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Streitthema VAR: Bei Abseitspositionen "wird dem Fan etwas vorgegaukelt" (Fußball und Sport allgemein)

markus, Donnerstag, 30.04.2026, 18:04 (vor 6 Tagen) @ jniklast

Und das Frame mit dem Ballkontakt ist höchstwahrscheinlich nach dem Beginn des Ballkontakts, also genauso wahrscheinlich "falsch", wie der Frame unmittelbar davor.


Aber immerhin ist es ein Ballkontakt. Ich kann doch kein Frame als Grundlage nehmen, welcher noch vor dem Ballkontakt entstanden ist.


Das ist vielleicht deine persönliche Meinung. Im Sinne der Regeln ist allein der Beginn des Kontaktes entscheidend. Dementsprechend ist ein Bruchteil vorher genauso gut bzw. schlecht, wie ein Bruchteil danach.

Du wirst aber in der Regel nicht zwei Bilder gleichzeitig finden, in denen der Fuß erkennbar am Ball ist, wenn die Zentimeter-Abstände tatsächlich so groß sind, wie in dem Artikel beschrieben. Und selbst wenn, dann ist natürlich immer das erste Bild relevant.

Ein Bild als Grundlage zu nehmen, in dem noch kein Ballkontakt erkennbar ist, ist für mich unlogisch, da Abseits nunmal voraussetzt, dass der Ball gespielt wird. Dieses Bild ist wertlos und dient höchstens dem Rätselraten, was sich seitdem bis zum nächsten Bild getan hat, in dem der Ballkontakt erkennbar ist. Aber genau das macht die Technik ja eh schon mit der Interpolation auf Basis von 500 frames.


Letztendlich geht es um einen infinitesimalen Moment (der Zeitpunkt des initialen Ballkontakts), welcher irgendwo zwischen zwei Frames liegt: dem letzten ohne Ballkontakt und dem ersten mit Ballkontakt. Ich sehe da keinen Unterschied in der "Richtigkeit".


Aber dafür gibt es doch die Zwischenbildberechnung auf Basis von 500 Hz. Eine solche Interpolation wird mit dem menschlichen Auge viel ungenauer sein.


Im Mittel ja, aber sie ist auch völlig undurchsichtig, da eben nicht völlig klar ist, wann der genaue Zeitpunkt des ersten Kontakts ist (nur mit Chip im Ball) und was zwischen diesen Frames passiert. Die Spieler sind keine Objekte in freier Bewegung, die Geschwindigkeit nicht konstant und selbst Beschleunigung nicht unbedingt linear. Am Ende kommt da ein Fehler raus, der nicht klar zu quantifizieren ist und trotzdem werden da teilweise Entscheidungen im Millimeterbereich getroffen. Wozu? Wem bringt diese im Mittel höhere Genauigkeit, wenn sie für den Einzelfall aber nicht garantiert ist? Wir reden hier so oder so nur von Zentimetern, warum dann nicht eine nachvollziehbare Entscheidungsfindung wählen?

Warum undurchsichtig? Ich weiß doch, wie die Technik funktioniert, und finde das sogar ziemlich transparent. Das menschliche Auge ist im Vergleich deutlich undurchsichtiger, weil jeder Situationen individuell unterschiedlich bewerten würde mit einer deutlich größeren Toleranz.

Dass Entscheidungen im Millimeterbereich getroffen werden, ist nur konsequent, da Abseits keine Grauzonen kennt, sondern nur Schwarz oder Weiß. Selbst wenn man die Grenze verschieben würde, indem man z. B. +10 cm einführt, bliebe es weiterhin eine Millimeterentscheidung – nämlich genau innerhalb dieses neuen Grenzbereichs. Und rein nach Bauchgefühl zu entscheiden, wäre wohl die schlechteste aller Lösungen, da auch hier jeder unterschiedlich urteilen würde.

Das menschliche Auge und das Reaktionsvermögen sind zudem relativ träge. Versuch einmal, auf einer Stoppuhr genau eine Sekunde zu treffen – das gelingt meist nur zufällig. Häufig liegt man 100 ms daneben. Das ist bereits eine deutlich größere Ungenauigkeit als die 50 Hz Frequenz und erst recht im Vergleich zu 500 Hz mit dem Chip.


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