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Man hätte Tuchel nie abgeben dürfen (BVB)

Blarry, Essen, Mittwoch, 12.07.2017, 10:13 (vor 3107 Tagen) @ Scrutinizer

Dass man sich fachlich wahrscheinlich verschlechtert, ist bedauerlich. [...] Ich hoffe, dass Bosz seinem Ruf gerecht wird, sein Ding stur durchzuziehen


Würde ich auf keinen Fall heute schon von ausgehen. Tuchels Schreckensherrschaft bei uns war ja davon geprägt, dass von den unzähligen Versprechungen und Verführungen der Vergangenheit ziemlich wenig umgesetzt wurde. Wenig minutiöse Adaption an den Gegner, wenig Konstanz und Vertrauen in die eigene Spielidee, Rulebreakerei nur in Bezug auf grundlegende Regeln des Zusammenlebens.

Ich sehe Bosz im Moment ernsthaft als ein methodisches Upgrade zu Tuchel. Beide sind stur, ja. Aber Sturheit kann je nach Kontext, Intention und eingesetzten Mitteln positive wie negative Ergebnisse bringen und Assoziationen auslösen. Tuchel war ja stur um seiner Sturheit Willen. Es wurde in der zweiten Saison doch mehr und mehr zum running gag, dass er die Mannschaft im jeweiligen Spiel so und so spielen ließ, um der Welt zu zeigen wie unterschiedlich er zehn Feldspieler aufm Rasen anordnen kann, völlig losgelöst von Sinn, Zweck und fußballerischem Nutzen.

Das Gute an Boszs Ding ist, dass Bosz ein gutes Ding hat. Seine Idee vom Fußball wirkt auf Anhieb vielfältiger, pragmatischer und näher an der Realität als unsere letzte Saison. Zum Beispiel geht es unter Tuchel wie unter Bosz um Ballbesitz. Aber wo Tuchel beim Spiel mit Ball aufhört, weiß Bosz, dass man dafür erst den Ball haben muss und adaptiert dafür ein menschenverachtend brutales Spiel gegen den Ball. Und wenn man den Ball gewinnt, war der Ball drei Ballkontakte später normalerweise bei Bürki; unter Bosz versucht man in der gleichen Zeit den Ball in Richtung gegnerischen Torwarts zu bringen. Wenns schief läuft, holt man den Ball eben wieder zurück, oder hält ihn doch in den eigenen Reihen. Die gleiche Spielsituation, mit der gleichen grundlegenden Idee von Ballbesitzspiel, lässt sich eben auf unterschiedliche Arten lösen und ausnutzen. Und da, denke ich, werden wir diese Saison viel mehr Vielfalt und Kreativität sehen.

Oh, und was eine weitere Facette des Fachlichen betrifft: Alberto Capellas hat sechs Jahre lang den Nachwuchs des FC Barcelona koordiniert und in der Zeit keine so wirklich schlechte Arbeit abgeliefert. Busquets, Jordi Alba, Marc Bartra, Thiago plus zahlreiche Spieler der Schuhgröße Cristian Tello, Giovanni dos Santos, Martin Montoya. Unsere jungen Spieler sind jetzt nicht in schlechten Händen.


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