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Dafür dass ihn das System Bundesliga angekotzt hat und ... (Fußball und Sport allgemein)

Sascha, Dortmund, Dienstag, 30.08.2022, 15:06 (vor 1242 Tagen) @ koom

1. Sind es die Fußballer selber, die Nutznießer der ganzen Aufmerksamkeit um sie herum sind.


Ich bin mir auch "sicher", dass es alle Fußballer ganz toll finden, dass man sie praktisch rund um die Uhr stalked, sie beim Burger-Essen beobachten oder mit wem sie gerade in die Disco gehen. Ständig einen "Bürgerreporter" am Sack haben oder einen "richtigen" Klatschreporter, der einem vermutlich auf die Toilette folgt. Und dazu sicherlich noch diverse krankhafte Fans, die es vermutlich ok finden, einem am Pissoir um ein Autogramm zu bitten.

Herrje. Das gleiche Problem hat jeder Star. Schauspieler, Musiker - selbst irgendwelche Youtubesternchen. Alles Sklaven?

2. Wo behandelt man sie nicht wie Menschen?


Och, lies hier einfach mal mit und versetz dich mal in die Lage von sagen wir mal Emre Can, Wolf, Schulz (uh oh), Bürki, Guerreiro und welches Schwein halt eben diese Woche durchs Dorf getrieben wird. Da wird gerne mal die Grenze von sinnvoller Kritik zu "der kann nix, muss weg" überschritten. Und vor allem bleibt das unwidersprochen.

Das sind die gleichen Profis, die im umgekehrten Fall auch "an sich selber denken" müssen und die nächste Stufe auf der Leiter erklimmen wollen. Beide Seiten prüfen permanent die für sich besten Optionen.

3. Wo handeln sie anders, wenn sie auf den Schiedsrichter einbrüllen, den Gegner bewusst foulen, oder ihn mit Trashtalk verunsichern wollen.


Ja, ist doch großartig, wie man da eine exzellente Wechselwirkung erzielt. Fußballer sind auch wahrlich Kinder ihres Umfelds. Wo soll man da Respekt und Anstand erlernt haben, wenn man es selbst nicht durchgängig erfährt?

Diese Dramatisierung von Fußballern als moderne Sklaven ist doch total albern.


Du hängst dich sehr an "moderne Sklaven" auf. Mir geht es vor allem darum, Fußballer auch und vor allem mal als Menschen zu sehen. Wie sollen Fußballer was anderes als eine Söldnermentalität entwickeln, wenn sie im Grunde auch nur als ungeliebte Söldner behandelt werden? Würdest du dein Herz an einen Verein binden, wo eine lautstarke Menge dich behandelt wie einen Prostituierten? "Nimm mein Geld, tu was ich will. Und wenn nicht, ab auf die Straße und ich hol den Nächsten!". Das fördert natürlich eine Mentalität und man schaut als Spieler dann vor allem auf sich. Gehalt, Erfolg - und das wird man auch auf dem Platz tun, wo man dann lieber schaut, dass man selbst geil ausschaut, lieber mal den Kollegen dann theatralisch rundmacht (ich nenne das mal "bellinghammern"), anstatt füreinander zu kämpfen, rennen, helfen etc.

Ich sehe das Problem durchaus und bin ebenfalls der Meinung, dass man schon in den Nachwuchsmannschaften Spielern mehr oder weniger eintrichtert, dass es immer nur um die beste Option geht. Auch der glühenste, kleine Fan bekommt da einen Wechsel nahegelegt, wenn die Prognose nicht für den Profifußball reicht.

Hier liegt für mich der Hase im Pfeffer und nicht bei den Fans. Ich glaube, dass die als letzte diese Einstellung verinnertlicht haben. Und daran sind Typen wie z.B. ein Dembélé nicht wirklich unschuldig.

Ich weiss, dass das ein Kampf gegen Windmühlen ist. Aber wenn nur mal einer künftig darüber nachdenkt, dass er mit seinen Zeilen nicht einen anonymen Fußballroboter beschreibt, sondern jemand, der gegebenfalls auch ein Leben "neben dem Job hat" und sensibel ist, dann wäre schon geholfen.


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