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Das ist sicherlich richtig (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 05.01.2024, 22:41 (vor 776 Tagen) @ uwelito

Wenn man das auch bislang wirklich intensiv trainiert hat, muss man aber bei einigen Spielern auch die Qualitätsfrage stellen.


Es erklärt aber auch den Wechsel im Trainerteam. Denn diese tägliche Arbeit ist ja nachweislich bei denen verortet.


Beides ist möglich.

Wobei der Chefcoach sich nie der Verantwortung entziehen kann. Er muss Fehlentwicklungen schnell erkennen und eingreifen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass essentielle Dinge Chefsache sind.

Wobei sich das Passspiel nicht von heute auf morgen verschlechtert haben kann. In der leistungs- und ergebnismäßig weniger überzeugenden Vorrunde der letzten Saison waren die entsprechenden Defizite auch evident und im Kern sind diese Schwächen seit einiger Zeit ein Thema, das zeitweilig durch hinsichtlich des Passspiels individuell starke Spieler überdeckt wurde.

Die ergebnismäßig herausragende Rückrunde, die in Teilen auch leistungsmäßig überzeugen konnte, kam in erster Linie durch stark verbesserte defensive Kompaktheit, generell deutlich optimierte Arbeit gegen den Ball, effektive Verbesserungen bezüglich Offensiv- wie Defensivstandards und individuell starke Offensivleistungen zustande. Das war auch und wahrscheinlich vor allem dem Input Reutershahns zum verdanken. Warum die Hinrunde dieser Saison diesbezüglich wieder ein Rückfall war, ist dabei eine interessante Frage. Die Ab- und Zugänge im Kader allein können genauso wenig (alleine) der Grund hierfür sein wie die Arbeit eines Co-Trainers, der auch nicht (allein) für ein eventuell nicht adäquates Passspieltraining verantwortlich sein kann.

Wenn ich als Cheftrainer das Passpiel als wesentliches Defizit erkenne, dann räume ich der entsprechenden Optimierung hohe, vielleicht oberste Priorität im Training ein und zwar quantitativ und qualitativ. Und ich forciere die Verpflichtung von Spielern mit entsprechenden Stärken.


Hallo. Da hast Du natürlich Recht. Wobei aber das Problem bei Spielern auf Bundesliganiveau ja eigentlich nicht das sein kann, dass sie von der Natur oder durch die Umstände ihres frühen Aufwachsens mit einem Körper ausgestattet wurden, welches ein sauberes Passspiel unmöglich macht. Die notwenigen Grundlagen sollten also alle unsere Spieler haben. Der Unterschied ist, dass nicht alle auch unter hohem (Zeit-) Druck jeden Pass an den eigenen Mann bringen (können?). Daran kann und muss man natürlich auch intensiv individuell arbeiten, trotzdem wird es aber für viele nicht mehr zum Ballzauberer reichen. Man muss die Defizite dabei also in einem größeren Zusammenhang sehen und minimieren. Wir haben Spieler wie Schlotterbeck, Wolf, Adeyemi, Ryerson, Bensebaini (usw. lol) die relativ lange brauchen, um einen Ball anzunehmen und weiterzuverarbeiten (dadurch werden sie natürlich häufig vom Gegner sofort angegangen, wogegen man z.B. den ballsicheren Hummels eher in Ruhe lässt). Solche Spieler brauchen Mitspieler, die sofort als sichere Anspielstationen bereit stehen, und zwar anhand von sauberer Positionierung und einstudierten Mechanismen, damit sie gar nicht erst in diese für sie absoluten Stresssituationen kommen. Der Spieler muss im Grunde blind darauf vertrauen können, dass in einer bestimmten Situation ein Mitspieler in einem bestimmten Raum anspielbar ist. Wir haben ganz viele Ballverluste und Fehlpässe, weil diese Spieler erst mal gucken müssen, wo es denn jetzt eine Anspielstation gibt. Und da wäre man wieder bei der Frage nach Henne und Ei. Sind die Spieler auf dem Platz so undiszipliniert, dass sie sich nicht an die eingeübte Struktur halten oder trainiert man die entsprechenden Staffelungen nicht ausreichend ein? In meinen Augen steht man vor sehr komplexen Herausforderungen, die sich nicht in zwei Wochen lösen lassen werden.

Einfacher gestalten dürfte es sich bei diesen unsäglichen und schlampigem Pässen ohne Gegnerdruck im Spielaufbau hinter den Mitspieler, was immer wieder Zeit kostet, weil der sich noch mal drehen muss und das Spielfeld nicht mehr vor sich hat. Und auch die diagonalen Pongracic -Gedächtnisbälle in die Füße des Gegners, der 25 Meter vor unserer Kiste steht, sollte man relativ einfach in den Griff bekommen.
Einen schönen Abend noch.

In diesem Zusammenhang finde ich es interessant, sich mit dem VfB Stuttgart unter Sebastian Hoeneß näher zu befassen.

Sicherlich sind Anton (den ich nach wie vor gerne bei uns gesehen hätte), Ito (den ich ebenfalls spannend finde) oder Zagadou ballsichere Fußballer und keine Holzfüße. Ballzauberer sind sie mEn allerdings auch nicht. Doch selbst unter starkem Gegnerdruck gelingt den Stuttgartern erstaunlich oft die Spieleröffnung / der Spielaufbau aus der Abwehr heraus und Ballverluste sind eher seltener.

Der Schlüssel hierzu ist die Positionierung der zentralen/defensiven Mittelfeldspieler Stiller und Karazor auf dem Feld in solchen Situationen. Sie sind immer relativ nah beieinander und immer relativ nah an der Abwehrreihe und daher immer ohne zu große Risiken anspielbar. Und das mit dem Gesicht zum eigenen Tor. Was nur möglich ist, weil beide Spieler eine hohe Pressingresistenz aufweisen und sich auch aus engen Situationen befreien können.

Und auch wenn es dann nach vorne geht sind beide Spieler (der eine eher absichernd, der andere eher aufbauend) immer in Ballnähe und somit anspielbar, wobei sie die Pässe ihrer Mitspieler sicher und effektiv verarbeiten. Im letzten Spieldrittel geht es dann meist mittels eines Dribblings über die Flügel, um die Stürmer in den gewonnenen Räumen einzusetzen.

Wenn das Herz des Spiels, das zentrale/defensive Mittelfeld, ballsicher und pressingresistent ist, dann ist das die halbe Miete. Verhalten sich die betreffenden Spieler konsequent als Anspielstation anbietend für ihre Mitspieler, dann gibt das dem gesamten Team Sicherheit auch im Passspiel. Dann läuft der Ball und verspringt seltener. Dafür braucht man auch nicht unbedingt Spieler der Marke Rodri oder Gündogan.


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