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Messi als Faktor? (WM / EM / Olympische Spiele aktuell)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 20.07.2026, 10:04 (vor 22 Stunden, 0 Minuten) @ Sascha

Mag für manchen Gotteslästerung nahe kommen, aber vielleicht war Messi gestern der Faktor, wegen dem Argentinien so hoffnungslos unterlegen war.

Spanien ist permanent in Bewegung. Bei gegnerischen Ballbesitz verschieben die Ketten stets engmaschig, ist der Ball in den eigenen Reihen, eröffnen sich immer mehrere Anspielstationen. Das ist Positionsspiel in Perfektion.

Vielleicht kann man dann einfach dagegen nicht ankommen, wenn man einen Spieler dabei hat, der mehr oder weniger die Mittellinie entlang spaziert (auch weil er sich in seinem Alter die Kräfte einteilen muss) und ansonsten auf den goldenen Moment wartet. Taktisch gesehen, hat da Argentinien von Anpfiff an in Unterzahl gespielt. Und das ist gegen dieses hochpräzise Spanien dann wohl nicht zu kompensieren.

Die Defensivleistungen eines Mbappé sind auch überschaubar. Und Dembélé und Olise glänzen auch nicht unbedingt in dieser Disziplin.

War das entscheidend für die Niederlage der Équipe Tricolore im Halbfinale gegen Spanien? MMn wohl eher nicht. Frankreich hatte einen gänzlich anderen Spielansatz als Argentinien gestern im Finale, konnte diesen aber auf dem Feld nicht durchsetzen. Was an der beschriebenen Spielweise Spaniens lag. Sie haben die drei Offensiven der Spitzenklasse schlicht isoliert und aus dem Spiel genommen.

Messi war defensiv noch nie ein Faktor. Guardiola hatte ihn bei Barça ganz offiziell als einzigen Spieler von der Arbeit gegen den Ball entbunden. Auch Messis Beteiligung am typischen Spiel unter Guardiola bei eigenem Ballbesitz war überschaubar. Was bei der Klasse seiner Mitspieler auch kein Thema war. Bekam er allerdings den Ball irgendwo an der Grenze zwischen Mittel- und Angriffsdrittel, dann zog er an und degradierte die Gegenspieler zu Slalomstangen und sorgte für die Tore und Assists.

Das Finale gestern hat mich vom Verlauf her ein wenig an das Endspiel der WM 90 erinnert. Argentinien mit konsequentem Defensivfußball und einem Maradona im Standmodus, von dem man sich diesen einen entscheidenden Moment erhoffte, so wie im Finale vier Jahre zuvor. Aber Maradona wurde konsequent aus dem Spiel genommen, sodass von ihm auch dieser eine Moment nicht kommen konnte. Auch wenn die Dinge nicht unbedingt zu vergleichen sind, so sollte man mAn nicht außer Acht lassen, dass die Spanier auch Messi zwar auf andere Weise, aber eben auch nicht ins Spiel haben kommen lassen.


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