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In Frankfurt leistet man gute Arbeit - und ist ausgehungert nach Erfolg (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 05.11.2022, 15:29 (vor 1164 Tagen) @ koom

Um mal bei der Taktik zu bleiben:

Der SGE kommt es türlich entgegen, dass sie eher selten als Favorit agieren muss, also niemand gegen Frankfurt mit der Einstellung geht, dass man nur nicht hoch verlieren will bzw. auf ein torloses Unentschieden hofft. Das hilft natürlich. Aber das ist nur die eine Wahrheit, denn die Frankfurter machen auch einen guten Job, wenn sie das Spiel machen müssen - eben auch weil viele Spiele im Grunde "auf Augenhöhe" geschehen, situativ sich der Gegner dann also verschanzt. Die Menge an guten Chancen, die man sich gegen tiefstehende, mauernde Dortmunder erarbeitet hat, war schon ziemlich heftig.

Die Anzahl der erarbeiteten, vielleicht besser gesagt erspielten Chancen gegen einen tief verteidigenden BVB war in der Tat bemerkenswert. Dies war auch schon in der Vorsaison so, als in Dortmund noch Rose als Trainer verantwortlich war. In Frankfurt war es jeweils Glasner. Ob der BVB sich in der Vorsaison „situativ verschanzt“ hat (wie Du es benennst) und in dieser Saison bewusst tief stehend in die Partie gegangen ist oder ob die Eintracht den BVB schlicht hinten hinein gedrängt hat, mag auf den ersten Blick unerheblich sein, auf den zweiten ist es dies allerdings nicht. Denn es zeigt auf, dass die Eintracht mittlerweile ein Spiel nicht nur reaktiv, sondern auch aktiv angehen kann. Dazu bedarf es der entsprechenden Ausrichtung, aber auch passender Spieler. Und da hat sich bei der SGE einiges getan.


Soweit ich das sehen kann, verwenden die Frankfurter die Dreierkette/Fünferkette auch mehr so, wie sie Tuchel (bei Mainz) wieder salonfähig gemacht hat: Im Grunde eine Viererkette, wo immer mal einer rausgehen und attackieren kann. Deswegen funktioniert das dann auch gut mit Hasebe, der diese Aufgabe mit viel Auge übernimmt.

Man spielt eigentlich schon eine klassische Dreierkette. Allerdings hatte man mit Kostic auf der linken Außenbahn als wingback einen umfunktionierten Offensivspieler, der nicht so gerne den Weg bis nach ganz hinten gegangen ist. Da musste N‘Dicka oft weiter nach links verschieben und die anderen in der Kette entsprechend auch, was dann den Eindruck einer Viererkette entstehen ließ. Beabsichtigt war das nicht und es hat auch den Abwehrverbund des Öfteren vor Probleme gestellt.

Auf der gegenüberliegenden Seite waren dann die Offensivläufe von Chandler oder da Costa einfach zu selten oder zu uneffektiv, sodass sie auch immer seltener von ihren Mitspielern eingesetzt wurden und ein sehr starkes Ungleichgewicht in den Offensivaktionen über links entstand. Die rechten Wingbacks blieben dann einfach in der eigenen Hälfte, zumindest nicht weit von der Mittellinie entfernt. Was den Viererketteneindruck situationsabhängig entstehen lassen konnte. In der letzten Saison hat sich das mit der disziplinierten Spielweise Knauffs geändert; In dieser Saison mit dem eigentlichen Außenverteidiger Pellegrini erneut.


Ich denke mal, ansonsten scheint wirklich das Scouting viel auszumachen: Man castet recht gut die Spieler, die man braucht. Man achtet dabei weniger auf Wiederverkaufswert oder "Talent-Status", sondern holt sich einen Fachmann für die Position (bzw. jemand, dessen Werte danach aussehen, dass er Position X gut spielen könnte). Ergo vermute ich mal, dass bei den neuralgischen Stellen der Kaderplanung eine gewisse Idee erarbeitet wurde, wie man spielen will und was zielführend ist. Das ganze gepaart dann mit Trainern, die die grundsätzliche Trainingsarbeit (quasi ganz konservativ) gut durchziehen, auf Form achten.

Entscheidend ist wohl die Kooperation, Abstimmung und Einbeziehunf der verschiedenen Abteilungen und die entsprechende Kommunikation. Die scheint zu stimmen. So wie beim BVB seinerzeit in den ersten zwei Dritteln der Kloppära.


Um mal noch auf deinen Vergleich BVB/Klopp zurückzukommen: Wo Klopp im Grunde eine krasse Droge ist, vergleichsweise schnell wirkt und auch nachhaltig abhängig macht, scheint man in Frankfurt gefühlt irgendwas "langsameres", stetig wirkenderes zu machen, aber dafür ganzheitlich.

Nicht die schlechteste Metapher…


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