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Umfeld / Euphorie (BVB)

Brulence, an der Ruhr, Dienstag, 18.04.2023, 13:39 (vor 1217 Tagen) @ Newsteam

Irgendwie ist es ja ein Kreuz. Da legt der BVB nach der WM-Pause einen ziemlichen Run hin, pirscht sich wieder an die Tabellenspitze heran und emotional kommt man dennoch nur schwerlich ausm Sattel. Auch als der BVB an einem Spieltag für 24h die Tabellenspitze übernimmt (in meiner Erinnerung waren die Bayern erst einen Tag später dran), scheinen die "Wer wird deutscher Meister...?"-Gesänge eher pflichtschuldig bis ironisch. Nach zehn Jahren ist man endlich mal wieder in Schlagdistanz - und das sogar kurz vor Saisonende. Eigentlich müsste der BVB im positiven Sinne permanentes Stadtgespräch sein. Doch: Der Glaube daran, dass es diese Saison klappen könnte, war und ist nach meiner Auffassung nie wirklich präsent. Weder bei der Mannschaft, den Fans noch dem (Stadt-)Umfeld.

Das ist zunächst mal meine ganz eigene Beobachtung und meine Denke. Eventuell bin auch ich das Problem, dass es in mir generell nicht mehr derart lodert, wie es das in früheren Jahren getan hat - und zwar gänzlich unabhängig von Tabellenständen. Dazu gesellt sich dann die Frage des Glaubens. Glaube ich daran, dass es der BVB packen kann? Ist dieser aktuelle Kader ein Meister-Kader? Ist diese Mannschaft eine Meister-Mannschaft? Diese Frage hätte ich vor Saisonbeginn mit einem klaren "Nein" beantwortet und würde es auch weiterhin tun.

Dafür ist die Mannschaft trotz des Zwischenspurts weiterhin zu fragil und mit zu wenig Qualität ausgestattet, als dass ich die Chance darauf, dass es reicht, als ausreichend hoch beziffern würde. Zumal unsere Position nicht zwingend auf eigener Stärke fußt, als vielmehr der Schwäche der Bayern. Denn:
Schaut man sich die letzten 5-6 Spielzeiten zum identischen Zeitpunkt an, waren wir lediglich in der Saison 2018/2019 mit 63 Punkten besser und damals einen Punkt hinter dem FCB. In der jetzigen als auch in zwei weiteren, vergangenen Spielzeiten lag man ebenso bei 57 Punkten, zwei Mal mit je 46 bzw. 48 Punkten deutlich dahinter und nichtmals auf Platz 2 (damals RB mit 60 bzw. GE mit 52 Punkten). Wir machen also exakt das und stehen exakt dort, wo wir eigentlich immer stehen. Die Bayern lagen in der Range von 64 bis 69 Punkten in diesen Jahren.

Wenn ich die eben beschriebene Stimmung einigermaßen richtig wahrnehme, stehe ich mit meiner obigen Einschätzung der Lethargie (ich nenne es mal so) wohl auch nicht so ganz alleine da. Zumindest habe ich nicht den Eindruck, als würde in und um den Verein alles (im positiven Sinne) brennen. Insbesondere die letzten Wochen mit den mageren Auftritten in München, im Pokal in Leipzig sowie dem vergangenen Wochenende beim VfB, drücken da deutlich mehr auf die Stimmung als die zwei Punkte Rückstand suggerieren könnten.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen:
Natürlich hoffe ich darauf, dass das Momentum nochmal in unsere Richtung umschwenkt. Weil ich dann schon glaube, dass es hier nochmal richtig explodieren kann und wird. Das kommende Wochenende z.B. wäre dafür wie gemalt, sofern die Bayern nachmittags in Mainz straucheln sollten und wir im Abendspiel gegen die SGE auflaufen. Dann könnte sie da sein, die Stimmung, die uns in die letzten Spieltage hievt. Viele Chancen bekommen wir in den verbleibenden sechs Spieltagen naturgemäß nicht mehr. Schwächelnde Bayern sehe ich am ehesten am kommenden WE in Mainz sowie im Heimspiel gegen RB. Auf deren weitere Heimspiele gegen Hertha und die Blauen sowie die Auswärtsbegegnungen in Bremen und Köln (34. Spieltag) würde ich nicht unbedingt setzen…


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