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Favre und Götze und Watzke - könnte spannend werden (BVB)

fredisgetränkekiste, dortmund, Mittwoch, 17.05.2017, 10:55 (vor 3157 Tagen) @ Sascha

Die Art wie du den Kader hochlobst und damit versuchst Tuchels Begründung für das nicht konstante Abrufen von Topleistungen zu widerlegen, erscheint mir recht schwärmerisch bezüglich des Kaders und hauptsächlich von der Intention geprägt Tuchel negativ darzustellen.
Da müßte man ja nur eine Liste der Dortmunder Weltmeister machen und kommt zu dem Schluß, daß der Einzige, der wirklich was zum Titel beigetragen hat mittlerweile bei Bayern spielt.

Darüberhinaus ist eine Aufzählung der Titel der einzelnen Spieler nicht der ausschlaggebende Gesichtspunkt, wenn der Kader falsch zusammengestellt ist und Tuchel sich dadurch in der Hinserie dazu gezwungen sieht möglichst viele Offensive im 4-1-4-1 spielen zu lassen.


Liegt für mich alles irgendwo dazwischen. Auf der einen Seite hat der Kader unbestritten ein paar Spieler zu bieten, die für europäische Topclubs interessant sind und ihn mit Sicherheit über das Gros der Liga stellen. Auf der anderen Seite sind einige dieser Spieler natürlich noch sehr jung und der Kader an sich hat (auf hohem Niveau) eine große Breite, aber nur eine recht schmale Spitze.

Wenn man den Kader der Bayern als Vergleich heran zieht, muss man schon zu dem Schluss kommen, dass dort mit einer Innenverteidigung, die sich aus Hummels, Martinez und Boateng zusammen setzt und einem Mittelfeld mit Thiago, Vidal und Alonso schon ein deutlich höheres Grundniveau herrscht.

Allerdings verstehe ich Tuchel dann auch nicht, warum er auf der einen Seite die Jugend hervorhebt und auf starke Leistungssschwankungen verweist (Darmstadt PK), aber von der Mannschaft auch eine extrem hohe Flexibilität fordert. Die hohe Schlagzahl an Rotation in der Hinrunde war nicht nur Verletzungen geschuldet, sondern zum Teil auch gewollt. Und dann sollte diese ständig veränderte Mannschaft auch noch taktisch sehr variabel agieren und teilweise mitten im Spiel die Grundformation wechseln.

Diese sehr hohe Anforderung von Tuchel passt dann für mich auch nicht, wenn er gleichzeitig auf die geringe Erfahrung und sogar taktische Defizite (Frankfurt) verweist.

Die übermäßige Rotation wurde hier des öfteren thematisiert und kritisiert.
Auch wenn ich durchaus ein Freund der taktischen Tüfftelei bin und die Vorteile hinsichtlich der "Belastungssteuerung", des Konkurrenzkampfes und der Spielanteile und damit einer Art Chancengleichheit für jeden Einzelnen, besonders im (zu) dicht besetzten Offensivbereich, nachvollziehen kann, bewerte ich das taktische Anforderungsprofil Tuchels in der Hinrunde als für den Kader und die Spieler überambitioniert und nicht hilfreich.
Ich erkenne aber den Grund, und der liegt unter anderem in der Kaderzusammenstellung, in der die Jungen (Pulisic zB. hat gleich zu Anfang der Saison mit Abwanderung gedroht) ihre Chance haben wollen und den teuren Neueinkäufe, schon alleine wegen der Kosten, die alle Entscheider rechtfertigen müssen, ein Startbonus mit auf den Weg gegeben werden muß.
Da spielt man dann mit möglichst vielen Offensiven im 4-1-4-1 mit Weigl, der zum erstenmal alleine aus dem DM heraus das Spiel aufbauen soll, und stellt fest, daß der Spielfluß nicht funktioniert und die Defensive relativ einfach zu entblößen ist.
Das hat sich im Laufe der Rückrunde mit meistens 2 DM-Spielern und der 3-er-Kette mit Variabilität auf den Außenpositionen stabilisiert.
Zu dem Zeitpunkt ist aber auch klar geworden, daß Götze und Schürrle sich nicht durchgesetzt haben, unter anderem auch deshalb weil Reus überzeugend zurückgekommen ist.

Wenn Tuchel dann in dem Darmstadt-Spiel, dem in der Woche das Elfmeterschießen gegen Union vorausgegangen ist, auf Pischu und Schmelle verzichten muß, Bartra, der bis dahin, mEn, nicht zu überzeugen wußte, auf die Bank setzt, dafür Ginter und vorallendingen Burnic neben Papa in die 3er-Kette stellt, und damit scheitert, dann hört sich der Verweis auf die Unerfahrenheit, besonders wegen Burnic, diskutabel an, ist aber auch nicht völlig von der Hand zu weisen.

MMn. ging es bei der Aussage auch weniger um das konkrete Darmstadt-Spiel, sondern um die Erkenntnis, daß Dembele/Pulisic/Mor/Guereirro anstelle von Götze und Schürrle die Saisonziele erreichen müssen.
Eine öffentliche Ansage Tuchels, die den, seit Anfang der Saison schwellenden, Konflikt um die Leistungsstärke des Kaders und die damit verbundenen Saisonziele neu entfacht.
Fragwürdig ob man dies, zur Verteidigung seiner eigenen Position, so öffentlich machen muß.
Ich kann nicht beurteilen ob und wie diese Diskussion intern geführt wurde, bin mir aber ziemlich sicher, daß Watzke und Zorc nicht begeistert waren "schwarzer Peter" mit Tuchel spielen zu sollen.

Da bin ich dann schon wieder bei dem leidigen "Tuchel vs. Watzke/Zorc".
Neben der offensichtlichen Verantwortung aller 3 Protagonisten für die Kaderplanung, zu dem Thema nur noch die Anmerkung, daß wenn man sich einen starken bei Zeiten schwer eigenwilligen Lotsen an Bord holt, dann sieht man zu, daß man Kraft seiner eigenen Fähigkeiten den Neuen an die Begebenheiten gewöhnt und anpaßt, oder man fährt mit dem nicht durch schwere See.


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