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„… Libudas Ball senkt sich ins Tor, ins Tor, ins Tor, es ist unglaublich…“ (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 05.05.2026, 21:12 (vor 2 Tagen) @ Floatdownstream

So kommentierte am 05. Mai 1966 Ernst Huberty in der Live-Übertragung der ARD in für ihn schon euphorischer Weise die alles entscheidende Spielszene.

Um dann umgehend rein sachlich festzustellen: „Libudas Ball senkt sich ins Tor zum 2:1 für Borussia Dortmund in der 106. Spielminute in der Verlängerung“.

Ja, so war er der Ernst. Ich habe ihn sehr gemocht. Und seine Worte zu diesem grandiosen Treffer habe ich wer weiß wie oft gehört. Weil ich nämlich eine Schallplatte mit Ausschnitten seiner Kommentierung dieses Spiels hatte. So etwa gab es damals. Hatte mir ein Onkel geschenkt. Leider ist mir das gute Stück irgendwann im Laufe der Jahrzehnte abhanden gekommen, vermutlich bei einem Umzug.

1966 - was für ein Fußballjahr! Natürlich war da die WM in England mit tollen Spielen und dem legendären Finale von Wembley mit dem berüchtigten ‚Wembley-Tor‘. Aber eben auch das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger im Hampden Park zu Glasgow. Mit Borussia Dortmund als erstem deutschen Gewinner eines Europapokals! Ein historisches Ereignis.

Ich hatte alle Heimspiele in diesem Wettbewerb in der Kampfbahn Rote Erde miterlebt. Mit Vater und Onkel. Insbesondere das Halbfinalspiel gegen West Ham ist mir im Gedächtnis geblieben. Die Auswärtsspiele, so sie übertragen wurden, hatte ich am TV verfolgt. Beides seinerzeit nicht selbstverständlich für Jungs in meinem Alter. War doch die Fanfare der ‚Tagesschau‘ um 20.00 Uhr auch für mich noch normalerweise das klare Signal ins Bett zu gehen. Insbesondere wenn am nächsten Tag eine Klassenarbeit anstand.

Meine Mutter war da besonders hinterher. Aber gegen Ehemann und Sohn hatte sie bei Sportereignissen keine Chance. Und dieses Endspiel sorgte dann endgültig dafür, dass die ‚20.00 Uhr - Grenze‘ zunehmend nach hinten verschoben wurde :-)

Beim Empfang der Mannschaft auf dem ‚Neuen Markt‘ war ich dann natürlich mittenmang. War schwer was los. Ein wenig schade fand ich es schon, dass ich in Glasgow nicht dabei war. Es gab ja so einige ‚Schlachtenbummler‘, wie man das damals gerne nannte. Aber das hat meine Freude in keiner Weise geschmälert.

Was ich und wohl auch kein anderer in diesem Moment der Freude nicht wussten: Das war der Gipfel und getreu dem Song von Hildegard Knef ging es von nun an bergab…

Die Mannschaft blieb weitgehend zusammen, nur Erfolgstrainer Willi Multhaup verließ den Club und wurde durch Heinz Murach ersetzt, bis dato Verbandstrainer. Aber das ist ein anderes Kapitel…

PS Dass Libudas Treffer eigentlich ein Eigentor des Liverpooler ‚Stoppers‘ Ron Yeats war, ist allgemein bekannt. Das hat aber damals niemanden gejuckt und tut es auch 60 Jahre später nicht. Es bleibt Libudas Heber. Nicht der letzte entscheidende in der Europacup-Geschichte des BVB… :-)


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