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Mannschaft oder Trainer? (Spieltage)

Litze, Donnerstag, 03.11.2022, 11:59 (vor 1165 Tagen) @ Will Kane


Welche „momentane Situation“ ist gemeint?

Schaut man auf die bisherigen Ergebnisse nach einem Drittel dieser Saison, dann befindet sich der BVB in der Bundesliga auf dem CL-Rang 4, lediglich vier Punkte hinter dem Tabellenführer. Im DFB-Pokal hat man die 3. Hauptrunde erreicht und in der CL hat man die Gruppenphase als Zweiter beendet und sich damit für das Achtelfinale qualifiziert.

Das unterscheidet sich nicht oder kaum von den jeweiligen Situationen in den zurückliegenden Jahren unter diversen Trainern bei immer etwas unterschiedlichen Kaderzusammensetzungen zum entsprechenden Saisonzeitpunkt (auch wenn man schon einmal die CL-Gruppenphase nicht überstanden hat). Hinsichtlich sämtlicher quantitativer Saisonziele befindet man sich im Soll.

Von daher besteht also im Prinzip kein Grund zur Unzufriedenheit; nicht mit der Mannschaft und auch nicht mit dem Trainer. Gut, bei einem Favre hat eine vergleichbare Konstellation zu diesem Saisonzeitpunkt zur Demission geführt, aber der war vorher schon zum Abschuss frei gegeben und man wollte ihn auch unbedingt loswerden, zumal der neue Messias bereits gefunden war.

Vielleicht war dessen Demission wie auch die frühere von Tuchel (bei dem sicherlich auch andere Aspekte eine Rolle spielten) und die von Rose (nach nur einer Saison) schlicht ein Unbewusstes oder auch bewusstes Zeichen einer Unzufriedenheit damit, dass es irgendwie nicht voranzugehen scheint. Man stagniert auf einem bestimmten Niveau, kann es schon irgendwie halten, entwickelt sich aber nicht weiter. Darüber kann auch der Gewinn des DFB-Pokals, der ab und an einmal gelingt (nicht nur, aber auch weil er mit Losglück verbunden ist), nicht hinwegtäuschen.

Was die Zusammenstellung des Kaders angeht, so kenne ich kaum eine Mannschaft, bei der dies in optimaler Weise der Fall wäre. Ein Optimum in diesem Bereich lässt sich auch schwerlich erreichen, eine größere Ausgewogenheit des Kaders allerdings schon. Dass diese beim BVB nicht in genügendem Maße gegeben ist, erweist sich in der Tat als hinderlich in Bezug auf eine Weiterentwicklung. Nur war es ja nicht die Mannschaft selbst, die sich so zusammengestellt hat. Und die meisten Trainer nach Kloppo waren daran auch nicht beteiligt Bei Terzić, der ja ein Jahr lang als ‚Technischer Direktor‘ Zeit hatte, sich darüber Gedanken zu machen, ist dies nach eigenem Bekunden anders. Aber der Umbau ist bekanntermaßen ein Prozess, der nach Aussage Kehls nicht in einer Transferperiode beendet sein kann.

Was die Leistungen des aktuellen Teams anbelangt, so ist es mAn nicht verwunderlich, dass diese bislang schwanken. Sie schwanken nämlich in dem Maße, wie der jeweilige Gegner agiert. Praktiziert dieser ‚Offenes Scheunentor‘ wie z.B. der VfB, dann nehmen wir dies dankbar an und können die uns angebotenen Räume auch nutzen. Hält der Gegner das Scheunentor geschlossen, ganz gleich ob er selbst dominiert oder uns den Ball freiwillig überlässt, sind wir kaum in der Lage, uns selbst die notwendigen Räume zu schaffen. Dieses Problem haben allerdings viele Teams. Die Frage ist nur, wie wir dieses zukünftig lösen wollen.

Für mich persönlich ist es nicht überraschend, dass unsere aus meiner Sicht besten Saisonleistungen die Spiele gegen ManCity waren. Von vorneherein waren wir in diesen Spielen der Underdog und wir konnten auch entsprechend mit einem klugen Konzept gegen den Ball und gelegentlichen Konterattacken diese Spiele angehen. Die Mannschaft zeigte sich auch konzentriert, konsequent und diszipliniert. Die Mannschaft ist also trotz unausgewogenem Kader durchaus in der Lage, ein vorgegebenes Konzept erfolgreich umzusetzen.

Nur ist in den meisten Spielen einer Saison kein reaktiver, sondern ein aktiver Fußball gefragt. Und da fehlt uns leider mAn schlicht das Konzept, zumindest fällt es mir schwer eines zu erkennen. Ball erobern, schnell nach vorne rennen und spielen und abschließen ist halt nur dann erfolgreich, wenn der Gegner es zulässt. Der VfB war so frei, Union nicht. Und auch Gelsenkirchen und die Hertha nicht. In den beiden letztgenannten Spielen haben wir uns jeweils zu einem 1:0 gequält, es hätte auch 0:0 enden können. Dann hätten wir vier Punkte weniger und wir würden noch ganz anders diskutieren. Okay, Konjunktive sind im Prinzip wenig relevant.

Ein schlüssiges Konzept mit dem Ball zu entwickeln und dieses der Mannschaft zu vermitteln ist eine der wesentlichsten Aufgaben eines Trainers. Ein solches Konzept ist (für mich jedenfalls) wie erwähnt noch nicht zu erkennen. Im Spiel mit dem Ball leben wir nach meiner Einschätzung noch zu sehr von individuellen Leistungen einzelner Spieler. Wenn sich die Mannschaft wirklich weiterentwickeln soll, dann ist mMn aber ein entsprechendes Konzept zwingend erforderlich.

Terzić wird in dieser Saison noch erweiterten Welpenschutz genießen., auch wenn er kein Welpe mehr ist. Dafür hat sich die Clubführung zu weit mit ihm aus dem Fenster gelehnt. Aber ist davon gesehen in meinen Augen auch richtig, vom ‚hier and fire‘ auf der Trainerposition wegzukommen. Nur muss auch Terzić dann auch spätestens zur kommenden Saison ein entsprechendes Konzept für das Spiel mit dem Ball entwickelt haben und versuchen, diese dem (dann erneut etwas umgebauten) Team erfolgreich zu vermitteln. Gelingt ihm dies nicht, dann dürfte es ihm auch nicht mehr helfen, dass er aus dem eigenen Zwinger stammt.

Die Chance hat er und diese Chance sollte er auch nutzen.

Leider kann ich das nicht so gut schreiben, wie Du. Aber wenn ich es könnte, dann würde da genau dasselbe stehen...


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