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Trainersuche (BVB)

koom, Mittwoch, 19.10.2022, 10:24 (vor 1408 Tagen) @ bobschulz

Wer wäre denn konstruktiv gefragt eine Trainer-Figur wie dereinst ein Cruyff oder van Gaal?
Einen Guardiola oder Klopp mal ausgenommen, fallen mir aktuell keine derart einflussreichen Trainer ein. Und noch viel wichtiger: würden wir so jemanden bekommen?

Schwierig. DIESEN Trainer suchen eine Menge Vereine. Wird schwer machbar sein.

Eventuell sollte man mal ganz wie eine Fußball-firma denken und die Trainersuche über mehrere Kaderphasen sehen. Stand der Dinge bräuchte man die Etablierung eines stabilen Gerüsts. Also jemand, der der Mannschaft Basics beibringt und sie einstellt. Der momentane BVB ist quasi wie ein unsagbar schlecht abgestimmter Rennwagen, der keine PS auf den Boden bringt, weil nichts im Getriebe zusammen spielt. Also Viererkette bimsen, Mittelfeldpressing, Verschieben, eventuell sogar Vereinheitlichung im Paßspiel. Sollte ein Trainer sein, der genau sowas nach Lehrbuch durchzieht, sich gar nicht so krass vom Tagesgeschäft dabei ablenken lässt und auch keine medialen Showeinlagen macht. Er muss das nur an einen Kader vermitteln. Der BVB-Kader (selbst momentan) ist stark genug, dass das normalerweise für einen sicheren CL-Platz reichen sollte.

Dieser Trainer ist dann quasi jemand, der das Fundament legt. Wie Van Gaal, Klopp, Tuchel. Es wird etwas etabliert, das danach problemlos mehrere Jahre anhält und verfügbar ist. Dieser Trainer ist dann im Grunde schon vorher nur für 2-3 Jahre angedacht (was im Grunde eh der Halbwertzeit der meisten Trainer entspricht)

Und man such den nächsten Trainer (evtl. castet man den via 2. Mannschaft oder Jugendteams?). Das darf dann gerne ein anspruchsvolleres Ding sein, der auf der Grundlage obiger Prinzipien was neues etabliert. Das kann sowas wie Bosz sein. Oder Rose. Die sind nicht per se so schlecht wie es hier lief, aber benötigen eine gewisse Basis, damit es funktioniert. Nur zur Sicherheit: ich würde beide nicht nehmen, aber vielleicht versteht jemand die Idee. Diese Trainer sind offensivfokusiert. Sie "befreien" den Kader ein Stück weit aus der defensiven Denke des vorigen Trainers und schaffen damit Mehrwert, weil sie die Stärken des Vorgängers mit ihren eigenen Stärken verbinden. Ein Stück weit wie Terzics erster Auftritt mit dem BVB, der auf der sauberen Defensivarbeit von Favre aufsetzen konnte. Wirklich gut war es nicht. Ob das nun am Missverhältnis von Favres passiverer Herangehensweise lag oder das Terzic nicht so sehr eigene Stärken einbringen konnte...

Und nach diesem Trainer - auch wieder für 2-3 Jahre - sucht man wieder den ersteren Typ. Der dann auf den offensiven Ideen aufsetzt, aber die Defensive wieder stabilisiert. Synergieeffekte, aufs neue.

Letztlich spielt man dann ein bisserl Ping-Pong mit diesen Trainersorten. Beide sind kompatibel zueinander, ergänzen sich. Wenn die Bayern nicht doof sind, setzen sie nach den beiden Ultra-Offensiven Flick und Nagelsmann danach auf einen konservativeren Trainer. Das könnte sogar Tuchel sein, weil er Detailarbeiter und Pragmatiker ist.


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