schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Hannes Wolf beim DFB befördert (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 21.08.2023, 22:12 (vor 918 Tagen) @ Abseits
bearbeitet von Will Kane, Montag, 21.08.2023, 22:19

Vielleicht liegt ihm das mehr. Ist ja ein kluger Kopf. Der DFB muss mal einen Glückstreffer landen.

Als Profi-Trainer im Grunde komplett gescheitert, auf jeder Station nach kurzer Zeit entlassen.


Wenn es sich um z.B. eine Stadtverwaltung handeln würde, ginge mir spontan der Gedanke durch den Kopf, dass da wohl einer das richtige Parteibuch habe.

Ist aber keine Stadtverwaltung, sondern der DFB. Was allerdings nicht heißt, dass dort das Parteibuch keine Rolle spielen würde. Oder irgendwelche Verbindungen.

Wie auch immer und ohne Flachs, ich möchte Wolf nicht zu nahe treten. Als Trainer ist er in der ‚freien Wirtschaft‘ in der Tat gescheitert. Beim DFB hatte er offenbar einige Fürsprecher und man fing ihn auf. Seine bisherige Arbeit dort vermag ich wenig einzuschätzen, wobei es sicherlich im Fußballgeschäft Menschen gibt, die im ruhigen Fahrwasser eines Verbandes besser aufgehoben sind als im rauen Wind des Clubfußballs.

Gescheitert halte ich für etwas übertrieben. In der "freien Wirtschaft" wurde er mit den A-Junioren Meister, ist mit dem VFB Stuttgart aufgestiegen und den HSV hat er in der zweiten Liga auf Platz 4 geführt und somit vor dem Relegationsspiel verschont.

Den Juniorenbereich sollte man aus meiner Sicht gesondert betrachten. Sicherlich gibt es Trainer, die sowohl im Nachwuchs-, als auch im Erwachsenenbereixh erfolgreich waren/sind.. Es gibt aber genügend Beispiele für erfolgreiche Nachwuchstrainer, die es im Seniorenbereich nicht geschafft haben. Ebenso wie es Trainer gibt, die im Verbandsbereich erfolgreich sind, als Clubtrainer hingegen nicht. Horst Hrubesch z.B. ist als Clubtrainer im Seniorenbereich gescheitert und kam dann beim DFB unter. Nach einer kurzen Episode als Co-Trainer der A-Nationalmannschaft wechselte er dann in den Nachwuchsbereich, wo er dann seinen Berufung fand.

Was den Aufstieg mit dem VfB anbelangt, so wäre alles andere auch kaum zu verargumentieren gewesen. Man hatte nach dem Abstieg fast den kompletten Kader zusammengehalten und alles auf die Karte sofortiger Wiederaufstieg gesetzt; der VfB hatte in dieser Zweitligasaison den mit Abstand teuersten Kader. Dennoch war die Clubführung zurückhaltend, ob man mit Wolf als Cheftrainer in die Bundesliga gehen sollte. Die Siege in der 2. Bundesliga waren oftmals der individuellen Klasse der Spieler geschuldet. Spielerisch-taktisch war kaum ein Einfluss des Trainers zu erkennen. Dennoch wurde sein Vertrag verlängert.

Die Zweifel haben sich dann in der Bundesliga bestätigt. Die Ergebnisse waren nicht unbedingt zufriedenstellend und das Team entwickelte sich nicht weiter. Wolf wurde freigestellt und es war bezeichnend, dass sein Nachfolger Tayfun Korkut mit zwei simplen, aber logischen taktischen und personellen Umstellungen die spielerische und ergebnismäßig Kehrtwende erreichte.

Beim HSV haben auch andere Trainer den Wiederaufstieg nicht geschafft. Insofern ist dieses Kapitel wahrscheinlich wenig aussagekräftig. Wie beim VfB hatte Wolf das Team im Laufe der Vorrunde übernommen und zunächst durchaus gute Ergebnisse erzielt. Der Absturz in der Rückrunde mit 19 Punkten (Rückrundentabelle Rang 15) war dann allerdings schon bemerkenswert. Beim HSV dürfte man sich über die Demission von Christian Titz (der in Magdeburg im übrigen hervorragende Arbeit leistet) im Nachhinein geärgert haben.

Die Trainerstation Genk (mit der ‚Corona-Pause‘) war dann auch wenig glücklich für Wolf. In der neuen Saison wurde er bereits nach 5 Spielen freigestellt. Bei seiner Interimstrainertätigkeit bei den Pillen konnte er mit dem Team den 6. Platz halten, auf dem er die Mannschaft übernommen hatte.

Man mag das nicht als ‚Scheitern‘ bewerten, wobei das sicherlich im Auge des Betrachters liegt. Eine besondere Referenz ist dieser Werdegang Wolfs als Clubtrainer im Erwachsenenbereich allerdings auch nicht.

In seiner neuen Tätigkeit beim DFB werden Managementfähigkeiten gefragt sein. Möglicherweise ist das ein Feld, das seinen Stärken in besonderem Maße entspricht. Ich wünsche ihm jedenfalls ein glückliches Händchen.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


schwatzgelb.de unterstützen

1542205 Einträge in 16558 Threads, 14360 registrierte Benutzer Forumszeit: 25.02.2026, 02:37
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln