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Isak trifft, Tag der Ex-Dortmunder (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 01.09.2022, 20:44 (vor 1220 Tagen) @ Trainer09

Bei Gomez kommt auch noch hinzu, dass doch niemand auf die Idee gekommen wäre (und auch eigentlich nicht kommen würde) Ihn als LV einzusetzen....


Ich denke, man musste diese Möglichkeit auf jeden Fall gesehen haben, wenn man das hauptberuflich macht. Gomez war auf der 8 noch nicht stark genug. Aber er ist halt auch schnell. Das heißt als nächstes muss man Einsätze auf außen prüfen. Und die offensive Außenposition ist dann naheliegend. In Huesca aber stimmten die Scorer da nicht. Also ist nicht so fernliegend, dass man es als Schritt danach dann weiter hinten zumindest im Auge hat.

Das heißt ja nicht, dass wir das hätten sehen müssen. Dafür fehlen uns auch die Eindrücke aus dem Training, aber insbesondere auch das Wissen um die Bereitschaft, diese Position spielen zu wollen. Es geht hier ja oftmals auch mehrheitlich um psychische Entwicklungen etc. Wer weiß, ob Gomez nicht erst dazu bereit war diese Position zu spielen, als er in Anderlecht war. Aus welchem Grund auch immer...

Allerdings will ich das hier in diesem Fall auch nicht schön reden. Meines Erachtens ist das die Personalie, die man wirklich hätte retten müssen. Gomez hat man immer den Willen angesehen, ich fand seine Auftritte völlig in Ordnung. Wie gesagt, ich verstehe nicht, warum das nicht gereicht hat zu mehr Einsätzen. Das ist aber der einzige Fall, wo ich sagen würde, dass man da einen Fehler gemacht hat in der Beurteilung.

Sergio Gómez war im Prinzip in einer Art fußballerischer Sackgasse angelangt. Bei uns konnte er sich als sehr junger Spieler nicht durchsetzen, auch weil es ihm an Physis fehlte. Bei Huesca in der zweiten spanischen Liga wurde er dann regelmäßig eingesetzt, und zwar abwechselnd im offensiven Zentrum und auf den offensiven Flügeln. Seine Entwicklung allerdings war eher mäßig; überzeugend waren seine Leistungen trotz positiver Ansätze eher nicht.

In dieser Situation wird er dann von Vincent Kompany, dem neuen Trainer vom RSC Anderlecht, kontaktiert. Der erklärt ihm, dass seine Scoutingleute und er in ganz Europa nach einem jungen Fußballer mit spielerischen Stärken gesucht hätten, der die für ihre Absichten erforderlichen Anlagen und Fähigkeiten mitbrächte, ein erstklassiger linker Außenverteidiger zu werden. Anderlecht spiele offensiv und benötige daher auch auf den AV-Positionen offensivstarke Spieler. Und von all den möglichen Kandidaten sei die Wahl auf ihn, Sergio Gómez, gefallen. Weil er von allen die besten Vorsussetzungen mitbringe; die entsprechenden Defensivskills würde man ihm bei der Umschulung beibringen.

Sergio Gómez war begeistert, vor allem weil plötzlich eine Perspektive für ihn bestand. Unerwartet und ungewöhnlich, etwas ganz Neues - aber eine Perspektive. Ernsthaft und spannend gleichzeitig. Er musste nur diesen Schritt wagen. Welcher junge Spieler in dieser Situation hätte da ‚Nein‘ gesagt? Anderlecht ist ein renommierter Club, Kompany ein berühmter Ex-Spieler und junger Trainer mit mutigen und innovativen Ideen. Und man selbst steckt wie gesagt in der Sackgasse.

Es bedurfte also einer ganz spezifischen Situation und einer ganz besonderen Idee, um aus Sergio Gómez einen linken Außenverteidiger zu machen. So spezifisch und so besonders, wie es nur selten vorkommt. Dass man beim BVB nicht in diese Richtun dachte, kann man niemandem zum Vorwurf machen. Und ob Gómez selbst zu diesem Positionswechsel bereit gewesen wäre zu seiner Zeit in Dortmund, wage ich mit einem Fragezeichen zu versehen.


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