass es in Berlin Konkurrenz von anderen Sportarten gibt. Eishockey und Basketball auf nationalem Spitzenniveau, den die Hertha nicht bieten kann. Außerdem ist in Berlin immer irgendetwas los. Popkonzerte, eine vielfältige und große Amüsierszene - die Auswahl ist riesig. Gerade abends. Da liegt Dardai mMn nicht falsch, wenn er samstags um 15.30 h als für die Hertha- Zuschauer bestmöglichen Spieltermin bezeichnet.


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