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Problem, aber auch Lösung liegen im Zentrum (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 28.12.2023, 22:36 (vor 781 Tagen) @ holgernova

Nö.

Nur ein Beispiel: Malen ist also kein Eins-gegen-eins-Spieler.

Noch eins: Thema "Bellingham". Natürlich ist er jetzt Weltklasse, hat aber bei uns Freiheiten einfach so interpretiert, wie es ihm gerade passte und oft haben sich die Mitspieler einfach darauf verlassen und Löcher nicht gestopft, weil sie seinen nächsten Move nicht kommen sahen.

Und: Spieleröffnung. Die erfolgte bisher sehrwohl auch durch die Mitte, wobei oft schlampig gespielt oder angenommen wurde.

Viel hängt bei uns und auch bei anderen Mannschaften von der individuellen Qualität und Form der Spieler, wie bei Stuttgart und Leverkusen, wo die Fallhöhe und der Druck aber lange nicht so hoch hängen.

Es ist schon richtig, dass die Spieleröffnung (und überdies und noch wichtiger der Spielaufbau) beim BVB unter Terzić in dieser Saison sowohl über die Außenpositionen, als auch über das Zentrum erfolgt.

Interessant dabei ist, wann was schwerpunktmäßig erfolgt.

Über das gegnerische Team kein hohes aggressives Pressing aus, wird nicht hoch und intensiv angelaufen, dann erfolgt die Spieleröffnung und der Spielaufbau zumeist über das Zentrum.

Läuft der Gegner den BVB hoch an, übt er ein hohes aggressives Pressing aus, dann erfolgt die Spieleröffnung und der weitere Spielaufbau oft gleich über Außen. Erfolgt die Spieleröffnung bei der entsprechenden gegnerischen Spielweise dennoch über das Zentrum, geht der weitere Spielaufbau dennoch über Außen oder der Ball geht zurück zur Innenverteidigung bzw. zum Torwart und wird dann nicht selten lang nach vorne geschlagen.

Die Gründe hierfür liegen in unserem defensiven/zentralen Mittelfeld und sind einerseits einem bestimmten individuellen Defizit hinsichtlich spielerischer Fähigkeiten und Fertigkeiten und anderseits einem fehlenden ganz bestimmten taktischen Grundgerüst geschuldet.

Konkret:
Den involvierten Spielern fehlt die Pressingresistenz. Setzt der Gegner die Eröffnungs- und Aufbauspieler nicht unter Druck, gelingt der Spielaufbau via Zentrum (trotz allen zusätzlich bestehenden Defiziten in puncto Passspiel, Ballannahme und Ballweiterverarbeitung). Tut der Gegner das Gegenteil, dann misslingt das Eröffnungs- und Aufbauspiel durch das Zentrum oder kommt gar nicht erst zustande.

Es gibt im Kader schlicht keinen defensiven/zentralen Mittelfeldspieler, der wenn er unter starkem Gegnerdruck mit dem Gesicht zum eigenen Tor angespielt wird den Ball dennoch nach vorne Richtung gegnerisches Tor bringen kann. Enge Körperdrehungen um die eigene Achse, um den pressenden Gegenspieler im leeren Raum stehen zu lassen, gehören nicht zu den Fertigkeiten der entsprechenden Spieler. So wird der Ball entweder zu den Außenverteidigern gespielt, wo diese vom pressenden Gegner leicht isoliert werden können, oder der Ball geht direkt zurück zur eigenen Innenverteidigung bzw. zum Torhüter, die dann ihrerseits auf die Außenverteidiger spielen oder den Ball lang, hoch und weit nach vorne schlagen in der Hoffnung/Absicht, dass ein Füllkrug den Ball sichern oder ablegen kann oder zumindest der zweite Ball erobert werden kann.

Man muss allerdings kein Rodri oder Gündogan sein, um sich aus dem Gegnerdruck lösen zu können. Bildet man gerade im Mittelfeld Passdreiecke, kann das gegnerische Pressing umspielt werden, was anderseits ein adäquates Passspiel hinsichtlich Präzision, Geschwindigkeit, Druck und Timing erfordert. Das muss auch nicht auf z.B. Guardiolaniveau erfolgen, schließlich spielt man in der Bundesliga nicht gegen beispielsweise Liverpool. Hauptsache, man implementiert ein entsprechendes System. Das hilt gegen die das BVB-Team hoch und intensiv pressenden Teams schon wesentlich weiter.

Wobei wir zum einen bei der Trainerarbeit wären. Zum anderen allerdings auch bei der Frage, wie es zu Entscheidungen von z.B. die Vertragsverlängerung für einen Spieler wie Emre Can oder die Verpflichtung eines Spielers wie Felix Nchema kommen konnte. Nicht, dass diese Spieler nicht ihre Qualitäten hätten. Nur benötigt der momentane BVB eben andere Qualitäten im Zentrum.


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